Ohne Windenergie geht es nicht

Pressebild: IG Windkraft / © Max Bögl
Pressebild: IG Windkraft / © Max Bögl

Wien – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „windrichtungen“ der IG Windkraft forderte die deutsche Ökonomin Univ.-Prof. Dr. Claudia Kemfert heute den forcierten Ausbau erneuerbarer Energien und die Notwendigkeit von stabilen Rahmenbedingungen: „Die Energiewende müssen wir schaffen“

Drei Kernthemen des Energiewandels

(WK-intern) – „Die Energiewende ist natürlich eine Herausforderung. Aber die Antwort auf die Grundfrage: ‚Ökostrom – ja oder nein?’ ist im Grunde unglaublich einfach“, erklärt Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Energieabteilung am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Drei wesentliche Elemente sieht sie als ausschlaggebend für diese Antwort:

  • Fossile Energieträger sind endlich – Knappheit steigert den Preis
  • Die Nutzung von Öl, Kohle und Gas heizt den Klimawandel an und verursacht Umweltschäden. Dies zu enorm hohen Kosten
  • Erneuerbare Energien lösen beide Probleme und stabilisieren den Strompreisanstieg

Die Verhinderer der Energiewende

„Im Moment gibt es in ganz Europa die alten Geschäftsmodelle, die mit fossiler und atomarer Energie arbeiten und die neuen, die auf erneuerbare Energien setzen. Die veralteten fossilen Modelle setzen auf Strategien, die erneuerbaren Energien entgegenlaufen weil sie die Entwicklung verschlafen haben. Das ist ein Systemkonflikt der korrigiert werden muss. Denn werden heute die falschen Kraftwerke gebaut sind das Kapazitäten, die die nächsten 50, 60 Jahre dem Markt fehlerhafte Signale geben. Unternehmen die die Entwicklung verschlafen haben streben aber im Moment genau das an und konterkarieren mit Milliardeninvestitionen die Energiewende. Ihr Argument ist es dann, erneuerbare Energien seien noch nicht ausgereift und riskant“, so Kemfert.

Die Energiewende muss beschleunigt werden

Die Energiewende ist ein schwieriges Vorhaben. Alte fossile oder nukleare Kraftwerke müssen durch Erneuerbare ersetzt werden. Zusätzlich bedeutet dies eine Neugestaltung der gesamten Energiebrache. „Denn die Herausforderungen liegen nicht allein in der Umstellung auf erneuerbare Energiequellen, sondern auch in einer damit einhergehenden Neustrukturierung des Energiemarkts“, erklärt Kemfert und setzt fort: „Die Umstrukturierung des Energiesystems muss offensiv weiterverfolgt werden. Fördersystembrüche oder unbedachte politische Manöver schädigen auch die ökonomischen Chancen der Energiewende.“

Auch der Abbau fossil-atomarer Förderungen ist ein wesentliches Element . Laut Abschätzungen der europäischen Kommission werden die Fossil- und Atomkraftwerke mindestens dreimal so hoch subventioniert, wie erneuerbare Energien über Förderungen erhalten. In Deutschland streben die alten Energiekonzerne beispielsweise die Aufhebung der Brennelementsteuer für AKW an. „Ein Kampf um Strom tobt, und es ist zu befürchten, dass dieser dem begonnenen Prozess des Energieumbaus schadet. ‚Energiewende’ und ‚Energiepolitik’ sind nicht dasselbe. Die Energiepolitik kann man kritisieren, die Energiewende müssen wir schaffen“, fordert Kemfert abschließend.

Zur Person:

Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet seit April 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Sie ist Wirtschaftsexpertin auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz. Claudia Kemfert war Beraterin von EU Kommissionspräsident Barroso und ist in Beiräten verschiedener Forschungsinstitutionen sowie Bundes- und Landesministerien tätig. Sie ist eine mehrfach ausgezeichnete Spitzenforscherin und gefragte Expertin für Politik und Medien. Zuletzt erhielt sie die Urania Medaille und den B.A.U.M Umweltpreis in der Kategorie Wissenschaft. 2013 erschien ihr Buch „Kampf um Strom“, in dem sie die Mythen in der energiepolitischen Debatte beschreibt. Im Jahre 2012 wurde sie von Norbert Röttgen (CDU) in sein Schattenkabinett als Energieministerin in Nordrhein-Westfalen und 2013 von Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) als Energiebeauftragte in Hessen berufen.

PM: IG Windkraft

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