Niederösterreich schränkt Windenergieausbau drastisch ein

Pressebild: IG Windkraft / © Max Bögl
Pressebild: IG Windkraft / © Max Bögl

St. Pölten: Gestern präsentierte Landesrat Stephan Pernkopf den Entwurf des Zonierungsplanes für den Windenergieausbau in Niederösterreich.

„Niederösterreich hat das zukünftige Windkraftpotential drastisch eingeschränkt. Nur auf 2% der niederösterreichischen Landesfläche soll der Windkraftausbau möglich sein“, erklärt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

(WK-intern) – Fraglich ist nun, ob mit dieser Zonierung die langfristigen Ziele des NÖ Energiefahrplans 2030 noch erreichbar sind.

Gestern wurde von Landesrat Stephan Pernkopf der Entwurf für eine zukünftige Zonierung des Landes Niederösterreich für den Ausbau der Windkraft vorgestellt. 98% der Landesfläche sind nach diesem Entwurf Ausschlusszone. „Es ist schade, dass das Bundesland mit dem größten Windenergiepotential in Österreich lediglich auf 2% der Landesfläche den Windkraftausbau erlaubt“, zeigt sich Stefan Moidl ernüchtert. „Bisher hat es bereits durch strenge Abstandsregelungen und die unter Naturschutz stehenden Gebiete in Niederösterreich für Windkraftprojekte sehr strenge Vorschriften gegeben. Die Reduktion auf 2% der Landesfläche ist nun eine weit darüber hinausgehende, drastische Einschränkung.“

Erreichung der Ziele fraglich

Ende des Jahres sind in Niederösterreich 450 Windkraftanlagen mit einer Leistung von rund 800 MW in Betrieb und liefern sauberen Strom. Die Zielsetzungen für die Windkraft im NÖ Energiefahrplan 2030 sehen für das Jahr 2020 1.900 MW und für das Jahr 2030 3.200 MW Windkraftleistung vor. Fraglich ist nun, ob mit lediglich 2% der Landesfläche die Ziele des NÖ Energiefahrplans 2030 auch erreichbar sind.
„Es heißt nämlich noch gar nicht, dass die verbleibenden Flächen tatsächlich für die Windkrafterzeugung wirklich in vollem Umfang zur Verfügung stehen, denn es sind nach wie vor alle Genehmigungsschritte von der Widmung bis zur UVP-Bewilligung durchzuführen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht alle Projektideen umgesetzt werden können“, erklärt Moidl.

Rasche Erstellung des Zonierungsentwurfs

Am 23. Mai 2013 hat der Landtag das NÖ Raumordnungsgesetz abgeändert und Landesrat Stephan Pernkopf mit der Erstellung einer Zonierung für die Windenergie in Niederösterreich beauftragt. Sechs Monate später präsentierte er nun den Entwurf. „Was man dem Land zugute halten kann, dass der Zonierungsvorschlag innerhalb von 6 Monaten rasch erarbeitet wurde“, stellt Moidl fest.

Genaue Analyse steht noch aus

Eine genaue Beurteilung der Zonierung steht noch aus. „Wir müssen uns jetzt hinsetzen und die Karte genau analysieren“, erklärt Moidl und ergänzt abschließend: „Es ist zu hoffen, dass nicht noch weitere negative Überraschungen in den Details stecken.“

PM: IG Windkraft

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