Forschungsstandort für Windenergie geht in Eggebek an den Start

Der Aufbau der Anlage erfolgte im November 2013; Foto: Denker + Wulf AG
Der Aufbau der Anlage erfolgte im November 2013; Foto: Denker + Wulf AG

(WK-intern) – Eröffnung der Forschungsanlage Windenergie Im Norden des ehemaligen Militärflugplatzes des Marinefliegergeschwaders 2 in Eggebek geht jetzt ein Forschungsstandort für die Windenergie an den Start.

Das von der Denker & Wulf AG initiierte und in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Flensburg und der REpower Systems AG umgesetzte Kooperationsprojekt wurde im November 2013 eingeweiht.

Errichtet wurde die Anlage von der Denker & Wulf AG aus Sehestedt, die diese auch betreiben wird.

Projektleiter Matthias Vogel: „Wir sind stolz darauf, dass nach der langen mehrjährigen Planungsphase jetzt in Kürze konkrete Forschungsarbeiten am Standort starten können.“ Aufgrund kommunalpolitischer Vorgaben fiel die Wahl auf eine Anlage vom Typ REpower Systems MM92, welche eine Nabenhöhe von 100 Meter, einen Rotordurchmesser von 92,5 Meter und eine Nennleistung von 2.050 kW aufweist.

Zwischen der REpower Systems AG, der Denker & Wulf AG und der Fachhochschule Flensburg wurde eine Kooperationsrahmenvereinbarung geschlossen, die eine Reihe von hochschul- und herstellerspezifischen Test- und Forschungsprojekten am Standort ermöglicht. Darüber hinaus beteiligt die Denker & Wulf AG die Fachhochschule Flensburg an den durch die Windenergieanlage generierten Erträgen. Vorstandsvorsitzender Torsten Levsen: „Es freut uns sehr, mit der erfolgten Inbetriebnahme gleich in zweifacher Hinsicht einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Forschung und Lehre leisten zu können. Zum einen können wir der Fachhochschule die Durchführung diverser Forschungsvorhaben ermöglichen und gleichzeitig eine kommerzielle Unterstützung für den Lehrstuhl des Institutes für Windenergietechnik leisten.“

Die Forschungsanlage in Eggebek steht auch im Zusammenhang mit den beiden für das nächste Jahr geplanten Offshore-Windenergietestanlagen in Wanderup. Optimale Forschungsbedingungen in Eggebek Das an der Fachhochschule Flensburg angesiedelte Wind Energy Technology Institute (WETI) für regenerative Energietechnik wird in Eggebek ungestörte Erprobungen und Untersuchungen durchführen können.

So ergeben sich auf dem ehemaligen Flugplatzgelände aufgrund des günstigen Geländereliefs , der geringen Bebauung und fehlender Wälder oder Freileitungen optimale Forschungsbedingungen. „Die Windenergieanlagen werden hier frei vom Wind angeströmt, so dass wir Untersuchungen zu den Strömungsverhältnissen unter optimalen Bedingungen durchführen können“, erklärt Dr. Heike Bille, Präsidiumsbeauftragte der Fachhochschule Flensburg für Forschung & Entwicklung und Wissenstransfer.

Luftansicht auf den Gewerbe- und Technologiepark in Eggebek; Foto: GPC mbH
Luftansicht auf den Gewerbe- und Technologiepark in Eggebek; Foto: GPC mbH

„Auch im Zusammenhang mit dem 130 Hektar großen Solarpark, der bereits seit 2011 Energie umwandelt und zu den größten Anlagen in Europa zählt, ergeben sich hier zahlreiche Ansatzpunkte für Forschungsvorhaben für das WETI.“

Vier verschiedene Forschungsfelder im Bereich Windenergie
Das Institut plant in mehreren Handlungsfeldern Forschungen voran zu treiben: So werden aerodynamische und mechanische Untersuchungen an den Rotorflügeln durchgeführt. „ Mittels Condition Monitoring Systemen wollen wir Untersuchungen zum aerodynamischen Verhalten der Steuerung und der Ermüdung der Windenergieanlagen machen“, erläutert Prof. Dr. Torsten Faber, Leiter des WETI.

Weitere Forschungen werden im Bereich des Antriebsstrangs der Anlage durchgeführt, um die Ankopplung an das REpower System zu analysieren. Die Untersuchung von Schwingungen in den Komponenten der Windenergieanlage steht im dritten Handlungsfeld im Vordergrund. Hierbei sollen passive und aktive Methoden zu deren Kontrolle bzw. Unterdrückung erforscht werden. Turbulenzen, die die Windkraftanlage in ihrem Nachlauf erzeugen, stehen im Mittelpunkt des vierten Forschungsbereichs des Instituts. Hier werden die Wechselwirkungen zwischen den Anlagen in einem Windpark näher untersucht.

Synergien zu Betrieben im Energie- und Technologiepark Eggebek Synergien hinsichtlich des Innovationstransfers ergeben sich am Standort vor allem für technologierorientierte Unternehmen sowie für Firmen, die aus dem Bereich der erneuerbaren Energie stammen. Die Gewerbepark Carstensen GmbH (GPC) ist Eigentümer des gesamten Geländes und stellt auf einem Areal von rund 60 Hektar umfangreiche bebaubare Freiflächen sowie Hallen zur Verfügung.

„Unsere Kunden schätzen vor allem den großzügigen Zuschnitt der Gewerbeflächen sowie die hindernisfreien Anfahrtswege und das vielfältig vorhandene Hallen- und Büroangebot vor Ort“, erläutert Hans-Peter Carstensen, Geschäftsführer von GPC.

Seit Anfang 2013 ist der Bebauungsplan rechtskräftig, so dass Ansiedlungsvorhaben auch zeitnah umgesetzt werden können.

Namhafte Unternehmen wie der Windanlagenhersteller REpower Systems, der Getriebebauer GearTec, der Spezialist für Kunststofftechnik Großmann GmbH oder das Rotor- Serviceunternehmen WingTec haben sich hier bereits angesiedelt.

„Wir freuen uns über die Umsetzung dieses Forschungsprojekts in Eggebek, das wir als wichtigen Baustein für die weitere erfolgreiche Ansiedlung von Unternehmen ansehen“, resümiert Dr. Olaf Krüger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig mbH, die im Rahmen des Regionalmanagements Konversion die Entwicklung der Nachnutzung weiter begleitet.

PM: Forschungsstandort Eggebek / Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig mbH

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