Offshore-Konferenz OBMC zeigt Wachstumspotenziale am Beispiel Dänemarks

In Havneby auf der dänischen Insel Rømø wird eine Slipanlage für Service-Schiffe zur Versorgung von Offshore-Windparks gebaut. Foto: windcomm/ Birresborn.
In Havneby auf der dänischen Insel Rømø wird eine Slipanlage für Service-Schiffe zur Versorgung von Offshore-Windparks gebaut. Foto: windcomm/ Birresborn.

(WK-intern) – Auch Handwerksbetriebe profitieren von Offshore-Windparks

HUSUM/ PADBORG – Dänemark steht mit 1.300 Megawatt installierter Windenergie-Leistung auf See an zweiter Stelle des weltweiten Offshore-Marktes (Deutschland: 500 MW) und hat kürzlich einen 400-Megawatt-Windpark vor der Insel Anholt ans Netz angeschlossen.

An diesem Beispiel berichtete Morten Basse Jensen vom dänischen Branchenverband Offshoreenergy.dk während der Offshore-Veranstaltung OBMC vom wirtschaftlichen Aufschwung für die Region von Grenå, dem Versorgungshafen des Parks. 30 kleine und mittlere Unternehmen, vom Bäcker bis zum Zimmermann, profitierten von Aufträgen des Windpark-Betreibers, des Turbinen-Herstellers und seiner Zulieferer. An einem ähnlichen Modell arbeitet Dr. Kristen Nedergaard, Geschäftsführer der Hafengesellschaft Westcoast Port of Denmark, in Havneby auf Rømø. Von hier aus wurden bereits Sandsäcke zum Baufeld des deutschen Offshore-Windparks Amrumbank West im so genannten Helgolandcluster verschifft. Sie werden dort versenkt, um den Baugrund vorzubereiten.

Um den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen deutschen und dänischen Offshore-Firmen zu stärken, organisierte die Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein zusammen mit dem Wachstumszentrum Deutsch-Dänische Region mehrere Exkursionen in das nördliche Nachbarland. Im Anschluss an die Fahrt nach Havneby auf Rømø konnten sich die Teilnehmer in Esbjerg über die Anlagenüberwachung und die Errichtung des deutschen Offshore-Projektes DanTysk informieren, die von dem dänischen Hafen aus organisiert wird. Der Energieversorger Vattenfall, der den Park baut und betreibt, sowie der Windkraftanlagenhersteller Siemens informierten über das Projekt. Demnächst werden westlich von Sylt 80 Siemens-Anlagen mit 3,6 Megawatt Leistung pro Windrad installiert.

„Seit vor unserer Küste gebaut wird, verzeichnen wir auch in Schleswig-Holstein eine erhöhte Nachfrage nach Hafen- und Flughafenstandorten“, sagte Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland und windcomm-Projektkoordinator, und fügte hinzu: „Das dänische Beispiel bestärkt uns, auch Handwerker und kleine Zulieferunternehmen dabei zu unterstützen, dass sie sich nach Aufträgen im Offshore-Geschäft umsehen.“

In der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands in der Nordsee sind von 26 genehmigten Offshore-Windparks 3 in Betrieb und 7 in Bau. Ein Grund für die zögerliche Umsetzung der Projekte ist die Unsicherheit über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, seit die Vergütungssätze für Strom aus erneuerbaren Quellen Thema im Wahlkampf wurden. „Egal wie die neue Bundesregierung aussieht – sie muss vor allem schnell handeln und Planungssicherheit für die erneuerbaren Energien und Fördermöglichkeiten für die maritime Branche schaffen“, sagte Dr. Heino Schadwald vom Maritimen Cluster Norddeutschland in der Podiumsdiskussion während der Konferenz. Dr. Marcus Hirschfeld vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume betonte, Strom aus Kohle koste 8 Cent pro Kilowattstunde. Davon sei die Offshore-Windenergie mit ihrer durchschnittlichen Förderung von 10 Cent pro Kilowattstunde nicht mehr weit entfernt.

PM: windcomm schleswig-holstein – Netzwerkagentur Windenergie

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top