Energieverbrauch in Deutschland liegt deutlich über Vorjahrsverbrauch

Kühle Witterung treibt Energieverbrauch Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten neun Monaten 2013 in Deutschland - Veränderungen in Prozent - Gesamt 10.382 PJ
Kühle Witterung treibt Energieverbrauch
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten neun Monaten 2013 in Deutschland – Veränderungen in Prozent – Gesamt 10.382 PJ

(WK-intern) – Energieverbrauch liegt deutlich über Vorjahr

  • Vorläufige Prognose für das Gesamtjahr
  • Mehr Strom aus Erneuerbaren und Kohle
  • Erdgas und Heizöl profitieren von niedrigen Temperaturen
  • Gesetzesnovelle überfällig

Berlin/Köln – Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr voraussichtlich um etwas mehr als 2 Prozent ansteigen. Die von der AG Energiebilanzen auf Basis des Verbrauchs der ersten neun Monate erstellte Jahresprognose geht davon aus, dass der Energieverbrauch in Deutschland 2013 eine Gesamthöhe von etwa 14.000 Petajoule (PJ) beziehungsweise rund 479 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) erreichen wird.

Nur ein starker und andauernder Kälteeinbruch könnte noch zu einer merklichen Abweichung von der Prognose führen. Deutliche Verbrauchszuwächse erwartet die AG Energiebilanzen beim Erdgas und den erneuerbaren Energien. Erstmals seit 2008 wird wieder mit einer leichten Zunahme des Ölverbrauchs gerechnet. Auch bei der Steinkohle wird es ein Plus geben.

Rückgänge werden bei der Kernkraft und der Braunkohle erwartet.
In den ersten neun Monaten lag der Verbrauch an Primärenergien in Deutschland nach den Berechnungen der AG Energiebilanzen bei 10.382 PJ oder 354,3 Mio. t SKE. Das entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wichtigste Ursache für den Verbrauchsanstieg war der erhöhte Bedarf von Wärmenergien im Zuge des langen Winters und des kühlen Frühlings. Von der wirtschaftlichen Entwicklung gingen dagegen kaum Impulse auf den Energieverbrauch aus; eventuelle Steigerungen der Energieeffizienz sind 2013 durch die Temperatureffekte überkompensiert worden.

Der Mineralölverbrauch verzeichnete erstmals seit 2008 wieder eine Zunahme und erhöhte sich um gut 2 Prozent. Bei einer insgesamt stabilen Nachfrage nach Kraftstoffen war insbesondere der um rund 13 Prozent höhere Absatz an leichtem Heizöl für die Gesamtentwicklung verantwortlich.

Infolge der anhaltend kalten Witterung wurde vor allem in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Erdgas zur Wärmerzeugung eingesetzt. Insgesamt stieg der Erdgasverbrauch in den ersten neun Monaten um rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Verbrauch von Steinkohle lag um 3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Während der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung um 8 Prozent zunahm, sorgte die verhaltende Konjunkturentwicklung für einen Rückgang der Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie in Höhe von 7 Prozent.

Der Verbrauch an Braunkohle verminderte sich in den ersten neun Monaten um 1 Prozent.
Die Inbetriebnahme neuer Kraftwerke und die Abschaltung von Altanlagen führten zu einer messbaren Verbesserung der Effizienz in der Braunkohlenstromerzeugung. Die Effizienzsteigerung sorgte bei verringertem Brennstoffeinsatz für eine Erhöhung der Stromerzeugung um gut 1 Prozent.

Die Kernenergie verminderte ihren Beitrag zur Energiebilanz leicht um 3 Prozent.
Die erneuerbaren Energien legten insgesamt um 6 Prozent zu. Bei der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) gab es in den ersten neun Monaten des Jahres einen Zuwachs um rund 6 Prozent. Die Windkraft verzeichnete dagegen ein Minus in der gleichen Größenordnung. Der Beitrag der Photovoltaik lag um 5 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

AG Energiebilanzen für schnelle Novelle des Energiestatistikgesetzes
Nach Ansicht der AG Energiebilanzen ist für ein sachgerechtes Monitoring der Energiewende und zur Erfüllung der erweiterten internationalen Berichtspflichten im Energiesektor eine zügige Novellierung des Energiestatistikgesetzes notwendig. Angesichts einer zunehmend problematischeren Datenlage und der fachlich bereits ausgearbeiteten Neufassung steht, so die AG Energiebilanzen, einer Verabschiedung des Gesetzes bereits zum Beginn der neuen Legislaturperiode nichts entgegen.

PM: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.

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