Helgoland ermöglicht Verbesserung der Notfallversorgung in den Offshore-Windparks

Rettungshubschrauber auf Helgoland stationiert für die medizinische Versorgung von Offshore Windparks / Foto: Northern HeliCopter GmbH
Rettungshubschrauber auf Helgoland stationiert für die medizinische Versorgung von Offshore Windparks / Foto: Northern HeliCopter GmbH

Northern HeliCopter stationiert Rettungshubschrauber auf Helgoland

Sieben Offshore-Windparks im Seegebiet zwischen Helgoland, Amrum und Sylt entstehen in den nächsten zwei Jahren.

(WK-intern) – Davon bilden Drei das Helgoland-Cluster – etwa 40 Kilometer westlich Amrum und rund 30 Kilometer nördlich der deutschen Hochseeinsel. Die anderen vier Windpark-Projekte liegen zwischen 35 Kilometer und etwa 80 Kilometer westlich von Sylt.

Mit einer Gesamtleistung von 288 MW wird der E.ON Windpark Amrumbank West nach seiner  Fertigstellung rund 300.000 deutsche Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Bis es jedoch soweit ist, werden mehrere hundert Mitarbeiter damit beschäftigt sein den Windpark aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.
Die medizinische Versorgung von Offshore Windparks stellt hohe Anforderungen an Konzepte und Verfahren. Alle benötigten Dienste müssen stringent aufeinander abgestimmt sein und harmonisch ineinander greifen. Dazu müssen Schnittstellen zur staatlichen Daseinsvorsorge definiert und gegenseitige Prozesse abgestimmt und ständig überprüft werden.
„Um bei Notfällen den entscheidenden Faktor Zeit nicht aus den Augen zu verlieren, der über das Überleben eines verletzten oder erkrankten Menschen entscheidet, müssen alle Prozesse, in denen Zeiträuber identifiziert werden, nachhaltig und effizient eliminiert oder optimiert werden.
Darum haben wir seit dem 20.01.2014 einen unserer Rettungshubschrauber auf der Insel Helgoland stationieren. Damit ist es uns möglich, die Anflugzeit in den Windpark enorm zu verkürzen und damit für die Offshore-Arbeiter ein Versorgungsniveau sicherzustellen, das dem an Land sehr nahe kommt.
Während Anflüge vom Festland etwa 30 bis 35 Minuten dauern, sind wir von Helgoland aus in etwa 9 Minuten mit unserem notfallmedizinischen Team vor Ort“, so Frank Zabell, Geschäftsführer der Northern HeliCopter GmbH.

„Helgoland wird eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Offshore-Windparks im Helgoland-Cluster einnehmen. Die Offshore-Windenergie bietet für die Gemeinde Helgoland neue Perspektiven. Dazu zählt in gleichem Maße die Sicherheit der Offshore-Arbeiter. Daher haben wir der Stationierung eines eigens für die Offshore-Luftrettung konzipierten Rettungshubschraubers zugestimmt“, so Jörg Singer, der Bürgermeister der Gemeinde Helgoland.

Die Stationierung des Rettungshubschraubers wird zunächst befristet sein, um eventuelle Auswirkungen des zusätzlichen Flugbetriebes auf dem Flugplatz Helgoland-Düne feststellen zu können. Northern HeliCopter geht davon aus dass die zusätzlichen Lärmbelastungen sich in Grenzen halten. Wir erwarten nur wenige Flugbewegungen pro Woche, so Zabell. Denn die Windparks betreiben einen hohen Aufwand an Sicherheit, damit möglichst keine Unfälle oder akute Erkrankungen passieren.
Wenn aber doch, dann entscheidet der Faktor Zeit oft darüber wie dieses, für den Einzelnen katastrophale Ereignis, ausgeht, so Dr. Rüdiger Franz, der leitende Arzt der Offshore-Luftrettung.
Der Rettungshubschrauber steht an 365 Tagen rund um die Uhr in Stand by und startet tagsüber 15 Minuten nach der Alarmierung und nachts nach 30 Minuten. Dafür sind ständig zwei Piloten, ein Notarzt, ein speziell, auch als Höhenretter ausgebildeter Rettungsassistent, sowie ein Windenoperator (zur Bedienung der Rettungswinde) in Bereitschaft. Zusätzlich wird ein Luftfahrzeugtechniker vorgehalten um kleine Wartungsmaßnahmen sofort erledigen zu können.
Die medizinische Ausrüstung der Hubschrauber geht über die für Rettungshubschrauber übliche Ausstattung hinaus, um schon auf dem, ja überdurchschnittlich langen, Transport in die Klinik erweiterte Maßnahmen am Patienten einzuleiten und damit Zeit zu sparen.

Disponiert wird der Helgoländer Rettungshubschrauber durch die Offshore-Notfall-Leitstelle VENTUSmedic. Dort wird an 365 Tagen/24 Stunden mit medizinisch/rettungsdienstlicher Kompetenz die individuelle Lage beurteilt und die notwendigen Maßnahmen, bis hin zum Einsatz der speziell für diese Aufgabe konzipierten Rettungshubschrauber, zielgerichtet eingeleitet. Für den Fall komplexer Rettungssituationen, werden mit dem Havariekommando etablierte Prozesse ausgelöst.

Erster Einsatz vier Tage nach Stationierung

Der erste Einsatz des Helgoländer Rettungshubschraubers – ein schwerer Arbeitsunfall – war auf einem Errichterschiff etwa 100 km von der Küste entfernt notwendig. Ein Arbeiter hatte sich schwer verletzt und musste bei eisigen Temperaturen und bei Windstärke 8 über die Rettungswinde geborgen und in eine Klinik am Festland gebracht werden.
Dank des schnellen Eintreffens der Rettungscrew von Helgoland konnte der Verletzte nach wenigen Minuten schon professionell versorgt werden und war 45 Minuten nach dem Alarm im Krankenhaus. Ein Rettungshubschrauber vom Festland hätte alleine für den Anflug zur Einsatzstelle etwa 35 Minuten gebraucht.

Northern HeliCopter war der erste Betreiber von reinen Rettungshubschraubern die speziell für den Offshore Einsatz vorgehalten werden und ist erfolgreich in das akut- und notfallmedizinische Versorgungskonzept WINDEAcare eingebunden.

WINDEAcare
wurde in Kooperation mit verschiedenen Kompetenzträgern speziell für die medizinische Versorgung von Offshore Windparks entwickelt und wird fachlich von folgenden Partnern getragen (s. hierzu beiliegende Informationen):

Gesamtkoordination        WINDEA Offshore GmbH & Co KG
Medizin            Klinikum Oldenburg gGmbH
Notfall-Leitstelle        Die Johanniter, Regionalverband Weser-Ems e.V.
Luftrettung            Northern HeliCopter GmbH

PM: WINDEA Offshore

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