Gemeinde versorgt sich vollständig mit sauberer Energie

Biogasanlage / Foto: HB
Biogasanlage / Foto: HB

Einzigartiges Konzept der Selbstversorgung: juwi baut Energiepark in Rheinland-Pfalz

  • Erste Einspeiseanlage ohne CO2-Ausstoß
  • Regionale Beteiligung und alternative Substratzusammensetzung
  • Gemeinde versorgt sich vollständig mit sauberer Energie

(WK-intern) – Die Mischung macht’s – auch bei der Komplettversorgung aus erneuerbaren Energien. Das beweist einmal mehr der Wörrstädter Projektentwickler juwi mit einem flexiblen Selbstversorgungskonzept für die Gemeinde Göllheim.

Auf einem gerade mal 3,85 Hektar großen Gelände werden neben der Biogaserzeugung aus in der Region angebauten Substrat-Pflanzen auch Sonnenstrom und Windkraft genutzt. „Durch den Mix dieser nachhaltigen Energieerzeugungsformen entsteht ein klimaschonendes Vorzeigeprojekt, das in Deutschland bisher einzigartig ist“, sagt Aleksey Atanasov, zuständiger Projektmanager bei juwi. Der Bau der Biogasanlage (BGA) wurde nun nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt. Im Frühjahr 2014 wird juwi mit den Bauarbeiten beginnen. Auch Ortsbürgermeister Dieter Hartmüller ist zuversichtlich: „Mit der BImSch-Genehmigung sind wir einen guten Schritt weiter.“ Aktuell beschäftigt sich Atanasovs Team bei juwi mit Möglichkeiten der regionalen Beteiligung und der Zusammenstellung des Pflanzensubstrats, mit dem die Anlage gefüttert werden soll.

„juwi betreibt Energieprojekte für die Menschen und mit den Menschen, die den Strom brauchen. Deshalb wollen wir ein Beteiligungsmodell für die Region schaffen“, erklärt Atanasov. Neben der Beteiligung ist auch die regionale Wertschöpfung ein wichtiger finanzieller Faktor der Anlage. Durch den Bau und Betrieb in Kooperation mit Firmen und Landwirten aus dem Raum Göllheim entsteht in der Region eine jährliche Wertschöpfung allein durch den Substrateinkauf von rund 1,4 Millionen Euro.

Ein weiterer wichtiger Planungspunkt, vor allem für die Landwirte und Anwohner, ist die Substratzusammenstellung für die Anlage. Atanasov erklärt, dass nur etwa die Hälfte der Pflanzenmenge, die zu Gas vergoren wird, aus Mais besteht. Der Rest setzt sich aus Rüben, Blühpflanzen und einer Art „Energiegras“ zusammen. Das Gas wiederum wird nicht wie sonst üblich in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt, sondern von seinem CO2-Anteil befreit und als reines Methan in das lokale Erdgasnetz eingespeist.

Bei dieser Reinigung erhöhen Projektmanager Aleksey Atanasov und sein Team sogar noch die Wertschöpfung: „Wir trennen Methan und CO2 mit einem Membran-Cryogen-Verfahren“, erklärt Atanasov. „So erhalten wir beide Gase in höchster Reinheit“. Und das ist gut für die Umwelt und fürs Geschäft. Das abgetrennte CO2 wird nicht mehr einfach in die Luft geblasen sondern kann als Rohstoff weiterverwendet werden.
Der gesamte Energiepark Göllheim wird aus dem Herzstück, der Biogasanlage, einer Solaranlage und einem eigenen Windrad bestehen. Während die Solaranlage direkt auf dem Dach der BGA-eigenen Gebäude installiert wird, steht die 2,3 Megawatt starke Windenergieanlage wenige hundert Meter entfernt und ist über eigene Stromkabel direkt mit der Anlage verbunden. Der Windstrom deckt den kompletten Eigenstrombedarf der BGA. Der Überschuss wird ins örtliche Stromnetz eingespeist. „Dadurch versorgt sich unsere Gemeinde künftig selbst mit Energie, sowohl mit Strom als auch mit Biogas“, so Hartmüller.

Zur juwi-Gruppe
juwi zählt zu den weltweit führenden Spezialisten für erneuerbare Energien mit starker regionaler Präsenz und bietet Projektentwicklung sowie Produkte und Dienstleistungen rund um die Energiewende an. Unser Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energien. Unser Antrieb: Mit Leidenschaft erneuerbare Energien wirtschaftlich und zuverlässig gemeinsam durchsetzen. juwi ist der kompetente Partner für eine nachhaltige Energieversorgung mit regionalen Schwerpunkten.
Gegründet wurde juwi 1996 von Fred Jung und Matthias Willenbacher in Rheinland-Pfalz. Heute beschäftigt das weltweit tätige Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter in über 15 Ländern und erzielte im Jahr 2012 einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro. Zu den Geschäftsfeldern der juwi-Gruppe zählen vor allem Projekte mit Solar-, Wind- und Bioenergie, aber auch Lösungen für die Direkt- und Eigenversorgung mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. juwi entwickelt zudem Komponenten, um Strom aus erneuerbaren Energien günstiger zu machen. Speichertechnologien (z.B. juwi Home Power, der intelligente Batteriespeicher für Solaranlagen) und Holzbrennstoffe runden das Portfolio ab.
Bislang hat juwi im Windbereich rund 730 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von etwa 1.500 Megawatt an über 100 Standorten realisiert; im Solarsegment sind es mehr als 1.500 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.350 Megawatt. Diese Energieanlagen erzeugen zusammen pro Jahr rund fünf Milliarden Kilowattstunden Strom; das entspricht in Deutschland dem Jahresbedarf von etwa 1,4 Millionen Haushalten. Im Bioenergie-Bereich kann juwi zahlreiche Referenzen für Holzpellets-Produktionsanlagen, Biogasanlagen und Nahwärmenetze mit Contracting-Lösungen aufweisen. Für die Realisierung der Energieprojekte hat juwi insgesamt in den vergangenen 17 Jahren ein Investitionsvolumen von mehr als 5,5 Milliarden Euro initiiert.
juwi verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Griechenland, Polen, Bulgarien, Großbritannien, Dubai, Indien, Singapur, Thailand, Südafrika, Chile, den USA und Costa Rica. In Deutschland hat juwi Regionalbüros in nahezu allen Bundesländern.

PM: juwi-Gruppe

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