Neues Hafenkonzept für Schleswig-Holstein

Windanlagentransport / Foto: HB
Windanlagentransport / Foto: HB

Zweiter Schleswig-Holsteinischer Hafentag: Gesamtverband und Land präsentieren neues Hafenentwicklungskonzept

  • Neues Hafenkonzept für Schleswig-Holstein
  • Neuauflage nach knapp 20 Jahren
  • Minister Meyer lobt strategische Bedeutung des Konzepts
  • Handlungsempfehlungen für maritime Kernbereiche entwickelt
  • Leitbild 2025 vorgestellt.  

Die Häfen in Schleswig-Holstein machen sich wetterfest für die Zukunft: Erstmals seit 20 Jahren liegt ein neues und umfassendes Hafenkonzept für das Land vor, das heute (16. September) anlässlich des zweiten Hafentages in Brunsbüttel von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und dem Vorstandsvorsitzenden des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH), Frank Schnabel, präsentiert wurde. Die von der Firma Uniconsult erarbeitete Expertise soll den insgesamt 25 Häfen in Schleswig-Holstein als Leitbild und Handlungsempfehlung dienen, um ihre individuellen Potentiale auszuschöpfen.

„Hier werden nicht nur die Entwicklungschancen unserer Häfen aufgezeigt, sondern auch konkrete Strategien empfohlen, beispielsweis die frühzeitige Etablierung als Standort für die Versorgung von Windparks oder als Produktionsstandort. Es ist also gleichermaßen eine Art Kompass für Wirtschaft und Politik, um unsere Kräfte in Zukunft noch besser zu bündeln. Die Landesregierung wird ihren Beitrag dazu leisten“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer vor den rund 200 Gästen des Hafentages.

Nach den Worten von GvSH-Vorstand Frank Schnabel konzentriert sich das Konzept auf Basis einer umfangreichen Marktanalyse auf die Entwicklungspotenziale bis zum Jahr 2025 und gibt zugleich Empfehlungen, wie diese Ziele erreicht werden können. Dabei konzentriert sich die Analyse auf die sechs Kernbereiche Fähr- und RoRo-Verkehr, Universalhäfen, On- und Offshore-Häfen, Kreuzfahrthäfen, Projektladungshäfen sowie Inselhäfen. Ihnen folgen weitere übergeordnete Themen wie etwa die Anforderungen an eine bedarfsgerechte Entwicklung von Hafenhinterlandanbindungen.

Auch die in Planung befindliche Multipurpose-Pier in Brunsbüttel spielt im Hafenkonzept eine bedeutende Rolle, um die Wachstumspotenziale der Offshore-Branche auszuschöpfen. Von gleicher Bedeutung sei insbesondere für die Häfen Brunsbüttel, Husum, Kiel und Lübeck der Bereich der Onshore-Windenergie.

Wie Schnabel weiter sagte, seien die Häfen Kiel und Lübeck-Travemünde in dem seit Jahren wachsenden Kreuzschifffahrt-Markt bereits gut aufgestellt und erwarten weitere Zuwächse. Aber auch für Flensburg werden Potentiale in diesem Segment gesehen. Generell bietet der Ostseeraum riesiges Marktpotential für die Häfen an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein.

„Drei Szenarien in dem Hafenkonzept bilden das Wachstum unserer Häfen bis zum Jahr 2025 ab. Wir orientieren uns derzeit an der These eines knapp dreiprozentigen Wachstums. Sollte sich das verwirklichen, hätten wir in zwölf Jahren ein Gesamtumschlagsvolumen der Schleswig-Holsteinischen Häfen von über 70 Millionen Tonnen“, so Schnabel. Der Standort Schleswig-Holstein hätte sich dann nach Hamburg und Bremen als drittgrößte Universalhafengruppe positioniert. Aber schon heute leiste der Hafenstandort mit über 50 Millionen Tonnen Ladung, rund 15 Millionen Passagieren und rund 50.000 Arbeitsplätzen einen hohen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung des Landes. Insbesondere die Vielfältigkeit der Seehäfen in Schleswig-Holstein zeigt, dass die maritime Wirtschaft ein wichtiges wirtschaftliches Standbein im nördlichsten Bundesland darstellt. Als einziges Bundesland mit der Lage an zwei Meeren werden über die Häfen Schleswig-Holsteins verschiedenste Logistikmärkte bedient. Liegt der Fokus der Ostküstenhäfen vermehrt im RoRo-Verkehr nach Skandinavien und ins Baltikum und im Kreuzschifffahrtsegment, haben die Häfen der Westküste Ihren Fokus auf der Windenergie, als Universalhäfen, der Fischerei oder dem Inseltourismus.

Auf die Zukunftsprognosen und die Inhalte des neuen Hafenkonzepts blicken auch die Teilnehmer der abschließenden Podiumsdiskussion unter der Moderation von Sebastian Reimann. Neben Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Frank Schnabel, beteiligten sich Heinrich Beckmann von der Lübecker Hafen-Gesellschaft, Dr. Dirk Claus vom Seehafen Kiel, Jürgen F. Jensen von der CJBW aus Flensburg, sowie Volker Zander von Wilhelm E.F. Schmid aus Husum. Alle Beteiligten unterstrichen den Wert der Ergebnisse aus dem Hafenkonzept. Denn trotz der Vielfalt der schleswig-holsteinischen Häfen, ist es gelungen, ein gesamtheitliches Leitbild zu schaffen, aus dem wiederum auch jeder Hafenstandort individuell sein Wachstumspotential ableiten und ausschöpfen kann.

Anlässlich des Hafentages adressierte der GvSH auch einen Forderungskatalog an die Politik. Darin werden unter anderem eine unverzügliche Ertüchtigung des Nord-Ostsee Kanals, ein verbesserter Ausbau der Hafenhinterlandanbindungen sowie die Einführung von Übergangsregelungen für Schwefelgrenzwerte angemahnt.

In Summe war der zweite Hafentag eine erfolgreiche Fortsetzung der Vorjahrespremiere. Er hat den Wert und die Bedeutung des Hafenstandorts Schleswig-Holsteins in den Vordergrund einer öffentlichen Diskussion gestellt. Zudem bot er den öffentlichen Auftakt für das Wirken eines nach fast 20 Jahren neu aufgelegten Hafenentwicklungskonzepts, das die Zukunft der Häfen von Deutschlands nördlichsten Bundesland skizziert und damit Handlungsempfehlungen gibt.

PM: Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V.
c/o Brunsbüttel Ports GmbH

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top