Kraftstoff aus Algen, Hamburger Forschungsprojekt wird erweitert

(v.l.n.r.): Prof. Kerstin Kuchta (TUHH), Projektleiter Thomas Brauer, Personalvorstand Udo Bottländer (beide E.ON Hanse), Dr. Johannes Harpenau (TUHH) sowie Doktorand Nils Wieczorek im Labor der TUHH.
(v.l.n.r.): Prof. Kerstin Kuchta (TUHH), Projektleiter Thomas Brauer, Personalvorstand Udo Bottländer (beide E.ON Hanse), Dr. Johannes Harpenau (TUHH) sowie Doktorand Nils Wieczorek im Labor der TUHH.

(WK-intern) – Hamburger Algen-Forschungsprojekt bei E.ON Hanse wird erweitert:
Zwei Millionen Euro für Erforschung von Algenkraftstoff
Kooperation mit der TU Hamburg, Uni Hamburg, Uni Erlangen und Uni Busan/Südkorea

In enger Zusammenarbeit unter anderem mit der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und der Universität Hamburg wird die E.ON Hanse AG ihr seit 2007 laufendes Mikroalgenforschungsprojekt deutlich ausweiten. Hierzu werden rund zwei Millionen Euro weiterer Forschungs- und Fördergelder eingeworben. Ziel des neuen Forschungsprojektes ist es, mit einem Bioraffinerie-Konzept auch die Nebenprodukte, die bei der Kultivierung und Nutzung von Algen anfallen, weiter zu verwerten, sodass die Gewinnung von Algenkraftstoff wirtschaftlich wird. Weitere Projektpartner sind die Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Busan National University in Südkorea. Die Pläne für das erweiterte Forschungsprojekt wurden heute an der TU Hamburg von Udo Bottländer, Personalvorstand der E.ON Hanse, Projektleiter Thomas Brauer, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Grabe, Vizepräsident Forschung, sowie Prof. Kerstin Kuchta, Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft an der TU Hamburg, vorgestellt.

Was Algen aus Sicht des Klimaschutzes so attraktiv macht, ist ihre Fähigkeit, CO2 zu binden. Das können Bäume oder Energiepflanzen wie Mais zwar auch, aber Algen wandeln in wesentlich kürzerer Zeit wesentlich mehr CO2 in Biomasse um. Wenn es gelingt, diese Biomasse energetisch effizient zu nutzen – als Biogas oder Biodiesel – dann trägt dies zu einer Energieversorgung bei, die das Klima nicht weiter aufheizt.

Das klimaschädliche CO2 wird gewissermaßen im Kreis gefahren. Udo Bottländer, Personalvorstand der E.ON Hanse AG, betont: „Die Erforschung der Gewinnung von Kraftstoffen aus Algen ist sehr wichtig für die Energieversorgung der Zukunft. Wer diese Option erschließen will, muss schon heute tätig sein. Deshalb fördern wir die Ausweitung der Forschungsaktivitäten in Hamburg-Reitbrook.“

„Zusätzlich zu Energie bieten die Algen nachhaltige Potenziale für die Bereiche Pharma – Algen können antivirale Substanzen bilden –, Lebensmitteltechnologie oder Recycling von Seltenen Erdmetallen“, führt Kerstin Kuchta, Projektleiterin der TU Hamburg aus. Das Algen-Bioraffinerie-Konzept ist damit ein hervorragender Baustein im Kompetenzfeld „Green Technologies“ der TU Hamburg.

Die Algenkultivierung in Photobioreaktoren steckt im Vergleich zur Reife anderer Verfahren, wie beispielsweise dem landwirtschaftlichen Anbau von Raps für Biodiesel, noch am Beginn der Entfaltung des gesamten Potentials. Eine wirtschaftlich attraktive, vollständige Wertschöpfungskette von der Isolierung von hochwertigen Produkten bis hin zur Herstellung von Energieträgern aus der Restbiomasse, wie Kraftstoffe und Biogas, wurde bislang noch nicht demonstriert. Dies soll nun im E.ON Hanse-Forschungszentrum im Sinne eines Bioraffinerie-Konzepts umgesetzt werden.

„Neben dem extrem schnellen Wachstum ist ein weiterer entscheidender Vorteil, dass die Herstellung nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion läuft“, sagt Thomas Brauer, der das Projekt seitens der E.ON Hanse betreut. Damit kann sich die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen stärker auf die Nahrungsmittelproduktion konzentrieren.

Die E.ON Hanse AG im Kurzprofil
Die E.ON Hanse AG ist einer der größten Energiedienstleister in Norddeutschland. Sie betreibt das Erdgasnetz in Mecklenburg-Vorpommern direkt. Ihre Tochtergesellschaften Schleswig-Holstein Netz AG sowie Hamburg Netz GmbH sind die Betreiber der Strom- und Gasnetze in Schleswig-Holstein beziehungsweise des Gasnetzes in Hamburg. Daneben verfügt die E.ON Hanse über zwei große Erdgasspeicher und hält verschiedene energiewirtschaftliche Beteiligungen.
Die Tochtergesellschaft E.ON Hanse Wärme gehört außerdem zu den größten Betreibern umweltschonender Blockheizkraftwerke in Norddeutschland.
Größter Anteilseigner der E.ON Hanse AG ist mit rund 74 Prozent die E.ON Energie AG mit Sitz in München. Die weiteren Anteile halten die elf schleswig-holsteinischen Landkreise.

PM: E.ON Hanse AG

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