Altmaier will Windkraftausbau im Süden Deutschlands stoppen

Windkraftanlagen-Zubau im 1. Halbjahr 2013 / Foto: HB
Windkraftanlagen in Süddeutschland, da wo der Strom gebraucht wird / Foto: HB

Kommt die kostengünstigste erneuerbare Energie in den Koalitionsverhandlungen unter die Räder?

BWE-Bayern fordert Festhalten an einem Ausbau der Windenergie in ganz Deutschland

(WK-intern) – Der Ausbau einer klimafreundlichen Energieversorgung auf Basis der erneuerbaren Energien gerät in den Koalitionsverhandlungen immer mehr unter Druck.

Das bekommt insbesondere die Windenergie an Land zu spüren. Ginge es nach Umweltminister Peter Altmaier (CDU), dann würde der Süden Deutschlands in Zukunft ganz von einer EEG-Förderung für die Windkraft und auch von deren weiteren technologischen Entwicklung abgeschnitten. Altmaier will nur noch „gute Standorte“ finanziell fördern und verlegt diese per Definition einfach nach Norddeutschland.

„Damit droht die kostengünstigste erneuerbare Energie in vielen Bundesländern abgewürgt zu werden. Ziel müsste aber im Gegenteil ein Windenergieausbau in ganz Deutschland sein, um eine dezentrale, also möglichst verbrauchsnahe und ohne neue Netze auskommende Stromversorgung zu garantieren“, kommentierte der BWE-Landesvorsitzende Günter Beermann den aktuellen Zwischenstand der Koalitionsverhandlungen in Sachen Energie.

Der BWE-Bayern hat vor diesem Hintergrund 450 in Bayern schon bestehende Anlagen auf den von Altmaier ins Spiel gebrachten Schwellenwert von 80 Prozent Referenzertrag untersucht. Die Folgen wären ein dramatischer Einschnitt: Weit weniger als 10 Prozent der heute bestehenden Windkraftanlagen hätten unter solchen Bedingungen errichtet werden können. Und selbst bei 70 Prozent Referenzertrag wäre schon etwa die Hälfte der Anlagen nicht gebaut worden.

Die Berechnungen des BWE-Bayern zeigen aber auch, dass der Referenzertrag mit größer werdenden Anlagen zunimmt. Die schlechteren Standorte werden dann weniger. „Genau diesen Weg – höhere Anlagen mit größeren Rotoren – verbaut die CSU aber mit ihrer sogenannten 10-H-Abstandsforderung“, kritisierte Beermann.

Am Ende wäre durch beide Maßnahmen ein wesentliches Standbein der Energiewende in Bayern bedroht, ebenso die entsprechenden Arbeitsplätze und die vielbeschworene Bürgerbeteiligung. „Regionale Wertschöpfung aus Windkraft würde dann nur noch in den nördlichen Bundesländern stattfinden“, mahnte der BWE-Landesvorsitzende, „Bayern wäre außen vor“.

PM: BWE-Bayern / Bundesverband WindEnergie e.V.

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