Offshore-Windpark: Voraussetzungen für die Renaturierung der Mittelplate sind erfüllt

Die Offshore-Plattform mit der Konverterstation wurde in einer Werft in Vlissingen gebaut und anschließend mit einer Barge zum endgültigen Aufstellort 125 Kilometer von der Küste entfernt auf die Nordsee geschleppt. / Pressebild: TenneT
Die Offshore-Plattform mit der Konverterstation wurde in einer Werft in Vlissingen gebaut und anschließend mit einer Barge zum endgültigen Aufstellort 125 Kilometer von der Küste entfernt auf die Nordsee geschleppt. / Pressebild: TenneT

(WK-intern) – TenneT schließt Kompensationsmaßnahmen in der Leybucht ab

Vom 1. Juli bis 27. September rollten in der Leybucht die Bagger: 33.000 Kubikmeter Boden mussten bewegt werden, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Mittelplate wieder in ihren Ursprungszustand entwickeln kann.

  • Voraussetzungen für die Renaturierung der Mittelplate sind erfüllt
  • 33 000 Kubikmeter Boden wurden bewegt

Dabei handelte es sich um eine Maßnahme des Übertragungsnetzbetreibers TenneT. TenneT ist verantwortlich für die Anbindung der großen Offshore-Windparks in der Nordsee an das deutsche Stromnetz. Dabei wird alles getan, damit die notwendigen Eingriffe in die Natur so gering wie möglich sind. Um diese unvermeidbaren Eingriffe in die Natur auszugleichen, führt TenneT in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zahlreiche Naturschutzprojekte in den betroffenen Regionen durch. Dazu gehören die Kompensationsmaßnahmen an der Mittelplate, die Ausgleich für die Beeinträchtigungen durch die Offshore-Netzanbindungen BorWin2, DolWin1 und Riffgat sind.

Bis Mitte der 1990er Jahre wurde die Mittelplate landwirtschaftlich genutzt und dafür intensiv entwässert. Im Nationalpark sollen sich die Flächen jedoch frei von menschlicher Beeinflussung entwickeln. Die Vorlandflächen sollen daher die Möglichkeit erhalten, sich so zu entwickeln, dass sich die natürliche Dynamik des Wattenmeeres wieder frei entfalten kann. Ziel der Maßnahme in der Leybucht ist es, dass Ebbe und Flut hier wieder voll wirken können – ohne künstliche Entwässerungsmaßnahmen.

Dafür hat TenneT 2.100 Meter neue Priele anlegen, 2.500 m Gräben verschließen sowie eine Fläche von 110.00 Quadratmetern abtragen lassen. Ein Drittel des bewegten Bodens wurde innerhalb der Fläche zum Verschließen der Gräben verwendet, ein weiteres Drittel am Fuß des Störtebekerdeiches auf gebracht. Das letzte Drittel des Bodens wurde zum Kleilager des NLWKN verbracht, um es für spätere Deichbaumaßnahmen zu verwenden.

Jetzt wurden die Kompensationsmaßnahmen, die durch die Firma G. Herfeld GmbH durchgeführt und von der Planungsgruppe Grün GmbH geplant und überwacht wurden, abgeschlossen und von Vertretern des NLWKN, der Nationalparkverwaltung sowie des Landkreises Aurich abgenommen. Ab 2014 wird ein für die Dauer von zehn Jahren angelegtes Monitoring beginnen, das TenneT beauftragt hat. Neben der Dokumentation der Veränderungen der Morphologie (z. B. durch Sedimentauflagerungen) werden regelmäßige Vegetationskartierungen sowie Kartierungen der Brutvögel durchgeführt.

Auf insgesamt 140 Hektar Fläche profitieren von den Maßnahmen vor allem die hoch spezialisierten Pflanzenarten der Salzwiese wie die Strandaster. Gleichzeitig kommt die Renaturierung der Flächen aber auch den Brut- und Gastvögeln der Leybucht wie dem Rotschenkel und der Nonnengans sowie zahlreichen Insektenarten zugute.

Die Arbeiten in der Mittelplate haben zwischen Juli und Ende September stattgefunden, um die Brutvögel im Frühjahr nicht zu stören und um im Herbst den Deichschutz zu gewährleisten. Der Radweg entlang der Mittelplate, der aufgrund des Baustellenverkehrs umgeleitet worden war, kann nun wieder wie gewohnt befahren werden.

Hintergrund: Offshore-Netzanbindungen von TenneT
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT ist dafür zuständig, die Windparks auf See an das Übertragungsnetz an Land anzuschließen. Um die weiter entfernt liegenden Offshore-Windparks möglichst umweltschonend und effizient ans Stromnetz anzuschließen, sind Gleichstromübertragungssysteme notwendig. Dafür baut TenneT Konverterstationen auf See. Diese “Steckdosen im Meer” nehmen den von den Windparks gelieferten Drehstrom auf und wandeln ihn in Gleichstrom um. Über so genannte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ), die in den Meeresboden gegraben werden, fließt der Strom bis zur Küste und von dort über Landkabel bis zur Konverterstation an Land. Dort wird der Gleichstrom wieder in Drehstrom umgewandelt und in das Hochspannungsnetz eingespeist.

PM: TenneT

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