Europäische Strombörse EPEX SPOT stellt Weichen für den Energie-Binnenmarkt

Beständiges Wachstum der Handelsvolumina – Ausweitung des Intraday auf die Schweiz – Price Coupling of Regions unterstützt die Umsetzung des Day-Ahead-Zielmodells

(WK-intern) – Paris / Leipzig / Wien –  Im fünften Jahr nach ihrer Gründung wachsen die Handelsvolumina auf den Märkten der Europäischen Strombörse EPEX SPOT weiter. 346 TWh wurden im Jahr 2013 auf ihren Day-Ahead- und Intraday-Märkten in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz gehandelt. Das ist das beste Ergebnis seit Bestehen der EPEX SPOT und entspricht einem Wachstum von 2 % gegenüber 2012 (339 TWh), nach 314 TWh im Jahr 2011 und 279 TWh im Jahr davor.
„Die Schaffung der EPEX SPOT – einer gemeinsamen Struktur, die mehrere nationale Strommärkte beherbergt und betreibt – hat zu einer deutlichen Anziehung von Liquidität geführt“, sagt Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandsvorsitzender der EPEX SPOT. „Die Europäische Strombörse ist mittlerweile zu einem Hauptakteur des Integrationsprozesses des europäischen Strommarkts geworden.“

Im Rückblick auf das vergangene Jahr lassen sich sechs zentrale Trends feststellen:

  • Die Zahl der Börsenmitglieder wuchs um 10 Unternehmen und erreicht nun eine Gesamtzahl von 212. Die neuen Mitglieder kommen insbesondere aus Deutschland, Italien und Polen;
  • Auf dem Day-Ahead : Starke Ergebnisse auf dem deutsch/österreichischen Markt mit zwei Monatsrekorden im Oktober und Dezember 2013;
  • Eine weniger deutliche Preiskonvergenz zwischen dem deutschen und dem französischen Markt, die innerhalb vom Zentralwesteuropa (CWE) gekoppelt sind. Dies ist auf auseinanderdriftende Fundamentaldaten zurückzuführen;
  • Auf dem Intraday : Starke Gesamtergebnisse und eine kräftige Steigerung der Handelsvolumina um 28.6 % gegenüber dem Vorjahr;
  • Dem Start des Schweizer Intraday-Markts am 26. Juni 2013 folgte ein schneller Anstieg der Handelsvolumina und starke grenzüberschreitende Interaktion mit den Märkten in Deutschland, Frankreich und Österreich. 91 % der Volumina wurden grenzüberschreitend gehandelt. Daran lässt sich bereits jetzt der Nutzen der weiteren Integration des Schweizer Markts ablesen.
  • Die Handelsvolumina der 15-Minuten-Kontrakte stiegen um 104 % im Vergleich zum Vorjahr an und erreichten 2,6 TWh im Jahr 2013. Dieses herausragende Ergebnis zeigt die hohe Nachfrage für flexible Lösungen im Stromhandel.

Day-Ahead-Märkte
Die Handelsvolumina auf dem Day-Ahead belaufen sich auf 322 788 544 MWh im Jahr 2013 (2012: 321 228 968 MWh) und teilen sich wie folgt auf:

Marktgebiet

Volumen 2013

in MWh

Volumen 2012

in MWh

Durchschnittlicher Grundlastpreis
2013 / 2012

Euro/MWh

DE/AT

245 566 864

245 268 525

37,78 / 42,60

FR

58 478 684

59 282 499

43,24 / 46,94

CH

18 742 997

16 677 944

44,73 / 49,52

Der deutsch/österreichische Day-Ahead-Markt trug einen stabilen Anteil an Volumina bei. Er stützt sich dabei auf den größten und aktivsten Kreis von Handelsteilnehmern aller europäischen Märkte. Erneuerbare sind ein natürlicher Teil des Spothandels in Deutschland geworden. Der deutsch/österreichische Day-Ahead-Markt bleibt auch weiterhin die europäische Referenz hinsichtlich Handelsvolumina, Liquidität und Preissignal.

Der französische Day-Ahead zeigt solide Ergebnisse in einem schwierigen regulatorischen Umfeld. Die Volumina sind Beweis für das Vertrauen der Handelsteilnehmer in die Kraft des freien Markts.
Auf dem Schweizer Day-Ahead hält das gesunde Wachstum der Handelsvolumina an. Gründe sind unter anderem die neuen Mitglieder auf dem Schweizer Segment: Nach Deutschland und vor Italien ist die Schweiz nun der zweitgrößte Markt der EPEX SPOT hinsichtlich der Herkunft der Mitglieder. Bessere Möglichkeiten für grenzüberschreitende Arbitrage-Geschäfte und fortschreitende Liberalisierung hatten ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Handelsvolumina.

