Kampfansage gegen die Energiewende – EU-Kommission ebnet Weg für neue Atomkraftwerke

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IG Windkraft kritisiert 2030 Zielsetzungsideen der EU Kommission scharf

(WK-intern) – St. Pölten – „Der heute veröffentlichte Entwurf der EU Kommission für die Zielsetzungen für 2030 in Europa ist eine klare Kampfansage gegen die Energiewende“, stellt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft fest und ergänzt: „Mit der Festlegung auf ein wirklich bindendes Treibhausgasziel ist die Kommission endgültig zur Außenstelle der Atomindustrie mutiert.“

Trotz mehrmaliger Beschlüsse im EU Parlament und entgegen einer Vielzahl von Stimmen aus den Mitgliedsstaaten verlässt die Kommission mit dem heutigen Papier den Weg drei Ziele (Treibhausgas, Energieeffizienz und erneuerbare Energien) bis 2030 zu verordnen.

Der heute veröffentlichte Entwurf für die Zielsetzungen bis 2030 auf europäischer Ebene enthält ein wirklich bindendes Treibhausgasziel von 40%, statt der von vielen Seiten geforderten, ambitionierten und bindenden drei Ziele bis 2030. „Dies ist ein extremer Kniefall vor der Atomlobby“, erklärt Moidl verärgert und setzt fort: „Damit sind alle Türen weit offen für die Renaissance der Atomkraft in Europa.“ Ein einzelnes bindendes Treibhausgasziel bietet nicht nur der Atomenergie alle Möglichkeiten den Ausbau in Europa wieder aufzunehmen, sondern setzt auch einen entschiedenen Dämpfer für alle erneuerbare Energien. „Atomstrom verstopft bereits jetzt schon die Stromnetze in Europa und behindert den Ausbau hin zu einem erneuerbaren Energiesystem der Zukunft“, berichtet Moidl und ergänzt: „Statt dieser hochriskanten Technologie endlich den Rücken zu kehren, wendet sich die Kommission von den erneuerbaren Energien ab.“

Weg der bindenden Ziele verlassen

Die Ziele für erneuerbare Energien wären nur mehr auf europäischer Ebene bindend und nicht mehr auf die Mitgliedstaaten heruntergebrochen und sind mit 27% extrem unambitioniert. „Das würde bedeuten, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien damit eine deutliche Bremse erfahren würde. Der Ausbau wurde in den vergangenen Jahren, seit Inkrafttreten der letzten Richtlinie für 2020, pro Jahr mit rund einem Prozent vorangetrieben“, erklärt Moidl und setzt fort: „Die Zielsetzung für 2030 würde den Ausbau erneuerbarer Energie pro Jahr um fast ein Drittel reduzieren.“

Erneuerbare Energien als Chance für die Wirtschaft

Die Kommission beschreibt das vorgelegte Papier als Kompromiss zwischen Industrie und dem Ausbau der erneuerbaren Energie. „Die Trennung zwischen erneuerbaren Energien und Industrie ist einfach unverständlich“, ärgert sich Moidl und setzt fort: „Erneuerbare Energien bringen Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung und reduzieren die Importe von fossiler Energie.“ Laut dem europäischen Ökoenergieverband EREF würde die Implementierung von drei ambitionierten und bindenden Zielen für 2030 568.000 Arbeitsplätze und 358 Milliarden Euro Einsparungen an Fossilenergieimporten mit sich bringen.
„Um eine Reduktion von 40% der Treibhausgase zu erreichen ist darüberhinaus ein viel stärkerer Ausbau der erneuerbare Energien nötig als 27%“, ergänzt Moidl und setzt abschließend fort: „Die Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament müssen die Kommission hier korrigieren.“

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PM: IG Windkraft

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