Umsetzung für die Integration der europäischen Day-Ahead-Strommärkte ist in vollem Gange

(WK-intern) – EPEX SPOTs Marktregeln sind bereit für NWE
Zukünftige lastflussbasierte Kapazitätszuweisung wird CWE-Marktkopplung optimieren

Paris – Die Umsetzung des Zielmodells für die Integration der europäischen Day-Ahead-Strommärkte ist in vollem Gange. Während seiner dritten Sitzung im Jahr 2013 diskutierte und verabschiedete der Börsenrat der europäischen Strombörse EPEX SPOT mehrere Veränderungen im Hinblick auf die Nordwesteuropäische Preiskopplung (NWE) und die lastflussbasierte Kapazitätszuweisung für die Marktkopplung in Zentralwesteuropa (CWE). Beide Projekte entsprechen dem Zielmodell und sind Etappenziele für die Integration der Strommärkte in Europa.

Angesichts des bevorstehenden Starts der NWE-Preiskopplung prüfte der Börsenrat mehrere Anpassungen der Marktregeln der Börse. Im Detail wurden folgende Punkte diskutiert:

– EPEX SPOT wird die Angleichung der Preisgrenzen innerhalb der NWE-Preiskopplung auf -500 €/MWh und +3000 €/MWh unterstützen. Hinsichtlich des Preises sollte der Markt jedoch so wenig wie möglich beschränkt werden. Aus diesem Grund wird EPEX SPOT gleichzeitig vorschlagen, Preisgrenzen regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen.
– In den Marktgebieten der EPEX SPOT steigt die Anzahl der in die Marktkopplung eingebundenen Grenzen. CWE umfasste drei solcher Grenzen (Deutschland-Frankreich, Deutschland-Niederlande und Frankreich-Belgien). In NWE kommen drei weitere hinzu: Frankreich-Großbritannien, Deutschland-Dänemark und Deutschland-Schweden.
– EPEX SPOT wird darüber hinaus Smart Blocks einführen, um die Optimierung und das Asset Management von Kraftwerken zu erleichtern. Diese Gebote hängen von mehreren Faktoren ab, wie etwa die Ausführung vorheriger Gebote.

Die Mitglieder des Börsenrats billigten diese Änderungen und unterstützen EPEX SPOTs Arbeit innerhalb des NWE-Projekts. „Die Harmonisierung von Marktregeln ist eine der Kernaufgaben bei der Schaffung eines effizienten gesamteuropäischen Strommarkts“, unterstreicht Jean-François Conil-Lacoste, Vorstandsvorsitzender der EPEX SPOT. „Mit diesen Änderungen entspricht EPEX SPOT dem von der Price Coupling of Regions-Initiative entwickelten europäischen Konsens.” NWE soll im November 2013 starten.

Darüber hinaus diskutierten die Mitglieder des Börsenrats die Auswirkungen der lastflussbasierten Kapazitätszuweisung, einer optimierten Methode zur Berechnung der Übertragungskapazitäten zwischen mehreren Ländern. Dabei werden alle relevanten physischen Beschränkungen des Netzes berücksichtigt. Überdies erlaubt sie Übertragungsnetzbetreibern (ÜNBs) eine effiziente Zusammenarbeit auf operationeller Ebene. Im Ergebnis erlaubt die lastflussbasierte Kapazitätszuweisung mehr Handelsmöglichkeiten und eine effizientere Nutzung der existierenden Übertragungskapazitäten bei gleichbleibender Versorgungssicherheit, da Kapazitäten voll optimiert und nicht im Voraus von den ÜNB aufgeteilt werden.

Die Methode wird von den ÜNB entwickelt und 2014 in CWE umgesetzt. EPEX SPOT möchte Börsenmitglieder für die lastflussbasierte Kapazitätszuweisung und ihre Auswirkungen auf die Preisbildung sensibilisieren, um eine reibungslose und transparente Umsetzung zu gewährleisten.

„Sobald die verbleibenden Fragen geklärt sind, ist diese erstmalige Implementierung der lastflussbasierten Kapazitätszuweisung in der CWE-Marktkopplung ein logischer Schritt, denn die Region umfasst einige der reifsten Märkte in Europa“, sagt Peter Heydecker, Vorsitzender des Börsenrats. „Das Europäische Zielmodell sieht eine Preiskopplung basierend auf lastflussbasierter Kapazitätszuweisung vor und CWE wird ein weiteres Mal der Vorreiter für Europa sein.“

Die dritte Sitzung des Börsenrats der EPEX SPOT im laufenden Jahr fand am 16. September 2013 in Paris statt und wurde von Peter Heydecker, Head of Origination Gas & Power bei Vitol, geleitet.

Der Börsenrat der EPEX SPOT ist ein offizielles Börsenorgan. Die 16 Mitglieder und sieben permanenten Gäste bilden die Vielfalt der Wirtschaftskreise und Unternehmensprofile unter den Börsenmitgliedern angemessen ab: Sie umfassen Stromhandelsunternehmen, Übertragungsnetzbetreiber, Regionalversorger, Broker und Finanzdienstleister sowie gewerbliche Verbraucher und Vertreter der Wissenschaft. Die Aufgaben des Börsenrats umfassen insbesondere die Verabschiedung der Börsenordnung und des Verhaltenskodex von EPEX SPOT sowie dessen Änderung. Der Börsenrat gibt seine Zustimmung zu neuen Handelssystemen, Kontrakten und Marktgebieten. Überdies genehmigt er die Ernennung des Leiters der Handelsüberwachungsstelle. Der Börsenrat trifft sich vierteljährlich.

EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. EPEX SPOT ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und einer Niederlassung in Leipzig. 229 TWh wurden in den ersten acht Monaten im Jahr 2013 an den Strommärkten der EPEX SPOT gehandelt.

PM: EPEX SPOT SE

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