BMU-Förderprogramm – Energetische Biomassenutzung – feiert 5-jähriges Jubiläum

Die Förderung von Projekten zur praxistauglichen Weiterentwicklung wettbewerbsfähiger Technologien im Fokus des BMU-Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“: Technikumsanlagen der TU München / Foto-Quelle: DBFZ
Die Förderung von Projekten zur praxistauglichen Weiterentwicklung wettbewerbsfähiger Technologien im Fokus des BMU-Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“: Technikumsanlagen der TU München / Foto-Quelle: DBFZ

Effizienz und Nachhaltigkeit in der Bioenergie

BMU-Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“ feiert in Leipzig 5-jähriges Jubiläum und stellt neue Ergebnisse der Bioenergieforschung vor

(WK-intern) – Ohne die Bioenergie kann eine Transformation des Energiesystems von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern kaum gelingen – bietet sie doch flexible, dezentrale und effiziente Lösungen zur Bereitstellung von Wärme, Strom und Kraftstoffen.

Hierfür müssen Technologieentwicklung und innovative Konzepte Hand in Hand gehen. Um den Marktausbau der Bioenergie nachhaltig zu gestalten und die gesellschaftliche Akzeptanz zu sichern, muss sie effizienter werden. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) seit fünf Jahren (mit insgesamt 41,6 Millionen Euro) Forschungs- und Entwicklungsprojekte für eine nachhaltige und effiziente Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse, hier vor allem aus biogenen Rest- und Abfallstoffen. Nun zog das BMU-Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“ Bilanz und stellte am 14. November 2013 in Leipzig effiziente und nachhaltige Lösungen im Bereich der Bioenergie vor.

Der Generalsekretär des Sachverständigenrates für Umweltfragen Dr. Christian Hey betonte in seinem Impulsvortrag, dass er den Ausbau der Bioenergie nicht in der Erhöhung der Anlagenzahl sieht, sondern „Klasse statt Masse“ gefordert ist. Hey plädiert für einen klugen Einsatz von Biomasse, der nur gelingen kann, wenn angepasste und erprobte Technologien auf dem Markt sind. Diese Technologienentwicklung hat sich das Förderprogramm auf die Fahnen geschrieben und gibt auf seiner Jahreskonferenz Einblick in bereits abgeschlossene und noch laufende Forschungs- und Erprobungsvorhaben. Fokussiert auf die Nutzung von Reststoffen unter Anwendung ökonomisch und ökologisch sinnvoller Verfahren thematisierten die Vorträge sowohl die Emissionsminderung in Kleinfeuerungsanlagen als auch die Flexibilisierung und Verfahrensoptimierungen in Biogasanlagen. Darüber hinaus befassten sich die Wissenschaftler und Anwender mit den Fortschritten bei Verbrennungs- und Vergasungstechnologien sowie mit den Herausforderungen der flexiblen Bioenergie-bereitstellung. Unter der Fragestellung „Bioenergie aus Reststoffen – Verheißung oder Schuss in den Ofen?“ wurde auf einer Podiumsdiskussion erörtert, ob Reststoffe aus dem häuslichen, gewerblichen und industriellen Bereich, kommunaler Grünschnitt, Naturschutz- und Landschaftspflegematerialien aufgrund ihrer ökologischen Vorteile und ihres Wertschöpfungspotenzials die Lösung für eine nachhaltige Bioenergienutzung sein könnten. Dr. Bernhard Dreher vom Bundesumweltministerium erklärte hierzu: „Als Erfolg einer jahrzehntelangen Kreislaufwirtschaftspolitik, die auf Abfallvermeidung und Abfallverwertung setzt, sind die noch ungenutzten Potenziale für die energetische Nutzung begrenzt. Es liegt auf der Hand, dass es insbesondere die schwieriger zu verwertenden Stoffe sind, die bisher ungenutzt geblieben sind. Aber es lohnt sich, diese Potenziale zu erschließen. Damit dies umweltverträglich und kostengünstig geschehen kann, ist noch einiges an Forschung und Entwicklung zu leisten.“

Side-Events:
Am Vortag der Statuskonferenz fanden bereits zwei weitere Veranstaltungen des Förderprogramms statt: Das Forscherkonsortium des Vorhabens „Meilensteine 2030“ präsentierte und diskutierte im Rahmen des Workshops „Bioenergie 2050 – Rohstoffe, Technologien, Nachhaltigkeit“ mit ca. 40 Teilnehmern aus Forschung, Praxis und Politik erste Projektergebnisse, methodische Herangehensweisen und strategische Herausforderungen ihrer Arbeit. Daneben stellte das Projekt „VESBA“ während einer Exkursion zum KSI Meinsberg in Waldheim eine mobile Versuchsanlage zur Ertragssteigerung und Prozessoptimierung von Biogasanlagen vor.

Das Förderprogramm
Im Juni 2008 startete das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit insgesamt 48 Millionen Euro unterstützte Förderprogramm zur Optimierung der energetischen Nutzung von Biomasse. Nach fünfjähriger Laufzeit werden 90 Projekte bzw. 225 Einzelprojekte mit rund 41.6 Millionen Euro gefördert. Im Fokus der Förderung stehen insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur praxistauglichen Weiterentwicklung wettbewerbsfähiger Technologien, systemflexibler Anlagenkonzepte und Produkte für eine nachhaltige und effiziente Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse, hier vor allem aus biogenen Rest- und Abfallstoffen. Jährlich findet eine große Statuskonferenz der Fördernehmer statt, auf der die Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Das DBFZ ist für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination desselben hat das BMU den Projektträger Jülich (PtJ) beauftragt. Stichtag für die Einreichung neuer Projektskizzen beim PtJ ist der 22. November 2013.

PM: Bianca Stur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Biomasseforschungszentrum

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