Wasserstoff und Brennstoffzellen ermöglichen kosteneffizientse Energiekonzept

Wasserstoff und Brennstoffzellen ermöglichen kosteneffiziente Umsetzung des Energiekonzepts der Bundesregierung

DWV und CEP fordern Marktanreizprogramm für Power to Hydrogen

(WK-intern) – Energiewende beiderseits des Rheins war das Thema des Parlamentarischen Abends, den der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband mit der Clean Energy Partnership am 16. Januar in der Botschaft von Frankreich in Berlin ausrichtete.

Die zukünftige Entwicklung der Energiesicherheit und der Energiekosten in Europa wird maßgeblich von der Umsetzung der Energiewende abhängen. Erneuerbare Energien bieten eine Alternative zur Lösung wachsender Versorgungsrisiken und unkontrollierbarer Kostenentwicklung der konventionellen Energieträger. Wasserstoff ist der Energieträger, der Strom und Mobilität zu einem kommunizierenden System werden lässt. Auf diese Weise leistet er einen erheblichen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz, was sich letztlich auch im Erhalt der Industrieregion Europa niederschlägt.

Damit die Energiewende gelingt, ist in Deutschland und Frankreich weiterhin ein massiver Ausbau der regenerativen Energien erforderlich. Wie wird in beiden Ländern die Herausforderung Energiewende bewältigt? Was muss die Politik tun, um zukunftsorientierte Rahmenbedingungen zu schaffen? So die zentralen Fragen, die beim parlamentarischen Abend diskutiert wurden.

„Voraussetzung für den Erfolg der Energiewende ist ein ganzheitliches und von Einzelinteressen unabhängiges Konzept, das alle Energiesektoren (Strom, Wärme und Mobilität) umfasst und Wasserstoff und Brennstoffzelle intelligent integriert. Die Potenziale von Wasserstoff und Brennstoffzelle sind zwar erkannt, bei der Markteinführung von Power to Hydrogen gibt es aber noch erheblichen Handlungsbedarf auf Seiten der Politik. So muss Wasserstoff, der mit erneuerbarem Strom erzeugt wurde, eine Sonderstellung bei der Anrechnung auf die Biokraftstoffquote einnehmen. Ebenso müssen die Wasserstofferzeugungsanlagen, so wie im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehen, von den Letztverbraucherabgaben befreit werden. Und schließlich muss das Nationale Innovationsprogramm Brennstoffzelle und Wasserstoff (NIP) im Sinne einer ganzheitlichen Energiestrategie fortgeführt werden“, so die Forderung von Dr. Johannes TÖPLER, Vorstandsvorsitzender des DWV e.V., an das zukünftige Energiekonzept der Bundesregierung.

Wie die neue Bundesregierung die Rolle von „Wasserstoff und Brennstoffzelle im Energiesystem der Zukunft“ einschätzt, erläuterte Katherine REICHE, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Der Verkehrssektor leistet einen wesentlichen Beitrag, um die nationalen Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit und auf den Klimaschutz ist für jeden einsichtig, dass wir Alternativen zu den herkömmlichen Kraftstoffen entwickeln und markttauglich machen müssen. Hierzu ist es notwendig, Forschung und Entwicklung sowie die Marktaktivierung alternativer Antriebe zu unterstützen und zu fördern. Für die Bundesregierung stehen die Förderung der batteriebetriebenen Elektromobilität und die Förderung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ganz oben auf der Agenda.“

Jean-Claude PERRAUDIN, Leiter der Abteilung für nukleare und alternative Energien in der Französischen Botschaft, verwies auf die Parallelen zwischen Deutschland und Frankreich: Beide befinden sich in einer entscheidenden Phase ihres Energiemodells. „Die französische Regierung bereitet gerade ein Energiegesetz vor, das Ende 2014 dem Parlament vorgelegt wird. Unsere Ziele beim Energiemix sind zwar unterschiedlich, jedoch sind die Technologien zum Energieübergang die gleichen und sollten genutzt werden. Energieeffizienz und Speicherung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Zwei komplementäre Technologien sind unumgänglich: Batterien und Wasserstoff, wobei Wasserstoff aufgrund seiner verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten (Mobilität, Stromspeicherung, Einspeisung in das Gasnetz) anerkannt und akzeptiert werden sollte.“

