Deutschland muss beim Klimaschutz ehrgeiziger vorangehen

Obere Treenelandschaft / Foto HB
Moor / Foto HB

Umweltminister Robert Habeck eröffnet Ausstellung über das Moor als Klimaschützer

KIEL. Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck hat den Bund zu einer ehrgeizigeren Klimapolitik aufgefordert.

(WK-intern) – „Die Klimakonferenz in Warschau hat uns wieder vor Augen geführt, dass der Klimawandel Realität ist. Ärmere Länder in anderen Teilen der Welt spüren ihn schon jetzt, und in Europa werden wir die Folgen in den kommenden Jahrzehnten ebenfalls sehen. Steigende Meeresspiegel, häufigere Hochwasser,  zunehmende Extremwetter – damit muss auch Schleswig-Holstein rechnen. Deutschland und die EU sind aufgefordert, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz wahrzunehmen. Dazu gehören ein EU-Ziel von mindestens 55 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 und eine Stärkung des Emissionshandels“, sagte Habeck heute (26. November 2013) anlässlich einer Ausstellungseröffnung über die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Moore im Umweltministerium.

„Der Schutz von intakten Mooren ist essentiell für den Klimaschutz“, sagte Habeck. So speichern intakte Moore große Mengen an Kohlenstoff, werden sie aber entwässert, werden Klimagase freigesetzt. In Schleswig-Holstein sind von den 145.000 Hektar Moor etwa 130.000 Hektar entwässert; sie emittieren rd. 2,3 Millionen Tonnen CO2e pro Jahr (rund neun Prozent an den Gesamtemissionen in Schleswig-Holstein). Durch Wiedervernässung könnten je nach Entwässerungsgrad zwischen 8 und 25 Tonnen CO2e pro Hektar und Jahr vermieden werden.

Moore sind zudem Lebensraum für seltene und hochspezialisierte Pflanzen und Tiere. Sie stabilisieren als intakte Moore den Landschaftswasserhaushalt, wirken bei Extremregenereignissen regulierend auf die Abflussbildung und können – je nach Lage im Einzugsgebiet – einen Beitrag zum vorsorgenden Hochwasserschutz leisten. Sie haben großes Potenzial, Nährstoffe und Schadstoffe zurückzuhalten und helfen damit auch, die Frachten in die Meere zu verringern. Das Land hat 2008 ein Moorschutzprogramm aufgelegt. In diesem Jahr stehen dafür Mittel in Höhe von 3 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Vielfalt der Schleswig-Holsteinischen Moore steht gleich in zwei Ausstellungen im Umweltministerium im Mittelpunkt. Im zehnten Stock rund um das Ministerbüro werden auf großformatigen Fotos 360° Panoramabilder des Dosenmoores bei Neumünster gezeigt, die in einem gemeinsamen Projekt der Fachhochschule Kiel und des Landesnaturschutzbeauftragten entstanden sind. Robert Habeck: „Die Fotos zeigen die Schönheit dieser urtümlichen Naturlandschaften auf besondere Weise – ein Schatz, den es zu erhalten gilt!“

Im Foyer des MELUR präsentiert das Landesamt für  Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eine Ausstellung über die vielfältigen Funktionen des Klimaschützers Moor. Diese Ausstellung ist bis zum 20. Dezember 2013 im Foyer des MELUR täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr zu besichtigen. Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis mit.

PM: Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck

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