Die Wacker Chemie AG baut Solarsilicium-Umsatz leicht aus

Untersuchungen des Photovoltaik-Instituts Berlin belegen, dass Solarmodule, die mit TECTOSIL®-Folien laminiert werden, keine potenzialinduzierte Degradation (PID-Effekt) aufweisen. Die vom Münchner Chemiekonzern WACKER entwickelte Folie besteht aus einem siliconbasierten thermoplastischen Elastomer.
Untersuchungen des Photovoltaik-Instituts Berlin belegen, dass Solarmodule, die mit TECTOSIL®-Folien laminiert werden, keine potenzialinduzierte Degradation (PID-Effekt) aufweisen. Die vom Münchner Chemiekonzern WACKER entwickelte Folie besteht aus einem siliconbasierten thermoplastischen Elastomer.

Nachfrageschub bei Polysilicium und niedrigere Produktpreise prägen bei WACKER das 3. Quartal 2013

  • KONZERNUMSATZ DES 3. QUARTALS 2013 LIEGT MIT 1,17 MRD. € UM 1 PROZENT ÜBER DEM VORQUARTAL UND UM 3 PROZENT UNTER VORJAHR
  • EBITDA BLEIBT IM BERICHTSQUARTAL MIT 168 MIO. € PREISBEDINGT UM 19 PROZENT UNTER VORJAHR UND WEGEN BESTANDSABBAU BEI POLYSILICIUM UM 11 PROZENT UNTER DEM WERT DES 2. QUARTALS 2013
  • PREISDRUCK UND WÄHRUNGSEFFEKTE BREMSEN DAS CHEMIEGESCHÄFT, BEI SOLARSILICIUM STEIGEN DIE ABSATZMENGEN DEUTLICH
  • PERIODENERGEBNIS DES 3. QUARTALS BETRÄGT 5 MIO. €
  • UMSATZ- UND ERGEBNISPROGNOSE UNVERÄNDERT: IM GESAMTJAHR 2013 ERWARTET WACKER DEN KONZERNUMSATZ WEITER BEI ETWA 4,5 MRD. €, EBITDA UNTER VORJAHR, JAHRESERGEBNIS SOLL LEICHT POSITIV WERDEN
  • NETTO-CASHFLOW FÜR DAS GESAMTJAHR NUN POSITIV ERWARTET
München – Die Wacker Chemie AG hat von Juli bis September 2013 vor allem dank der kräftig gestiegenen Nachfrage nach Solarsilicium ihren Umsatz im Vergleich zum Vorquartal leicht ausgebaut. Den Wert des Vorjahres hat der Münchner Chemiekonzern jedoch wie schon erwartet nicht erreicht. WACKER erzielte von Juli bis September 2013 Umsatzerlöse von 1.165,4 Mio. € (Vj. 1.200,9 Mio. €). Das sind 3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Mengensteigerungen haben im Berichtsquartal den Umsatz um rund 112 Mio. € erhöht. Niedrigere Preise, vor allem für Solarsilicium und Halbleiterwafer, haben den Erlös dagegen um etwa 109 Mio. € gemindert. Auch Währungseffekte aus dem starken Euro haben die Umsatzentwicklung gebremst. Gegenüber dem Vorquartal (1.150,3 Mio. €) sind die Erlöse dagegen um gut 1 Prozent gewachsen.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des WACKER-Konzerns belief sich im 3. Quartal 2013 auf 167,9 Mio. € (Vj. 206,1 Mio. €). Das sind knapp 19 Prozent weniger als vor einem Jahr und knapp 11 Prozent weniger als im Vorquartal (188,2 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt bei 14,4 Prozent nach 17,2 Prozent im 3. Quartal 2012 und 16,4 Prozent im 2. Quartal 2013. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summiert sich von Juli bis September 2013 auf 35,1 Mio. € (Vj. 72,5 Mio. €). Die EBIT-Marge liegt entsprechend bei 3,0 Prozent (Vj. 6,0 Prozent). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beläuft sich auf 5,4 Mio. € (Vj. 28,8 Mio. €) und das Ergebnis je Aktie beträgt 0,09 € (Vj. 0,54 €).