Den Entwicklungsstand der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Mobilitätssektor erläuterte Patrick SCHNELL, Vorsitzender der CEP. Wasserstoff-Fahrzeuge erzeugen keine schädlichen Emissionen, wenn der Kraftstoff aus regenerativen Quellen stammt. Ausgestoßen wird lediglich Wasserdampf. Schon heute lassen sich mit Wasserstoff-PKW Reichweiten von über 500 km erzielen – und das bei Betankungszeiten von etwa drei Minuten. Aktuell befinden sich Wasserstoff-PKW und -Busse im Probebetrieb in den Städten Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt. „Die intelligenteste Anwendung von Wasserstoff ist seine Nutzung als Kraftstoff im Brennstoffzellensystem eines Fahrzeugs. Auf diese Art integrieren Sie die erneuerbaren Energien in den Mobilitätsbereich und schaffen die Voraussetzungen, um die CO2-Ziele der Bundesregierung und der EU zu erreichen. Was wir dafür brauchen, ist ein Finanzierungsmodell für die Speicherung von Erneuerbaren Energien.“

Mit den Bundestagsmitgliedern Steffen Bilger (CDU), Dr. Nina Scheer (SPD) und Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) diskutierten im Anschluss Annegret Agricola, Bereichsleiterin Energiespeicher bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) sowie als Vertreter der Industrie Hans-Christian Gützkow (TOTAL Deutschland GmbH) und Thomas Pfützenreuter (AIR LIQUIDE Deutschland GmbH).

Hans-Christian GÜTZKOW, Geschäftsführer der TOTAL Deutschland GmbH, die seit mehr als zehn Jahren den Betrieb von Wasserstofftankstellen erprobt und als erster Mineralölkonzern auch die Erzeugung von Wasserstoff aus Windstrom in einer Pilotanlage betreibt, betonte die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens von Politik und Wirtschaft: „Mit der Unterstützung der Politik haben wir im Verbund von konkurrierenden Unternehmen der Automobil- und Energiewirtschaft bereits große Fortschritte auf dem Weg zur Alltagstauglichkeit von Wasserstoffmobilität getan. Aber wir müssen das System noch weiter stabilisieren und die Kosten einer nachhaltigen Wasserstofferzeugung senken. Nur so können wir den Weg für die Marktreife dieser umweltfreundlichen Mobilität bereiten.“

Die Industrie sei sich ihrer Verantwortung bewusst und beweise innovatives Engagement, so Thomas PFÜTZENREUTER, Geschäftsführer der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH: „Als Spezialist für die gesamte Wasserstoffenergiekette von der Erzeugung über die Distribution und Speicherung bis hin zur Errichtung von Wasserstofftankstellen ist Air Liquide aktiv daran beteiligt, die umfassende Nutzung von Wasserstoff als sauberem und sicherem Energieträger zu ermöglichen. Wir übernehmen damit Verantwortung für die Mobilität von morgen und leisten einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten.“

Wasserstoff kann einfach und effektiv aus regenerativ erzeugtem Strom produziert werden. Er ist der einzige Energieträger, der auch in großen Mengen speicherbar ist, womit er wesentlich zur Verstetigung der fluktuierenden erneuerbaren Primärenergien beiträgt. Auch bei der Schaffung nachhaltiger und versorgungssicherer Mobilität spielt Wasserstoff als Kraftstoff eine zentrale Rolle. „Wasserstoff ist Motor für Innovation und Wertschöpfung – und das weit über den Mobilitätssektor hinaus“, so Töplers Fazit. „Wer die Energiewende will, kommt an der Nutzung von Wasserstoff nicht vorbei. Energiespeicherung und Wasserstoff gehören deshalb auf die politische Agenda für die Energiewende.“

Über Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV)

Der seit 1996 bestehende Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV) ist die Dachorganisation all jener in Deutschland, die sich für den allgemeinen Einsatz von Wasserstoff als Energieträger in der Wirtschaft einsetzen. Wenn dies auf der Grundlage regenerativer Primärenergien geschieht, ist eine umweltfreundliche Energiewirtschaft möglich. Der DWV trägt dazu bei, indem er die verschiedenen daran interessierten Personen und Institutionen aus Forschung und Wirtschaft integriert, ihre Bemühungen und Kapazitäten koordiniert, die Öffentlichkeit informiert, im Sinne seiner Ziele an der einschlägigen

Regelsetzung mitwirkt und für den Energieträger Wasserstoff

„Lobbyarbeit“ leistet. www.dwv-info.de Die Clean Energy Partnership – ein Zusammenschluss von achtzehn führenden Unternehmen – hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wasserstoff als „Kraftstoff der Zukunft“ zu etablieren. Mit Air Liquide, den Berliner Verkehrsbetrieben BVG, BMW, Daimler, EnBW, Ford, GM/Opel, der Hamburger Hochbahn, Honda, Hyundai, Linde, Shell, Siemens, den Stuttgarter Straßenbahnen SSB, TOTAL, Toyota, Vattenfall Europe und Volkswagen beteiligen sich Technologie-, Mineralöl- und Energiekonzerne sowie die Mehrzahl der größten Automobilhersteller und führende Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs an dem wegweisenden Zukunftsprojekt. Seit 2008 wird die CEP durch das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert.

PM: DWV

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