IPCC-Bericht bestätigt Klimawandel

Eisschmelze in der Arktis / Pressebild Global 2000
Eisschmelze in der Arktis / Pressebild Global 2000

(WK-intern) – Der Klimawandel ist mit 95-prozentiger Sicherheit vom Menschen verursacht. Dies ist eine der Hauptaussagen des ersten Teils des fünften Sachstandsberichts des Intergovernemental Panel on Climate Change (IPCC). Der UN-Klimarat bekräftigt die Ergebnisse seines vergangenen Berichts von 2007: Schon in den nächsten Jahrzehnten könnte die Grenze zu gefährlichem, unkontrollierbarem Klimawandel überschritten werden. Die positive Nachricht ist: Wenn wir jetzt reagieren, haben wir die Chance, diese Grenze nicht zu überschreiten.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts

Der neue Bericht bekräftigt, dass der Großteil der globalen Erderwärmung seit 1951 vom Menschen verursacht und der Meeresspiegel stark ansteigen wird (zwischen 29 und 82 Zentimeter bis 2100). Zudem hat sich die Geschwindigkeit verdoppelt, mit der das arktische Meereis abschmilzt. Gletscher und Eisschilde verlieren schneller an Masse, als bisher angenommen wurde und die Ozeane versauern langsam aber sicher. Zusätzlich sollen Wetterextreme wie etwa Hitzewellen, Sturmfluten, Sturzregen und Frostperioden immer häufiger auftreten. Kurz: Der Bericht macht klar, dass nur durch eine starke globale Reduzierung der Treibhausgase die schlimmsten Klimawandelfolgen verhindert werden können, weil sonst die Grenze zu gefährlichem Klimawandel überschritten wird.

Unsicherheiten der Prognosen

Wegen dem Einfluss von natürlichen Faktoren kann der IPCC keine hundertprozentige Garantie für die Prognosen seiner Klimaszenarien geben. Diese Rest-Unsicherheit haben eine Mediendebatte ausgelöst, die den Zusammenhang der CO2-Emissionen und der Erderwärmung in Frage stellt. Die Zweifler fühlen sich insbesondere dadurch bestätigt, dass die Erwärmung der Lufttemperatur in den vergangenen 15 Jahren nicht so stark wie erwartet ausgefallen ist – der Grund war allerdings ein ungewöhnlich warmes Jahr 1998, das durch den El-Nino Effekt ausgelöst wurde. Diese Überlagerungen von starken natürlichen Effekten wird es auch bei einer langfristigen Erwärmung weiterhin geben.

Hier ist es aber wichtig, zwischen Langzeit- und Kurzzeit-Prognosen zu unterscheiden. Denn obschon sich die Erdoberfläche langsamer erwärmt, heizen sich die Ozeane weiter auf. Doch ihre Kapazität, Wärme aufzunehmen und CO2 zu speichern, ist begrenzt. Viele Gefahren wie etwa das Lösen der Methanhydrate aus Permafrost-Gebieten, die die Erwärmung weiter beschleunigen würden, wurden bisher noch nicht einmal in die Klimaforschungsszenarien integriert.

Wir müssen handeln

Der neue Weltklimabericht muss ein Weckruf für die Menschheit sein! Bis jetzt war Klimawandel im Wahlkampf trotz Jahrhunderthochwasser und Dürre kaum ein Thema, die zukünftige Regierung muss sich dem Problem aber dringend stellen! Ein weltweiter Ausstieg aus der Kohleverstromung ist notwendig. Die Kohleverstromung ist für etwa 45 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist und mit einem Anstieg von vier bis fünf Prozent pro Jahr wächst sie schneller als erneuerbare Energie. Österreich soll in einem ersten Schritt einen Ausstiegsplan innerhalb der nächsten fünf Jahre aus den verbliebenen Kohlekraftwerken vorlegen.. Das betrifft vor allem die Kohlekraftwerke in Mellach (Verbund) und Dürnrohr (Verbund, EVN), die zusammen rund vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen (Stand Emissionen 2011).

GLOBAL 2000 fordert, dass noch im Herbst soll die künftige Bundesregierung eine integrierte und umfassende Strategie vorlegen, die in den Bereichen Gebäudesanierung, nachhaltiger Mobilität, des Ausbaus erneuerbarer Energie und einer umfassenden ökologischen Steuerreform die Richtung klar vorgibt. Das Klimaschutzgesetz soll zum zentralen gesetzlichen Angelpunkt der Umsetzung der Strategie ausgebaut werden. „Die künftige Regierung muss sicherstellen, dass Österreich seinen fairen Beitrag zur Vermeidung einer drohenden Klimakrise leistet.“

Die Ergebnisse des IPCC-Berichts sind richtungsweisend für die nächsten internationalen Klimaverhandlungen in Warschau (COP 19). Nur: Wir können nicht warten, bis das neue Abkommen ratifiziert ist, wir müssen jetzt handeln. Jeder trägt die Verantwortung!

Hintergrund: zu den Berichten des IPCC

Allgemein dienen die Berichte des IPCC zur Aufklärung über den Klimawandel und seine Folgen. Der IPCC stellt die wichtigste wissenschaftliche Autorität in diesem Feld dar. Er soll eine fundierte Grundlage für die öffentliche Debatte über den Klimawandel und Wegweiser für Regierungen sein. Dabei repräsentiert er eine politisch neutrale Position: “policy-relevant, but not policy-prescriptive”.

Die Berichte werden von tausenden von Klimawissenschaftlern weltweit auf Freiwilligenbasis zusammengestellt. Der Bericht ist in drei Arbeitsgruppen thematisch aufgeteilt, die separat voneinander in einigen Zeitabständen veröffentlicht werden. Jeder einzelne Bericht wird am Ende kurz vor der Herausgabe anonym von den einzelnen Regierungen bestätigt. Eine Zusammenstellung der drei Berichte wird im Oktober 2014 in Kopenhagen veröffentlicht.

Der bisher vorliegende erste Teil der Arbeitsgruppe I bezieht sich vorwiegend auf die wissenschaftlichen Grundlagen von Klimaänderung. Der zweite Teil trägt den Titel “Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten” und wird ab dem 25. März 2014 in Yokohama vorgestellt, der dritte Teil über die Verminderung des Klimawandels ab dem 7.April 2014 in Deutschland.

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