Vor allem die nach wie vor niedrigen Preise für Solarsilicium haben die Ergebnisentwicklung von WACKER im Zeitraum Juli bis September 2013 zurückgehalten. Sie lagen um etwa ein Drittel unter dem Niveau des Vorjahres. Weiter hat der Verkauf von Solarsilicium aus Vorratsbeständen das Ergebnis gemindert. Die Preise für Siliciumwafer waren im 3. Quartal 2013 um rund 15 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Das EBITDA der drei Chemiebereiche lag mit 109,6 Mio. € (Vj. 113,4 Mio. €) in der Summe um gut 3 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Gegenüber dem Vorquartal (116,6 Mio. €) beträgt der Rückgang rund 6 Prozent. Der Grund dafür sind niedrigere Preise für einige Produktgruppen, vor allem im Standardbereich. Auch ungünstige Wechselkurseffekte spielten eine Rolle. Im EBITDA des Berichtsquartals sind 13,2 Mio. € (Vj. 2,1 Mio. €) an einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden enthalten.

Die Prognose von WACKER für das Gesamtjahr 2013 bleibt unverändert. Das Unternehmen rechnet mit einem Konzernumsatz von rund 4,5 Mrd. € (Vj. 4,63 Mrd. €). Das EBITDA des Geschäftsjahres 2013 wird unter dem Wert des Vorjahres (795 Mio. €) erwartet. Das Jahresergebnis soll aus heutiger Sicht leicht positiv ausfallen.

„Durch den Kompromiss im Solarstreit zwischen der Europäischen Union und China und das weltweit wachsende Interesse an der Solarenergie hat der Bedarf an Polysilicium weiter stark zugenommen“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in München. „Bei unseren Kunden hat das im 3. Quartal einen Nachfrageschub ausgelöst. Eine Herausforderung bleiben die Preise für Solarsilicium. Sie waren um etwa ein Drittel niedriger als vor einem Jahr. In den Chemiebereichen bremst die nach wie vor schwache Konjunktur vor allem in Europa unser Geschäft und bringt in vielen Produktgruppen die Preise unter Druck. Dass der Aufbau unserer kapitalintensiven Großanlagen jetzt weitgehend abgeschlossen ist und wir deshalb die Investitionen deutlich zurückgenommen haben, wirkt sich sehr positiv auf unseren Cashflow und die Verschuldung aus.“

Regionen

Asien war auch im 3. Quartal 2013 der mit Abstand bedeutendste Absatzmarkt für den WACKER-Konzern. Das Unternehmen erzielte in dieser Region Umsatzerlöse von 470,3 Mio. € (Vj. 481,5 Mio. €). Das sind rund 2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Chemiebereiche haben in der Summe ihren Umsatz in Asien auf dem Niveau des Vorjahres gehalten. WACKER POLYSILICON konnte dank der stark gestiegenen Absatzmengen das geringere Preisniveau mehr als ausgleichen und seinen Umsatz steigern. Dagegen haben vor allem die deutlich niedrigeren Preise das Halbleitergeschäft von Siltronic in der Region beeinträchtigt. Zudem drückt der schwache Yen das Preisniveau für Siliciumwafer. Gegenüber dem Vorquartal (448,3 Mio. €) hat WACKER seinen Umsatz in der Region Asien um rund 5 Prozent gesteigert.

In der Region Europa hat WACKER von Juli bis September 2013 einen Umsatz von 279,6 Mio. € (Vj. 282,2 Mio. €) erzielt. Das ist knapp 1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Chemiebereiche konnten in der Summe ihren Umsatz leicht ausbauen. Dagegen lag das Geschäft mit Halbleiterwafern und Solarsilicium deutlich unter den jeweiligen Vorjahreswerten. Der Hauptgrund dafür sind niedrigere Preise. Auch die nach wie vor schwache Konjunktur hat die Geschäftsentwicklung in Europa gebremst. Gegenüber dem 2. Quartal 2013 (289,2 Mio. €) ist der Konzernumsatz in der Region um gut 3 Prozent zurückgegangen.

In Deutschland beliefen sich die Umsatzerlöse von WACKER im 3. Quartal 2013 auf 170,2 Mio. € (Vj. 172,2 Mio. €). Das ist knapp 1 Prozent weniger als vor einem Jahr, aber gut 3 Prozent mehr als im Vorquartal (164,7 Mio. €). Hier machte sich unter anderem bemerkbar, dass sich die Wirtschaft in Deutschland im europäischen Ver-gleich verhältnismäßig positiv entwickelt hat.

