Hochwasser 2013: Elbe-Anrainer ziehen gemeinsame Konsequenzen

BERLIN – Auf Antrag Schleswig-Holsteins haben die Anrainer der Elbe gemeinsam getragene Aktivitäten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes beraten.

Dass ohne die nach dem Hochwasser von 2002 verstärkten Deiche die neue Rekordflut noch verheerendere Schäden angerichtet hätte, stand für die Ministerkonferenz außer Frage.

(WK-intern) – Dies galt auch für die Einschätzung, dass zukünftig mit extremen Hochwassern gerechnet werden muss und insbesondere die weitere Rückverlegung von Deichen und Schaffung von zusätzlichen Rückhalteräumen notwendig sind, um der Elbe mehr Raum zu geben. Ergänzend hierzu ist die Verstärkung weiterer Deichabschnitte voranzutreiben.

Zu einem weiteren Thema der Ministerkonferenz gehörten die während des Hochwassers schwankenden Vorhersagen der zu erwartenden Wasserständen. Insbesondere für Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurde hierdurch die Arbeit der Krisenstäbe alles andere als erleichtert. Eine Arbeitsgruppe unter Federführung der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg analysiert derzeit die Schwachstellen und wird Möglichkeiten zur Verbesserung der Vorhersagemodelle erarbeiten.

Neben einer Überprüfung der für die Bemessung von Hochwasserschutzanlagen anzusetzenden Werte im bundesweiten Kontext verständigte sich die Ministerkonferenz wegen der noch nicht nach Maß und Zahl bestimmbaren Auswirkungen des Klimawandels auf Vorhaltung von Reserven. Hierfür sollen bis auf weiteres die sukzessive hinzukommenden Retentionsräume dienen. In diesem Zusammenhang wurde erneut bekräftigt, dass alle bereits grundsätzlich vorgesehenen Maßnahmen zur Rückverlegung von Deichen und zur Errichtung steuerbarer Flutungspolder konsequent fortzuführen sind. Die Anstrengungen zur weiteren Umsetzung der im Aktionsplan Hochwasserschutz Elbe der internationalen Kommission zum Schutz der Elbe –IKSE- aufgeführten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserrückhaltes im Einzugsgebiet sollen verstärkt werden. Von den Ländern wurden weitere Einzugsgebiete benannt, in denen aufgrund der Erfahrungen beim Hochwasser des Jahres 2013 die Entwicklung weiterer Stauräume geprüft  werden soll.

Ergänzend hierzu wird im schleswig-holsteinischen Elbabschnitt derzeit ein Sicherheitscheck für die verschiedenen Hochwasserschutz- und weiteren Anlagen vorgenommen. Grundlage hierfür ist ein hypothetischer Wasserstand, der sich eingestellt hätte, wenn beim Hochwasser im Sommer wirksam gewordenen Rückhaltungen, z. B. durch die gezielte Flutung der Havelpolder, nicht durchgeführt worden wären. Wir sind deshalb “mit einem blauen Auge” davon gekommen, weil anderswo die Hochwasserschutzanlagen nicht hielten und durch die Flutung der Havelpolder eine Entlastung für die unteren Elbeanlieger eintrat, so Robert Habeck.

PM: Landesregierung S-H

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top