Bedarf an Fachkräften rund um die Elektromobilität steigt

Zusatzausbildung Elektromobilität – Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen steigt der Bedarf an Fachkräften rund um die Elektromobilität stark an

Leipzig – Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes von BMW Group, Stadtwerke Leipzig, ITW Schindler und TÜV Süd im bayerisch-sächsischen Schaufenster ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET nutzen nun 20 Auszubildende die Chance, sich fürs Berufsleben fit zu machen.

Die angehenden Kaufleute, Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik belegen freiwillige Zusatzkurse und können im Herbst 2014 eine Prüfung vor der IHK bzw. an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie ablegen.

Mit Trommelwirbel wurden die Auszubildenden heute in der alten Schaltwarte der Stadtwerke Leipzig begrüßt: Die Jugendlichen der Tanz- und Kunstakademie und die Trommler des Sächsischen Landesgymnasiums Sankt Afra zu Meißen, beides Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs „Energietalent“, setzten die Schaltwarte unter Strom.

Anschließend durften die Gäste der heutigen Auftaktveranstaltung bei der ersten Unterrichtsstunde dabei sein und bekamen einen Vorgeschmack darauf, was die Auszubildenden in den nächsten Monaten erwartet. „Das Thema Elektromobilität wird mit zunehmender Marktdurchdringung in den kommenden Jahren immer größere Kreise ziehen und mehr und mehr Menschen in den unterschiedlichsten Berufsfeldern werden damit in Berührung kommen“, so Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Sven Morlok. „Eine solche Zusatzqualifikation bietet den Auszubildenden gute Voraussetzungen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt.“

Voll unter Strom steht wenige Tage vor Verkaufsstart des BMW i3 das BMW Werk Leipzig: Allein hier sind bereits 800 zusätzliche Arbeitskräfte für die Produktion der BMW i Elektrofahrzeuge eingestellt worden. Mit dieser Qualifizierungsoffensive möchte der Leiter der Ausbildung KFZ-Technik, Mechatronik und IT am Standort München, Helmut Kroneder, den Nachwuchs sichern. Eine Schwierigkeit für seine Arbeit: Die Ausbildungsinhalte der bundesweit einheitlich geregelten Berufsausbildung zum Kfz-Mechatroniker werden derzeit erst überarbeitet und um das Thema Elektromobilität ergänzt. Die ersten fertigen Kfz-Mechatroniker, die sich mit E-Fahrzeugen auskennen, werden deshalb nicht vor 2017 auf den Arbeitsmarkt kommen. Solange möchte Helmut Kroneder nicht warten: „Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik bringen schon wesentliche Kenntnisse im Bereich der Hochvolttechnik mit. Mit den Zusatzmodulen lernen sie mit den fahrzeugtechnischen Besonderheiten umzugehen und können damit schon ab dem kommenden Jahr in der Produktion und im Service von Elektrofahrzeugen eingesetzt werden.“

Die Stadtwerke Leipzig und ihre Tochter Netz Leipzig setzen ebenfalls voll auf Elektromobilität: Mit einer großen Flotte von E-Fahrzeugen sind die Mitarbeiter inzwischen schon zu vielen Terminen elektrisch unterwegs. Um Leipzig zur Elektromobilitäts-Metropole zu machen, haben die Stadtwerke Leipzig in der Stadt und darüber hinaus zahlreiche Ladesäulen installiert. Raimund Otto, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig: „Wir sind gemeinsam mit unseren Partnern auf einem guten Weg, die Stadt Leipzig in punkto urbane Mobilität, Mobilitäts- und Ladekonzepte weiter als Vorreiter für dieses Zukunftsthema zu positionieren.“ Spezielles Know-How in Sachen Elektromobilität ist deshalb auch beim Energieversorger höchst gefragt. Die Stadtwerke Leipzig nehmen im Rahmen des Projekts die kaufmännische Ausbildung ins Visier: „Kaufmann/frau für Elektromobilität” dürfen sich die Auszubildenden nach erfolgreich abgelegter Prüfung an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) nennen.

Die Vermittlung dieser Inhalte übernehmen ITW-Schindler und die TÜV Süd Akademie. ITW-Schindler hat sich auf die Weiterbildung im Bereich der Elektromobilität spezialisiert. Die Ausbildungsinhalte zur Fahrzeugtechnik werden in enger Zusammenarbeit mit BMW erarbeitet.

„Der Einzug der Elektromobilität bietet enorme Chancen für die Teilnehmer als Vorreiter in einer der innovativsten Industrien der Welt. Mit dieser Qualifikation bieten sich vielversprechende Karrierewege in der globalen Automobilbranche und wir freuen uns, die Teilnehmer auf Ihrem Weg zu begleiten“, sagte Roland Wölzlein von der ITW Schindler GmbH.

TÜV SÜD beschäftigt sich intensiv mit allen Sicherheitsaspekten rund um die Elektromobilität. Julian Zwick, stellvertretender Leiter Elektromobilität des TÜV SÜD, betont, dass der Technologiewechsel von den Fachkräften, die mit den Fahrzeugsystemen, aber auch mit der zugehörigen Infrastruktur beruflich zu tun haben, neue Qualifikationen erfordert. „Wir bringen z.B. Auszubildenden die grundlegenden  technischen Zusammenhänge bei Elektrofahrzeugen bei. Dabei lernen sie mit als erstes, wie sie bei ihrer Arbeit potentielle Risiken bei der Tätigkeit an solchen Fahrzeugen vermeiden können.“

Christian Micksch, Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH, die als Projektleitstelle das Schaufenster Bayern-Sachsen ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET betreut, hat die rasante Entwicklung der Elektromobilität in den letzten Jahren eng begleitet. „Volle Dynamik wird das Thema Elektromobilität aber erst entfalten, wenn wir es ganzheitlich angehen“, davon ist er überzeugt. „Deshalb erarbeiten wir im Schaufenster Bayern-Sachsen nicht nur Ansätze, wie Elektrofahrzeug, Verkehrssystem und Energiesystem besser verknüpft werden können, sondern gestalten Ausbildungsprogramme in enger Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen. In den knapp 40 Projekten im Schaufenster Bayern-Sachsen finden Sie über 100 Partner, die Ihnen in allen Bereichen der Elektromobilität weiterhelfen können.“

Wir wünschen den Auszubildenden viel Spaß und Erfolg bei ihrer Zusatzqualifikation im Bereich Elektromobilität!

Das Projekt „Erarbeitung eines Qualifizierungsprozesses aufgrund gestiegener Anforderungen im Rahmen von Elektromobilität für neu zu qualifizierende Fachkräfte“ ist eines von insgesamt rund 40 Projekten im bayerisch-sächsischen Schaufenster ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET und wird mit rund 317.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert. Die Bayern Innovativ GmbH und die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH übernehmen gemeinsam als Projektleitstelle die Koordination des Schaufensters.

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. € bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

PM: BMW Group / SAENA gmbh

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