In der Region Amerikas blieb der Umsatz mit 202,1 Mio. € (Vj. 219,9 Mio. €) um 8 Prozent unter Vorjahr. Deutlich niedrigere Umsätze mit Halbleiterwafern hatten den größten Anteil an diesem Rückgang. Währungseffekte haben die Umsatzentwicklung ebenfalls spürbar gebremst. Gegenüber dem 2. Quartal 2013 (201,9 Mio. €) blieb der Umsatz stabil.

In den unter „Übrige Regionen“ zusammengefassten Märkten beliefen sich die Umsätze von Juli bis September auf 43,2 Mio. € nach 45,1 Mio. € im 3. Quartal 2012 und 46,2 Mio. € im 2. Quartal 2013. In der Summe erwirtschaftete der WACKER-Konzern im Berichtsquartal rund 85 Prozent (Vj. 86 Prozent) seiner Umsatzerlöse mit Kunden außerhalb von Deutschland.

Investitionen und Netto-Cashflow

Im 3. Quartal 2013 hat der WACKER-Konzern 98,2 Mio. € (Vj. 291,4 Mio. €) in den Ausbau seiner Produktionsanlagen investiert. Das sind projektbedingt rund 66 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal (131,3 Mio. €) sind die Investitionen um rund 25 Prozent zurückgegangen. Hier zeigt sich, dass WACKER die kapitalintensiven Großinvestitionen in neue Anlagen für Vorprodukte im Wesentlichen abgeschlossen beziehungsweise gestreckt hat.

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit stand unverändert der Aufbau des neuen Polysiliciumstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Gut die Hälfte der Investitionen des Konzerns ging im Berichtsquartal in dieses Vorhaben. Die Fertigstellung der Anlagen ist für Mitte des Jahres 2015 geplant. Am chinesischen Standort Nanjing errichtet WACKER derzeit eine neue Anlage zur Herstellung von Polyvinylacetat- Festharzen. Sie hat eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen. Der Bau soll gegen Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. WACKER will mit den neuen Kapazitäten die steigende Nachfrage seiner Kunden in Asien begleiten.

WACKER hat im 3. Quartal 2013 einen Netto-Cashflow in Höhe von 164,7 Mio. € (Vj. -90,4 Mio. €) erwirtschaftet. Der deutliche Anstieg ist das Ergebnis der niedrigeren Investitionen und höherer Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft, unter anderem durch den Abbau von Vorräten bei Polysilicium.

Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten des WACKER-Konzerns ist im 3. Quartal 2013 um 1 Prozent zurückgegangen. Zum Stichtag 30. September 2013 waren im Unternehmen weltweit 16.074 (30.06.2013: 16.203) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. An den WACKER-Standorten in Deutschland waren zum Stichtag 30. September 2013 12.399 (30.06.2013: 12.501) Beschäftigte tätig, an den internationalen Stand-orten waren es 3.675 (30.06.2013: 3.702) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES hat im 3. Quartal 2013 einen Gesamtumsatz von 429,4 Mio. € (Vj. 432,1 Mio. €) erzielt und damit den Wert des Vorjahres fast erreicht. Höhere Absatzmengen haben die Geschäftsentwicklung positiv beeinflusst. Anhaltender Preisdruck vor allem bei Standardprodukten und ungünstige Wechselkurseffekte aus dem stärkeren Euro haben das Wachstum jedoch gebremst. Aus diesem Grund ist der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal (437,2 Mio. €) um knapp zwei Prozent zurückgegangen. Das EBITDA von WACKER SILICONES beträgt im Berichtsquartal 59,2 Mio. € (Vj. 57,4 Mio. €). Das sind rund 3 Prozent mehr als vor einem Jahr und knapp 11 Prozent weniger als im Vorquartal (66,3 Mio. €). Damit errechnet sich für den Zeitraum Juli bis September 2013 eine EBITDA-Marge von 13,8 Prozent nach 13,3 Prozent im Vorjahr und 15,2 Prozent im Vorquartal.

