Windbranchentage in Erfurt: Chancen der Energiewende nutzen

Windrad / Foto: HB
Onshore-Windrad / Foto: HB

Obwohl die Windenergie an Land (Onshore) über 40% des regenerativ erzeugten Stroms beisteuert, nimmt die Vergütung von Windstrom an der Gesamt-EEG-Umlage (2014 6,24 ct je kWh) mit 0,25ct je kWh einen verschwindend geringen Anteil ein.

Im Rahmen der 2. Mitteldeutschen Windbranchentage in Erfurt zeigt das Thüringer Unternehmen BOREAS Energie GmbH die vielen positiven Effekte der Energiewende auf und wirbt für eine weitere Unterstützung durch die Politik.

(WK-intern) – In 2 Fachbeiträgen erörtert BOREAS, welche Chancen und Möglichkeiten durch die Energiewende für Kommunen und für die mitteldeutschen Bundesländer bestehen.

„Die Energiewende bringt viele positive Effekte, insbesondere für ländliche und strukturschwache Regionen. Jedoch wird sie in der momentanen Diskussion verantwortlich gemacht für den stetig steigenden Strompreis. Durch das hohe Angebot von grünem Strom am Markt, derzeit rund 25%, sind die Strompreise an der Börse in den letzten 5 Jahren von 6,6 auf nur noch 3,7 cent pro Kilowattstunde gesunken. Diese günstigen Börsenpreise wurden bisher an die Endkunden nicht weitergegeben, hier ist die Politik gefordert!“, kritisiert Uwe Berg, Geschäftsführer von BOREAS, die aktuell sehr einseitig geführte Berichterstattung.

Obwohl die Windenergie an Land (Onshore) über 40% des regenerativ erzeugten Stroms beisteuert, nimmt die Vergütung von Windstrom an der Gesamt-EEG-Umlage (2014 6,24 ct je kWh) mit 0,25ct je kWh einen verschwindend geringen Anteil ein.

Eine Fokussierung auf den Ausbau von Onshore-Windenergie würde somit zu einer mittelfristigen Preisstabilisierung für den Endverbraucher bei unter 30ct je kWh führen und Deutschland gleichzeitig unabhängiger von teuren Energierohstoff-Importen machen.

Daneben wirkt die Windenergie wie ein Konjunkturprogramm für ländliche Regionen, ohne dass Steuer- oder Fördermittel eingesetzt werden müssen. In einem von BOREAS entwickelten Szenario ist es Thüringen möglich, bis 2035 seinen Strombedarf vollständig aus regenerativen Quellen zu decken. Dafür sind eine Ausweitung der Windvorrangflächen von 0,3% auf 1,6% der Landesfläche sowie ein jährlicher Zubau von 80 Windenergieanlagen notwendig. Dies würde für den Freistaat über 300 Millionen Euro an zusätzlichen jährlichen privatwirtschaftlichen Investitionen sowie über 2.000 neue Arbeitsplätze bedeuten. Insbesondere ländliche Kommunen könnten sich gleichzeitig übersteigende Gewerbesteuereinnahmen von in Summe über 40 Millionen Euro pro Jahr und eine erhebliche zusätzliche regionale Wertschöpfung freuen. Eine Konzentration auf regional, in der Nähe der Verbraucher erzeugten Windstrom minimiert außerdem den erforderlichen Netzausbau.

Auch die Bürgerinnen und Bürger können von der Energiewende profitieren: „BOREAS will den preissenkenden Effekt erneuerbarer Energiequellen auf Großhandelsebene an die Verbraucher weiterreichen“, erklärt Berg. „Aus diesem Grund bieten wir den Anwohnern von BOREAS-Windparks in Thüringen ab 2014 an, 100% Naturstrom zu preiswerten Konditionen zu beziehen, die ca. 10% unter denen von konventionellen Angeboten liegen sollen.“

Weiterhin wurde von BOREAS im Sommer die Energiegenossenschaft Thüringen initiiert, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bietet, sich ab einem Genossenschaftsanteil in Höhe von 500 Euro an regionalen Energieprojekten zu beteiligen. Dabei stehen laut Uwe Berg die ersten Projekte, an denen sich die Energiegenossenschaft beteiligt, bereits fest: „Die Genossenschaft übernimmt eine Photovoltaik-Anlage in Wangenheim. Außerdem wird sie sich an einer der gerade in Bau befindlichen Windenergieanlagen im Landkreis Gotha beteiligen.“ Damit können die Bürgerinnen und Bürger somit bereits mit kleinen Summen in regionale, saubere Energieprojekte investieren und von den erzielten Erlösen direkt profitieren.

Um auch in Zukunft den weiteren Ausbau der Windenergie in der Region sicherzustellen und die Umstellung auf eine hundertprozentige Energieversorgung aus regenerativen Energien realisieren zu können, ist die Landesregierung aufgefordert, sich für den Erhalt des Energie Einspeisegesetzes EEG stark zu machen und den Wünschen vieler Kommunen nachzukommen, weitere Windvorrangflächen auszuweisen sowie die Regionalpläne fortzuschreiben. „Es fehlen hier seitens der Landesregierung klare Zeit- und Zielvorgaben. Die aktuelle politische Diskussion sollte sich angesichts des drastisch voranschreitenden Klimawandels mehr auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie an Land, fokussieren“, so Uwe Berg weiter.

Über BOREAS:
BOREAS ist ein moderner Kraftwerksbetreiber und Energiedienstleister im Bereich der erneuerbaren Energien und greift auf über 22 Jahre Windkrafterfahrung zurück. Zum umfassenden Leistungsspektrum gehören die Planung, die Finanzierung, die schlüsselfertige Errichtung und der Betrieb von
Windkraft- und Photovoltaikanlagen, deren technische und kaufmännische Betriebsführung sowie auch deren Vertrieb.

BOREAS führt den Betrieb für einen Kraftwerkspark mit einer installierten Leistung von derzeit rund 550 Megawatt. Diese Windenergie- und Photovoltaikanlagen erzeugen pro Jahr mehr als 1,2 Milliarden Kilowattstunden, ausreichend für die private Stromversorgung von über einer Million Menschen in Deutschland.

Perspektivisch beschäftigt sich BOREAS mit der Speicherung von erneuerbaren Energien und möchte Endverbrauchern den regenerativ erzeugten Strom preisgünstig und stabil direkt anbieten.

PM: Messe Erfurt GmbH

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