Biogasbranche: Bundeskabinett gefährdet 40.000 Arbeitsplätze

Bioanlage / Foto: HB
Biogasanlage / Foto: HB

Bundesregierung beschließt Eckpunkte der EEG-Reform

  • innovative Technologiesparten werden beerdigt
  • Stopp der Entwicklung ökologischer Energiepflanzen
  • EEG-Eckpunktepapier des BMWE sieht Streichung jeglicher Vergütung für Anbaubiomasse vor
  • Vorgeschlagener Ausbaupfad würde Biogasnutzung abwürgen
  • Kostenvergleich hinkt
  • Gefährdung für einen Großteil der 40.000 Jobs

Berlin – Die schwarz-rote Bundesregierung hat gestern auf ihrer Klausurtagung in Bad Meseberg die Eckpunkte für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen.

(WK-intern) – Für die Biogasbranche sind schwerwiegende Vergütungsstreichungen und ein Zubaudeckel von maximal 100 Megawatt pro Jahr vorgesehen. „Mit der vollständigen Streichung der Vergütung für Energiepflanzen wären kaum noch Biogasprojekte umsetzbar. Und ohne das speicherbare Biogas als erneuerbarer Stromnetzstabilisator wird die Energie­wende nicht gelingen“, warnt Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas. Mit einer erschreckenden Arglosigkeit sei hier die Gefährdung für einen Großteil der 40.000 Jobs in den kleinen und mittelständischen Biogasfirmen in Kauf genommen worden.

Aufgrund der zusätzlich geplanten Streichung des Gasaufbereitungsbonus würde eine innovative und wichtige Sparte der Biogasbranche abrupt beendet. „Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren effiziente Biogasaufbereitungstechnologien entwickelt und die Kosten gesenkt. Bereits in den nächsten Jahren wäre mit dieser Zukunftstechnologie die kostengünstige Nutzung des Langzeitspeichers Erdgasnetz für Erneuerbare Energie möglich gewesen“, macht Seide deutlich. Über das Gasnetz und mit Biogasspeichern am Ort der Anlagen können Biogas und Biomethan Verantwortung für die Stromnetzstabilität über­nehmen. „Diese Systemrelevanz ist weder bei der Kostenbewertung noch in den EEG-Eckpunkten berücksichtigt worden“, betont der Fachverbands-Präsident. Änderungen seien zwingend nötig.

Außerdem stünde die weitere Etablierung ökologisch vorteilhafter Energiepflanzen mit den aktuellen Beschlüssen des Bundeskabinetts vor dem Aus. „Ohne eine EEG-Vergütung für alternative Pflanzen, stellen die Saatgutfirmen ihre Bemühungen ein, Alternativen zum Mais in den Markt zu bringen. Die Chance auf mehr Artenvielfalt im Feld ist damit vertan“, stellt der Vizepräsident des Verbandes, Hendrik Becker, fest. Becker fordert, dass „auch künftig noch Biogaskonzepte mit über 50 Prozent Gülle und Restoffen sowie einem Anteil ökologisch wertvoller Pflanzen möglich bleiben müssen.“ Er begrüße zwar, dass mit der Kleinanlagenklasse (75 Kilowatt) und der Anlagenflexibilisierung über die Protokollerklärung ein letzter Strohhalm erhalten bleiben soll. Allerdings reiche das nicht, um die Technologieentwicklung voranzutreiben. Somit gingen auch Exportchancen verloren.
Über den Fachverband Biogas e.V.

Der Fachverband Biogas e.V. ist mit rund 4.800 Mitgliedern Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirtschaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber. Die Biogas-Branche hat in den vergangenen Jahren über 40.000 Arbeitsplätze zumeist in ländlichen Regionen geschaffen.

PM: Fachverband Biogas e.V.

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