WACKER POLYMERS erzielte von Juli bis September 2013 einen Gesamtumsatz von 265,4 Mio. € (Vj. 274,0 Mio. €). Das sind jeweils rund 3 Prozent weniger als im Vorjahr und im Vorquartal (273,4 Mio. €). Die wesentlichen Gründe für den Rückgang sind niedrigere Durchschnittspreise und ungünstige Währungseffekte. Diese Faktoren führten auch dazu, dass das EBITDA des Geschäftsbereichs gegenüber dem 3. Quartal des Vorjahres zurückgegangen ist. Es sank um knapp 11 Prozent auf 45,1 Mio. € (Vj. 50,5 Mio. €). Das Niveau des Vorquartals (44,4 Mio. €) hat der Geschäftsbereich trotz leicht rückläufiger Preise gehalten. Für die drei Monate Juli bis September 2013 ergibt sich eine EBITDA-Marge von 17,0 Prozent (Vj. 18,4 Prozent). Im 2. Quartal 2013 hatte die EBITDA-Marge 16,2 Prozent betragen.

WACKER BIOSOLUTIONS hat im 3. Quartal 2013 einen Gesamtumsatz von 38,1 Mio. € (Vj. 40,1 Mio. €). Der Geschäftsbereich blieb damit um rund 2 Mio. € unter den Werten des Vorjahres und des Vorquartals (40,5 Mio. €). Bei Polymeren für Kaugummirohmasse und bei Cyclodextrinen hat WACKER BIOSOLUTIONS höhere Mengen abgesetzt. Schwächer entwickelte sich dagegen das Geschäft mit der Feinchemikalie Acetylaceton. Das EBITDA des Geschäftsbereichs belief sich im Berichtsquartal auf 5,3 Mio. € (Vj. 5,5 Mio. €). Das entspricht einer EBITDA-Marge von 13,9 Prozent (Vj. 13,7 Prozent). Im 2. Quartal 2013 hatte der Geschäftsbereich ein EBITDA in Höhe von 5,9 Mio. € und eine EBITDA-Marge von 14,6 Prozent erreicht.

Der Gesamtumsatz von WACKER POLYSILICON lag im 3. Quartal 2013 mit 235,7 Mio. € (Vj. 269,1 Mio. €) um gut 12 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber um rund 16 Prozent über dem Wert des Vorquartals (203,3 Mio. €). Der Geschäftsbereich hat davon profitiert, dass sich China und die Europäische Union in ihrem Solarstreit auf einen Kompromiss geeinigt und zumindest vorläufig auf Strafzölle verzichtet haben. Das hat den Marktteilnehmern Zuversicht gegeben und die Nachfrage nach Solarsilicium deutlich belebt. In diesem Umfeld hat WACKER POLYSILICON im Berichtsquartal deutlich mehr Polysilicium abgesetzt als im Vorquartal und im Vorjahr. Um seinen Vorratsbestand an Solarsilicium abzubauen, hat der Geschäftsbereich im 3. Quartal seine Produktion zunächst etwas gedrosselt. Dank der guten Nachfrage ist die Auslastung im Verlauf des 3. Quartals dann wieder spürbar gestiegen. Gegen Ende September liefen die Anlagen annähernd mit Volllast. Insgesamt waren die Absatzmengen im Berichtsquartal deutlich höher als die Produktionsmengen. Die Preise für Solarsilicium blieben gegenüber dem Vorquartal im Wesentlichen unverändert. Allerdings sind sie nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON belief sich im Berichtsquartal auf 46,6 Mio. € (Vj. 78,8 Mio. €). Das sind rund 41 Prozent weniger als im 3. Quartal 2012 und rund 27 Prozent weniger als im Vorquartal (64,0 Mio. €). Neben den niedrigen Preisen haben auch der Verkauf von Solarsilicium aus Lagerbeständen und die im Berichtsquartal insgesamt geringe Fixkostenabdeckung das Ergebnis geschmälert. Darüber hinaus hat der Geschäftsbereich im 3. Quartal weniger Anzahlungen und Schadenersatzleistungen vereinnahmt als von April bis Juni 2013. Das EBITDA des Berichtsquartals enthält 13,2 Mio. € (Vj. 2,1 Mio. €) an einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus auf-gelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Im Vorquartal hatte der Geschäftsbereich hier 23,8 Mio. € verbucht. Die EBITDA-Marge verringerte sich auf 19,8 Prozent nach 29,3 Prozent im 3. Quartal 2012 und 31,5 Prozent im 2. Quartal 2013.

