Transporte von radioaktiven Abfällen durch Schleswig-Holstein

KIEL – Transporte von radioaktiven Abfällen von Kernkraftwerk Krümmel nach dem Kernkraftwerk Brunsbüttel

In Schleswig-Holstein müssen in den kommenden Wochen radioaktive Abfälle transportiert werden.

Es handelt sich um getrocknete Filterkonzentrate aus dem Kernkraftwerk Krümmel, die in die Transportbereitstellungshalle II des Kernkraftwerks Brunsbüttel verbracht werden sollen.

(WK-intern) – Die Filterharze dienten im Reaktorbetrieb in Krümmel dazu, radioaktive Emissionen sehr gering zu halten. Die Abfälle sollen in 15 Gusscontainern transportiert werden. Das sind Spezialbehälter, die alle Anforderungen des strengen deutschen Strahlenschutzrechts erfüllen.

Grund für die Verlagerung nach Brunsbüttel sind die fehlenden Lagerkapazitäten in Krümmel. Hinzu kommt, dass das Endlager „Konrad“ für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung im niedersächsischen Salzgitter voraussichtlich erst zu Anfang des kommenden Jahrzehnts eröffnet werden kann. Der Betreiber der beiden Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel, Vattenfall, hatte bei der zuständigen schleswig-holsteinischen Atomaufsicht die Einlagerung der Filterharze in Brunsbüttel beantragt; die Atomaufsicht gab dem Antrag statt.

Hintergrund:

Bei der Planung der Inbetriebnahme von Schacht Konrad hat es immer wieder Verzögerungen gegeben. Da nicht an allen Kernkraftwerks-Standorten ausreichende Flächen für die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle eingeplant wurden, wurde es erforderlich, den Betreibern von Krümmel Lagerkapazitäten in der Transportbereitstellungshalle II in Brunsbüttel einzuräumen.

Im Hinblick auf die Endlagerung unterscheidet man in Deutschland zwischen wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen und solchen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

  • Zu den wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen gehören vor allem die abgebrannten Brennelemente sowie hochradioaktive flüssige Abfälle (Spaltproduktlösungen) aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente, die aufkonzentriert und in Glas eingeschmolzen werden (Glaskokillen).

Andere radioaktive Rohabfälle, wie Putzlappen, ausgediente Werkzeuge und Anlagenteile, verbrauchte Filter oder Rückstände aus der Abwasserbehandlung, zählen zu den Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Dazu gehören auch die nun zu transportierenden Filterharze.

PM: Pressestelle@melur.landsh.de

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