Interview mit einem Windpark-Betreiber

Bei einem Vollwartungsvertrag verlangt der Betreiber umfassende Informationen sowie zeitnahe und regelmäßige Rückmeldungen der Monteure. / Pressebild: Deutsche Windtechnik
Bei einem Vollwartungsvertrag verlangt der Betreiber umfassende Informationen sowie zeitnahe und regelmäßige Rückmeldungen der Monteure. / Pressebild: Deutsche Windtechnik

Positive Bilanz nach einem Jahr Vollwartung

Thomas Wiesenthal ist bei DIF verantwortlich für das Asset- und Portfolio Management im Bereich Infrastruktur und Erneuerbare Energien in Deutschland.

DIF ist ein führendes unabhängiges Fonds Management Unternehmen.
(WK-intern) – Der DIF Renewable Energy Fonds investiert in Onshore-Wind- und Solarenergie-Projekte. Viele dieser Projekte werden auf einer Stand-alone-Basis mit einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital finanziert.

Herr Wiesenthal, was waren die Gründe für den Abschluss eines Vollwartungsvertrages für fünf Windparks mit insgesamt 16 Vestas® V90 2.0 Windenergieanlagen im Jahr 2011?
Wir waren mit der jeweils bestehenden Situation nicht zufrieden, und bei der Suche nach Alternativen stößt man schnell auf die Deutsche Windtechnik. Das vorgestellte Konzept hat nicht nur uns, sondern auch die finanzierenden Banken überzeugt. Die anschließenden Vertragsverhandlungen sind darüber hinaus sehr konstruktiv verlaufen.

Es bleibt weiterhin schwierig, Vollwartungsverträge nach Kosten und Leistung zu vergleichen. Die Ausgestaltung ist sehr individuell: Welche Leistungen sind im Detail enthalten, welche nicht? Was passiert bei einem Totalschaden? Die Deutsche Windtechnik hat drei Vertragsvarianten entwickelt. Für welche haben Sie sich entschieden?
Für das Komplettpaket inkl. Großkomponenten und Schäden von außen. Ein Vertrag der uns erlaubt, möglichst viele Schnittstellen zu bündeln. Davon profitieren wir als Betreiber sowie die technischen und kaufmännischen Betriebsführer.

Die Komplettpakete im Bereich Vollwartung haben Ihren Preis, gerade auch wenn die Haftung für Produktions- oder Herstellungsfehler, die eigentlich bei den Anlagenbauern oder Zulieferern liegen, mitversichert sind. Denken Sie, dass der Umstieg auf die Vollwartung für Sie wirtschaftlich sein wird?
Eine Prognose nach einem Jahr ist schwierig. Bei der Vollwartung treten wir als Betreiber ja in Vorleistung. Dafür sparen wir für spätere Schäden und Reparaturen Rücklagen an. Der Vorteil dabei ist, dass wir mit festen Ausgaben kalkulieren können. Ich denke für beide Seiten ist das im Normalfall eine Win-Win-Situation.

Bei einem Vollwartungsvertrag verlangt der Betreiber umfassende Informationen sowie zeitnahe und regelmäßige Rückmeldungen der Monteure. Werden Ihre Erwartungen erfüllt?
In diesem Punkt ist für uns als Betreiber die reibungslose Zusammenarbeit zwischen dem Servicepartner und den Betriebsführern vor Ort besonders wichtig. Die Rückmeldungen, die wir erhalten sind sehr positiv, nicht nur bezüglich der Verfügbarkeit und Reaktionszeit, sondern auch bei der Kommunikation während und nach den Einsätzen.

Rückblickend nach einem Jahr: Wie sind Ihre Erfahrungen im Hinblick auf Umsetzung der Vollwartung, die technische Verfügbarkeit und den ausgeführten Reparaturen?
Mein erster Eindruck ist, dass die Deutsche Windtechnik beschädigte Komponenten nicht nur zügig repariert oder austauscht, sondern darüber hinaus die Erkenntnisse aus den Vorfällen auswertet, um daraus mögliche Verbesserungen abzuleiten. Das ist zwar kein gänzlich neuer Ansatz, aber erstmalig scheint er erkennbar und effizient umgesetzt zu werden. Die bereits eingebrachten Optimierungen stimmen mich insbesondere im Hinblick auf die langfristige technische Verfügbarkeit sehr zuversichtlich. Und auch das wäre wieder eine Situation, von der beide Parteien profitieren.

Herr Wiesenthal, wir danken Ihnen für dieses Interview.

PM: Deutsche Windtechnik

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