Das Halbleitergeschäft von Siltronic hat sich im 3. Quartal 2013 weiter verhalten entwickelt. Auf Grund der schwächeren Nachfrage nach Computern, Tablet-PCs und Smartphones verlief auch das Geschäft mit Siliciumwafern branchenweit mit wenig Dynamik. Von Juli bis September 2013 hat Siltronic einen Gesamtumsatz von 197,1 Mio. € (Vj. 234,7 Mio. €) erzielt. Das sind 16 Prozent weniger als vor einem Jahr und knapp 2 Prozent weniger als im 2. Quartal 2013 (200,1 Mio. €). Die Absatzmengen von Siltronic waren im Berichtsquartal um rund 1 Prozent höher als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorquartal betrug das Absatzplus etwa 2 Prozent. Das leichte Mengenwachstum konnte aber den Preisverfall nicht ausgleichen. Die Preise für Siliciumwafer waren im Zeitraum Juli bis September 2013 um rund 15 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorquartal sind die Waferpreise nochmals etwas gefallen. Die Maßnahmen, die Siltronic ergriffen hat, um die Herstellungskosten zu senken und die Auslastung der Produktionsanlagen zu steigern, zeigen Wirkung. Deshalb hat der Geschäftsbereich im Berichtsquartal trotz des weiteren Preisverfalls erneut ein positives EBITDA erwirtschaftet. Es belief sich auf 5,2 Mio. € nach 9,9 Mio. € im Vorjahr und 9,1 Mio. € im Vorquartal. Entsprechend errechnet sich für das 3. Quartal 2013 eine EBITDA-Marge von 2,6 Prozent nach 4,2 Prozent im 3. Quartal 2012 und 4,5 Prozent im 2. Quartal 2013.

Ausblick

Die Weltwirtschaft soll in diesem Jahr wachsen und nach den aktuellen Prognosen der Konjunkturexperten werden sich die Auftriebskräfte im Jahr 2014 weiter verstärken. Dabei bergen die Finanz- und Schuldenkrise in Europa und das Defizit in den öffentlichen Haushalten der USA unverändert erhebliche Risiken für die Stabilität der Weltwirtschaft.

Für seine Chemiebereiche sieht WACKER unverändert gute Wachstumschancen in einer Vielzahl von Branchen, wie zum Beispiel der Bau-, Elektro-, Kosmetik- und Textilindustrie. Zunehmender Wohlstand, wachsende Mobilität und der Ausbau der Infrastruktur in vielen Großstädten und Regionen der Welt sorgen für steigende Nachfrage nach chemischen Produkten aus dem Hause WACKER. Für das Gesamtjahr 2013 rechnen die Chemiebereiche in der Summe mit einem leichten Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Auf Grund des zunehmenden Preisdrucks bei Standardprodukten und angesichts der immer noch schwachen Konjunktur in Europa wird der Zuwachs allerdings nicht so hoch ausfallen, wie noch zur Jahresmitte erwartet.

In einem insgesamt rückläufigen Halbleitermarkt erwartet Siltronic, dass der Umsatz in diesem Jahr den Wert des Vorjahres nicht erreichen wird. Die Absatzmengen fielen im 3. Quartal 2013 zwar etwas höher aus als im Vorjahr und im Vorquartal, aber der weiter bestehende Preisdruck im Markt sowie ungünstige Währungseffekte aus dem US-Dollar und dem japanischen Yen bremsen die Umsatzentwicklung. Im Einklang mit der Marktentwicklung erwartet Siltronic, dass die Absatzmengen im 4. Quartal spürbar zurückgehen werden.

