Windenergie insgesamt zufriedenstellend – IHK Nord veröffentlicht erstmals Energiewende-Monitoring

Windpark an der Nordsee / Foto: HB
Windpark an der Nordsee / Foto: HB

(WK-intern) – Licht und Schatten bei der Umsetzung der Energiewende

Bei der Umsetzung der Energiewende gibt es aus Sicht der norddeutschen Wirtschaft Licht und Schatten. Das ist das Ergebnis des Energiewende-Monitorings, das die IHK Nord heute das erste Mal veröffentlicht hat. Demnach läuft der Ausbau der Windenergie insgesamt zufriedenstellend, was überwiegend auf positive Entwicklungen bei der Windenergie an Land zurückzuführen ist.

Bei der Offshore-Windenergie bleibt der Ausbau hingegen hinter den politischen Zielen zurück. „Wir müssen davon ausgehen, dass das von der Bundesregierung gesetzte Ziel von 10.000 Megawatt installierter Offshore-Leistung bis 2020 nicht realisiert werden kann“, betonte Hans Thon, Vorsitzender der IHK Nord und Präsident der IHK zu Schwerin, der in diesem Zu-sammenhang auf die nachteiligen Auswirkungen für Umsatz und Beschäftigung an einzelnen norddeutschen Standorten hinwies.

Die insgesamt sehr dynamische Entwicklung der Erneuerbaren Energien führt außerdem zu einem Anstieg der EEG-Umlage und damit zu höheren Stromkosten für die meisten Unternehmen. „Eine Novelle des EEG unter Berücksichtigung der erforderlichen Planungssicherheit ist daher aus Sicht der IHK Nord unabdingbar“, machte Thon deutlich.

In Bezug auf die Modernisierung und den Ausbau des konventionellen Kraftwerksparks, der mittelfristig erforderlich ist, um die hohe Volatilität der Erneuerbaren Energien auszugleichen, hat sich an den Kernaussagen der Kraftwerkslandkarte der IHK Nord aus dem Jahr 2012 nichts geändert: In Norddeutschland wurden im vergangenen Jahr nur 31 Megawatt (MW) Leistung zugebaut, zwischen 2013 und 2016 sollen laut Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur 2.344 MW ans Netz gehen. Mit dieser Ausbaugeschwindigkeit kann der von der IHK Nord prognostizierte Wegfall von 16.000 MW bis 2030 nicht kompensiert werden. Auch die Geschwindigkeit des Netzausbaus auf Übertragungsnetzebene bleibt hinter den nunmehr gesetzlich geregelten Erfordernissen weit zurück. Die IHK Nord mahnt zur deutlichen Beschleunigung des Netzausbaus. Vor diesem Hintergrund erneuert die IHK Nord ihre Forderung nach vereinfachten und beschleunigten Planungs- und Genehmigungsverfahren für Energieinfra-strukturmaßnahmen sowie nach einer bundesweit gerechten Aufteilung der dabei anfallenden Kosten. „Bisher wird die nord-deutsche Wirtschaft besonders stark belastet, denn die Netzentgelte liegen beispielsweise für Industriekunden in Teilen Nord-deutschlands höher als im Bundesdurchschnitt“, so der IHK Nord-Vorsitzende Thon. Zur Optimierung des Gesamtsystems mahnt die IHK Nord eine Forcierung der Forschung und Entwicklung von Speichertechnologien an. Der Speicherung regenerativer Energien kommt bei der erfolgreichen Umsetzung der Energiewende künftig eine Schlüsselrolle zu.

Diese differenzierte Beurteilung des Umsetzungsfortschritts der Energiewende wird durch die Einschätzung der norddeutschen Unternehmen bestätigt. Der Gesamtwert für die IHK-Nord-Region im Rahmen des bundesweiten IHK-Energiewende-Barometers 2013 liegt bei einer Bewertungsbreite von „minus 100“ bis „plus 100“ bei „minus 8,0“ und ist damit leicht besser als der Bundes-durchschnitt von „minus 10,6“.

Das Energiewende-Monitoring wurde auf Grundlage des IHK Nord-Positionspapiers „Energie für Norddeutschland“ aus dem Herbst 2012 erstellt. Für die wichtigsten Forderungen aus dem Positionspapier wurden Indikatoren entwickelt und der Sachstand in Bezug auf die Umsetzung der Energiewende dargestellt. Analysiert und bewertet wurden außerdem die für Norddeutschland relevanten Ergebnisse der Online-Unternehmensbefragung im Rahmen des Energiewende-Barometers 2013 der deutschen IHK-Organisation. Den gesamten Energiewende-Monitoring-Bericht finden Sie zum Download auf der IHK Nord-Homepage unter www.ihk-nord.de.

Die IHK Nord ist ein Zusammenschluss 13 norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Ham-burg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie vertreten knapp 700.000 Unternehmen in Norddeutschland und stützen sich auf rund 20.000 ehrenamtlich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer. Arbeitsschwerpunkte sind die Hafenwirtschaft, die maritime Technologie, die Verkehrsinfrastruktur, die Tourismuswirtschaft und die Industrie.

PM: IHK Nord

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