VDMA fordert: Jetzt die Energiewende entschlossen anpacken

Stromnetze / Foto: HB
EEG 2.0 und Strommarktdesign 2.0 / Foto: HB

(WK-intern) – VDMA: EEG 2.0 und Strommarktdesign 2.0 – Jetzt die Energiewende entschlossen anpacken

Berlin – „Mit der Energiewende will Deutschland weltweit zu einer der energieeffizientesten und klimafreundlichsten Volkswirtschaften werden.

Gleichzeitig muss aber die Energieversorgung langfristig gesichert werden und dabei noch bezahlbar bleiben.

Das ist auch für den Maschinenbau essentiell, da die deutsche Energiewende ein bezahlbarer Prototyp für den gesamten Absatzmarkt der Welt werden soll. Dafür brauchen wir ein tragfähiges Gesamtkonzept für ein EEG 2.0 und ein Strommarktdesign 2.0 – quasi Deutschland als „Best-Practice“, so Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems, auf der Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin.

Ein Kernelement eines EEG 2.0 ist die Einführung einer verpflichtenden Direktvermarktung für alle Neuanlagen. Ergänzt wird die verpflichtende Direktvermarktung durch eine gleitende Marktprämie, die nach einer Übergangszeit in eine fixe Marktprämie umgewandelt wird. „Durch die verpflichtende Direktvermarktung werden die Akteure behutsam an den Markt herangeführt. Gleichzeitig eröffnet es eine Chance für die innovativen deutschen Unternehmen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die langfristig den Wachstumspfad der erneuerbaren Energien auf ein verlässliches Fundament stellen“, erläutert Herdan. Ein weiterer Baustein des EEG 2.0  ist ein neues Kriterium für die Inanspruchnahme der EEG Rahmenbedingungen. Die finale Investitionsentscheidung (FID) muss die Inbetriebnahme als Kriterium ablösen. „Nur wenn der Investor zum Zeitpunkt der finalen Investitionsentscheidung die EEG-Rahmenbedingungen verlässlich kennt, wird das EEG langfristig Investoren anlocken“, so Herdan.

Als Eckpfeiler eines EEG 2.0 ist zudem die Koordination zwischen Bund und Ländern, sowie die Einbettung in die EU zu sehen: Nur klar definierte Ausbaukorridore für erneuerbare Energien zwischen Bund und Ländern sowie ein von Anfang an mit den EU-Anforderungen kompatibles EEG 2.0 ermöglichen einen effizienten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Das Strommarktdesign 2.0 benötigt zwei weitere Anpassungen. Zum einen muss der Energy-Only-Markt, also der Handel mit der Kilowattstunde Strom optimiert werden, um die Investitionen in dringend benötigte flexible Kraftwerke, Speicher und Lastmanagementpotentiale zu ermöglichen. Dazu bedarf es volatiler Preisspitzen und einer höheren Bewertung der Regelenergie. „Nur wenn es uns gelingt, die flexiblen Kraftwerke, Speicher und die Lastmanagementpotentiale zum Einsatz zu bringen, wird es uns auch gelingen, die Energiewende erfolgreich umzusetzen“, unterstreicht Herdan.  Zum anderen muss ein dezentraler Leistungsmarkt geschaffen werden, der wettbewerblich organisiert ist und nachfragebasiert die benötigte gesicherte Leistung im Knappheitsfall zur Verfügung stellt. Bei der Definition der Knappheitssituation ist es von essentieller Bedeutung, die Preisspitzen am Energy-Only-Markt nicht zu stark zu begrenzen, um die Investitionen in flexible Kraftwerke, Speicher und Lastmanagementpotentiale nicht auszubremsen.

Andreas Rade, Geschäftsführer Hauptstadtbüro Berlin: „Um den Umbau des Energiesystems nachhaltig und effizient zu gestalten, sind auf bundespolitischer Ebene, aber auch zwischen Bund und Ländern berechenbare und über das Ende von Legislaturperioden hinaus verlässliche Rahmenbedingungen notwendig. Dies gilt sowohl kurz- und mittelfristig, weil der Maschinen- und Anlagenbau und seine Kunden eine tragfähige Basis für Investitionsentscheidungen benötigen. Zum anderen gilt dies aber auch mit Blick auf die Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.“

„Wir möchten mit diesen Bausteinen für ein EEG 2.0 und Strommarktdesign 2.0 unseren Beitrag leisten, die zweite Stufe der Energiewende zu zünden und einen bezahlbaren Prototyp für den weltweiten Absatzmarkt zu gestalten“, resümiert Herdan.

Über VDMA Power Systems
Der Fachverband Power Systems im VDMA ist die Informations- und Kommunikationsplattform für die Hersteller von Windenergie- und Wasserkraftanlagen, Gas-/Dampfturbinen und -anlagen sowie Motorenanlagen für alle Themen der Branchen wie Energiepolitik, Gesetzgebung, Marktanalysen, Messen, Standardisierung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

PM: VDMA

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