Das Polysiliciumgeschäft von WACKER hat im Berichtsquartal davon profitiert, dass China und die EU ihren Streit über den freien Handel mit Solarprodukten vorläufig beigelegt haben und China bislang keine Strafzölle auf europäisches Solarsilicium erhoben hat. Das hat die Zuversicht der Marktteilnehmer gestärkt und die Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER POLYSILICON spürbar belebt. Die endgültige Entscheidung über Strafzölle auf nach Europa importierte Solarprodukte aus China soll Anfang Dezember fallen. Mittel- und langfristig bleibt die Photovoltaikindustrie eine globale Wachstumsbranche. Das schwächere Wachstum in Europa wird durch die Potenziale in China, Japan und den USA mehr als kompensiert. Trotz einer Konsolidierung bei den Produktionskapazitäten bleiben die Preise für Solarsilicium eine zentrale Herausforderung. Diese sind im 3. Quartal 2013 gegenüber dem Vorquartal im Wesentlichen unverändert geblieben. Sie liegen aber noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau. Aus diesem Grund wird der Umsatz von WACKER POLYSILICON im Gesamtjahr 2013 voraussichtlich spürbar geringer ausfallen als im Geschäftsjahr 2012.

Die Investitionen des WACKER-Konzerns werden im Gesamtjahr 2013 aus heutiger Sicht bei etwa 500 Mio. € liegen und damit um etwa 50 Mio. € niedriger ausfallen als noch zur Jahresmitte erwartet. Die Abschreibungen werden in diesem Jahr voraussichtlich ein Volumen von 550 Mio. € erreichen. Bisher war WACKER von einem leicht negativen Netto-Cashflow in der Größenordnung von -50 Mio. € ausgegangen. Nach aktueller Schätzung wird der Netto-Cashflow nun positiv ausfallen. Hier machen sich die reduzierten Investitionen und die plangemäß niedrigeren Vorräte positiv bemerkbar. Bei den Nettofinanzschulden hatte der Konzern bisher das Ziel, die Marke von 1 Mrd. € nicht zu überschreiten. Sie werden jetzt zum Jahresende bei unter 900 Mio. € erwartet.

Obwohl sich im 3. Quartal 2013 das Geschäft in den Chemiebereichen etwas schwächer entwickelt hat als zur Jahresmitte erwartet, geht der Vorstand des WACKER-Konzerns für das Gesamtjahr 2013 unverändert von einem Umsatz in der Größenordnung von 4,5 Mrd. € (Vorjahr 4,63 Mrd. €) aus. Eine maßgebliche Voraussetzung ist dabei, dass die einvernehmliche Lösung des Solarstreits zwischen China und der Europäischen Union Bestand hat.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wird zum Jahresende 2013, wie schon im Geschäftsbericht 2012 prognostiziert, unter dem Niveau des Vorjahres (795,4 Mio. €) bleiben. Das EBITDA der Chemiebereiche wird in der Summe den Wert des Vorjahres voraussichtlich leicht übertreffen. WACKER POLYSILICON wird einen substanziellen EBITDA-Beitrag leisten, der aber auf Basis der von WACKER zugrunde gelegten Polysiliciumpreise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Bei Siltronic zeigt sich aus heutiger Sicht keine wesentliche Verbesserung des EBITDA im Vergleich zum Vorjahr.

Beim Konzernjahresüberschuss gehen die Planungen von WACKER unverändert von einem leicht positiven Jahresergebnis aus.

Hinweis für die Redaktionen: Der Bericht zum 3. Quartal 2013 steht auf den Internet-Seiten von WACKER (www.wacker.com) unter Investor Relations zum Download zur Verfügung.

Eckdaten WACKER-Konzern
Mio. € Q3 2013 Q3 2012 Veränd.
in %
Umsatz 1.165,4 1.200,9 -3,0
EBITDA 167,9 206,1 -18,5
EBITDA-Marge % 14,4 17,2
EBIT 35,1 72,5 -51,6
EBIT-Marge % 3,0 6,0
Finanzergebnis -23,4 -14,8 58,1
Ergebnis vor Ertragssteuern 11,7 57,7 -79,7
Periodenergebnis 5,4 28,8 -81,3
Ergebnis je Aktie in € 0,09 0,54 -83,3
Investitionen (inkl. Finanzanlagen) 98,2 291,4 -66,3
Netto-Cashflow 164,7 -90,4 n.a.
Mio. € 30.09.2013 30.09.2012 31.12.2012
Eigenkapital 2.167,4 2.081,7 2.121,3
Finanzverbindlichkeiten 1.476,4 1.177,4 1.197,2
Nettofinanzschulden 688,1 411,3 700,5
Bilanzsumme 6.589,7 6.748,1 6.492,8
Mitarbeiter (Anzahl am Stichtag) 16.074 16.433 16.292

PM: WACKER

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