Flexible Märkte sind Schlüssel zu effizienter Energiewende

Stromnetz / Foto: HB
Erneuerbare sind eine Herausforderung für die Stromsysteme in ganz Europa / Foto: HB

EPEX SPOT führt 2014 negative Preise auf Schweizer Day-Ahead ein

Wien/Paris – Erneuerbare sind eine Herausforderung für die Stromsysteme in ganz Europa.

(WK-intern) – Der Börsenrat der Europäischen Strombörse EPEX SPOT verfolgt das Thema seit Jahren und fordert kontinuierlich Anpassungen des Marktes.

Flexible Werkzeuge für kurzfristigen Stromhandel sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende und gleichzeitige Versorgungssicherheit. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass liquide Intraday-Märkte eines der besten Mittel zur Integration von Erneuerbaren sind. EPEX SPOT untersucht beständig Möglichkeiten, wie diese Märkte weiter optimiert werden und der Handel näher an den Lieferzeitpunkt gerückt werden können, um fluktuierende Stromquellen effizienter vermarkten zu können. Der Börsenrat wurde über den Fortschritt unterschiedlicher Erweiterungen seit der Sitzung im Frühjahr informiert:

  • Die heute gültigen 45 Minuten Vorlaufzeit könnten durch eine Feinjustierung der Intraday-Kette verkürzt werden. Ein Aspekt ist die Verkürzung der Vorlaufzeit für die Nominierung durch die European Commodity Clearing, das Clearinghaus der EPEX SPOT. Sie ist für die Nominierung von Transaktionen bei den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) notwendig, um die physische Lieferung von Strom abzusichern. Darüber hinaus könnten Verbesserungen bei einigen ÜNB – etwa mehr Nominierungen pro Stunde – und bei EPEX SPOT hinsichtlich der Datenübertragung die Vorlaufzeit verkürzen. Die Mitglieder des Börsenrats zeigten reges Interesse am Thema. EPEX SPOT und ECC werden 2014 diesbezüglich eng miteinander kooperieren.
  • Der deutsche Intraday-Markt könnte früher als heute, also vor 15 Uhr am Vortag, öffnen. Damit könnten Handelsteilnehmer direkt nach der Auktion ihre Positionen sowohl mit Stunden- also auch mittels 15-Minuten-Kontrakten ausgleichen. Diese Änderung könnte auch auf die anderen von EPEX SPOT betriebenen Märkte ausgedehnt werden, basierend auf den Vereinbarungen mit den jeweiligen ÜNB.

EPEX SPOT wird darüber hinaus im Februar 2014 negative Preise auf dem Schweizer Day-Ahead-Markt einführen. Der Start ist abhängig von ausstehenden Tests und Vorbereitungen seitens der Börsenmitglieder. Derzeit ist der Schweizer Day-Ahead das einzige Marktsegment der EPEX SPOT, welches nicht auf diesen verlässlichen Indikator für Überversorgung zurückgreift und bisher mit einem Minimalpreis von 0,00 €/MWh arbeitet. Negative Preise
POWER FOR TODAY. POWER FOR TOMORROW.
senden ein starkes Signal für flexible Produktion und Speicherkapazitäten. EPEX SPOT hat ein FAQ auf ihrer Website veröffentlicht, welches Bedeutung und Vorteile von negativen Preisen erläutert.
„Erneuerbare Energien sind zu einer tragenden Säule des Stromsystems geworden. Sie müssen nun vollständig in den freien Markt, um Verantwortung für das Preissignal zu übernehmen und zur Versorgungssicherheit beizutragen“, sagt Peter Heydecker, Vorsitzender des Börsenrats. Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandsvorsitzender der EPEX SPOT, ergänzt: „Die Märkte müssen noch flexibler werden, andernfalls werden sich fluktuierende Energiequellen weiterhin den Marktmechanismen entziehen. Eine wirkungsvolle, vollständige Integration der Erneuerbaren ist notwendig für eine kosteneffiziente Energiewende.“
Die vierte Sitzung des Börsenrats der EPEX SPOT im laufenden Jahr fand am 4. Dezember 2013 in Wien statt und wurde von Peter Heydecker, Head of Origination Gas & Power bei Vitol, geleitet.

Der Börsenrat der EPEX SPOT ist ein offizielles Börsenorgan. Die 16 Mitglieder und sieben permanenten Gäste bilden die Vielfalt der Wirtschaftskreise und Unternehmensprofile unter den Börsenmitgliedern angemessen ab: Sie umfassen Stromhandelsunternehmen, Übertragungsnetzbetreiber, Regionalversorger und Finanzdienstleister sowie gewerbliche Verbraucher und Vertreter der Wissenschaft. Die Aufgaben des Börsenrats umfassen insbesondere die Verabschiedung der Börsenordnung und des Verhaltenskodex von EPEX SPOT sowie dessen Änderung. Der Börsenrat gibt seine Zustimmung zu neuen Handelssystemen, Kontrakten und Marktgebieten. Überdies genehmigt er die Ernennung des Leiters der Handelsüberwachungsstelle. Der Börsenrat trifft sich vierteljährlich.
EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. EPEX SPOT ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und einer Niederlassung in Leipzig. Im laufenden Jahr wurden bis zum 30. November 314 TWh an den Strommärkten der EPEX SPOT gehandelt.

PM: EPEX SPOT

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