Marktkopplung, ein Instrument, das Kapazitätsengpässe an den Grenzen zwischen nationalen Strommärkten regelt, ist eine der Kerndienstleistungen, die EPEX SPOT zusammen mit europäischen Partnern erbringt: Die Gebote an den Strombörsen und die verfügbare grenzüberschreitende Kapazität, die von den Übertragungsnetzbetreibern berechnet wird, werden gemeinsam verauktioniert. Der Handel von Strom und von Kapazität geschehen nun gleichzeitig und die ökonomisch beste Lösung wird automatisch gefunden. Preise werden nicht länger auf nationalem, sondern auf europäischem Niveau festgestellt. Dies optimiert die Nutzung bestehender Infrastrukturen und erhöht die volkswirtschaftlichen Gewinne auf allen beteiligten Märkten.

Seit 9. November 2010 sind die Strommärkte in CWE, also Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten, erfolgreich gekoppelt. Im Jahr 2013 belief sich die Preiskonvergenz zwischen dem deutschen und dem französischen Markt in 48 % der Stunden.

Der nächste Schritt der europäischen Marktintegration ist die Preiskopplung in Nordwesteuropa (NWE), welche am 4. Februar 2014 startet. NWE fügt Dänemark, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Schweden und die baltischen Staaten zu CWE hinzu und deckt damit rund 75 % des europäischen Stromverbrauchs ab. 17 Partner aus zwölf Ländern haben über zwei Jahre zusammengearbeitet, um NWE in die Realität umzusetzen. Der Start ist ein entscheidender Schritt in Richtung eines integrierten europäischen Strommarkts und hin zur Umsetzung des Europäischen Zielmodells für Day-Ahead-Märkte.

NWE ist ebenso die erste Implementierung der Price Coupling of Regions-Lösung (PCR). PCR ist eine Initiative von sieben europäischen Strombörsen – darunter EPEX SPOT – und stellt Systeme und Prozesse für eine gesamteuropäische Kopplung der Strommärkte bereit. Sie ist der Motor für mehrere regionale Marktkopplungsinitiativen, die im Laufe des Jahres 2014 und darüber hinaus entstehen und starten werden.

Intraday-Märkte
Im Jahr 2013 belief sich das gesamte Handelsvolumen auf den Intraday-Märkten der EPEX SPOT auf 23 054 242 MWh (2012: 17 924 234 MWh), die sich wie folgt aufteilen:

Marktgebiete

Volumen 2013

in MWh

Volumen 2012

in MWh

DE/AT

19 699 240

15 757 403

FR

2 881 145

2 166 831

CH

473 857

0

Die Volumina auf den Intraday-Märkten der EPEX SPOT, die Deutschland/Österreich, Frankreich und die Schweiz abdecken, wachsen stetig weiter. Zusammengenommen stiegen die Intraday-Volumina spürbar um 28,6 % im Vorjahresvergleich, was die zunehmende Relevanz des Intraday-Handels unterstreicht. Im Licht der europaweiten Wende hin zu erneuerbaren und damit häufig fluktuierenden Energiequellen steigt die Nachfrage seitens der Handelsteilnehmer nach flexiblen Handelsplattformen im kurzfristigen Handel.

ComXerv, das Intraday-Handelssystem der EPEX SPOT, ermöglicht nahtlosen grenzüberschreitenden Handel. Der grenzüberschreitende Intraday-Handel startete am 14. Dezember 2010 zwischen Frankreich und Deutschland. Der österreichische Intraday-Markt startete im Oktober 2012 und wurde unmittelbar mit dem Markt in Deutschland und Frankreich verbunden. Selbiges gilt für den Schweizer Markt, der am 26. Juni 2013 startete.

Auf diese Weise profitiert der Schweizer Markt direkt von der starken Integration mit dem französischen, deutschen und österreichischen Markt. Auf das Jahr 2013 gesehen wurden 16,5 % aller Volumina auf ComXerv grenzüberschreitend gehandelt, gegenüber 13,5 % im Jahr zuvor.

EPEX SPOT leistet einen Beitrag zur deutschen Energiewende. Seit dem 14. Dezember 2011 können flexible 15-Minuten-Kontrakte auf dem deutschen Intraday-Markt gehandelt werden. Sie erlauben es den Mitgliedern, ihr Portfolio auf 15 Minuten genau auszugleichen. Mit dem Start des Schweizer Intraday-Markts wurden die 15-Minuten-Kontrakte auf die Schweiz ausgeweitet – mit der Möglichkeit, diese grenzüberschreitend mit Deutschland zu handeln.

Im Jahr 2013 belief sich das Handelsvolumen in 15-Minuten-Kontrakten auf beiden Märkten auf 2 625 136 MWh, was einem Anstieg um 104 % gegenüber 2012 entspricht (1 288 883 MWh). Dies unterstreicht die Nachfrage nach flexiblen Lösungen im Stromhandel, die EPEX SPOT weiter ausbauen will.

Die Europäische Strombörse EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. EPEX SPOT ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und Niederlassungen in Leipzig und Wien. Im Jahr 2013 wurden 346 TWh auf den Märkten der EPEX SPOT gehandelt.

PM: EPEX SPOT

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