Clariant zertifiziert Zellulose-Ethanol-Anlage nach Europäischen Richtlinien

ISCC zertifiziert: sunliquid® Demonstrationsanlage zur Produktion von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen. (Foto: Clariant/Rötzer)
ISCC zertifiziert: sunliquid® Demonstrationsanlage zur Produktion von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen.
(Foto: Clariant/Rötzer)

(WK-intern) – Muttenz – Clariant, ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie, hat für seine sunliquid® Demonstrationsanlage die Zertifizierung „International Sustainability & Carbon Certification“ (ISCC) erhalten.

  • Clariant bestätigt Vorreiterrolle in der Entwicklung von nachhaltigem Biokraftstoff aus Agrarreststoffen
  • sunliquid® Demonstrationsanlage zur Herstellung von Zellulose-Ethanol nach ISCC zertifiziert
  • Zertifizierungs-Knowhow bietet als Teil des Lizenzpakets Mehrwert für Kunden

Das Gütesiegel bescheinigt der im Juli 2012 in Straubing eröffneten Anlage die nachhaltige Produktion von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen. Damit erfüllt das mit der von Clariant entwickelten sunliquid® Technologie produzierte Zellulose-Ethanol nachweislich die in der Europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive – RED) festgelegten Nachhaltigkeitskriterien.

„Die Zertifizierung der Straubinger Anlage ist ein weiterer Meilenstein in der Kommerzialisierung der sunliquid® Technologie“, sagt Hariolf Kottmann, CEO von Clariant. „Der in Straubing hergestellte Biokraftstoff erfüllt und übertrifft die in der RED festgelegten Nachhaltigkeitskriterien und kann auf die Klimaziele angerechnet werden – das ist eine wichtige Vorraussetzung, um das Verfahren am europäischen Markt etablieren zu können.“

ISCC ist neben REDcert eines von zwei in Deutschland anerkannten Zertifizierungsverfahren für die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen. Dabei ist ISCC ausgerichtet auf Treibhausgaseinsparungen, nachhaltige Bewirtschaftung von Flächen, den Schutz des natürlichen Lebensraums und die soziale Nachhaltigkeit.

„Mit Erhalt des ISCC-Zertifikats können wir nun potenziellen Partnern noch besser die Leistungsfähigkeit der Technologie und die Nachhaltigkeit des Produkts aus der Straubinger Anlage aufzeigen. Das sunliquid® Verfahren stellt mit 95 Prozent Klimagaseinsparungen eine nahezu emissionsneutrale Prozesslösung dar“, erklärt der Leiter des Geschäftsprojektes Biokraftstoffe & Derivate, Markus Rarbach. „Das Knowhow, das wir im Zertifizierungsprozess gewonnen haben, ist Teil des Lizenzpaketes, welches wir unseren Kunden anbieten. Dies ist ein wichtiger Mehrwert für zukünftige Anlagenbetreiber, denn nur zertifizierter Biokraftstoff kann auf die gesetzlich festgelegten Ziele angerechnet werden.“

Das biotechnologische sunliquid® Verfahren wandelt Agrarreststoffe wie Weizenstroh, Maisstroh oder Zuckerrohrbagasse nachhaltig und effizient in Zellulose-Ethanol um. Clariant plant, das sunliquid® Verfahren weltweit zu vermarkten, Europa ist dabei ein Kerngebiet.

Die Biokraftstoffgesetzgebung in Europa wird massgeblich durch die RED geprägt. So setzt diese das Ziel, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transportsektor verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Auf fortschrittliche Biokraftstoffe wie Zellulose-Ethanol, die nicht auf Nahrungsmitteln basieren und nicht um Anbauflächen konkurrieren, wird ein besonderes Gewicht gelegt. Diese Kraftstoffe erreichen zudem hohe Treibhausgaseinsparungen.

Clariant
ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie mit Hauptsitz in Muttenz bei Basel/Schweiz. Am 31. Dezember 2012 beschäftigte das Unternehmen insgesamt 21 202 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte Clariant mit seinen fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz von 6,038 Mrd. CHF. Das Unternehmen berichtet in vier Geschäftsbereichen: Care Chemicals, Catalysis & Energy, Natural Resources und Plastics & Coatings. Die Unternehmensstrategie von Clariant beruht auf vier Säulen: Steigerung der Rentabilität, Forschung und Entwicklung sowie Innovation, Wachstum in aufstrebenden Märkten und Neuausrichtung des Portfolios.

sunliquid®
ist ein innovatives, biotechnologisches Verfahren zur Herstellung von Zellulose aus Agrarreststoffen wie Getreide- und Maisstroh oder Zuckerrohrbagasse. In dem vollständig integrierten Verfahren spalten hochoptimierte rohstoffspezifische Biokatalysatoren Zellulose und Hemizellulose in hohen Ausbeuten bei stabilen Prozessbedingungen in fermentierbare Zucker. Dabei bietet die prozessintegrierte Produktion der Biokatalysatoren Flexibilität und reduziert Produktionskosten. Durch einen neuen Fermentationsorganismus können im nächsten Schritt sowohl C5- als auch C6-Zucker in Ethanol umgewandelt werden, was die Ethanolausbeute um etwa 50 Prozent erhöht. Ein neues von Clariant entwickeltes Aufreinigungsverfahren trägt massgeblich dazu bei, dass die gesamte benötigte Prozessenergie aus dem nicht verwertbaren Reststoff Lignin gewonnen werden kann. Seit Juli 2012 betreibt Clariant in Straubing eine Demonstrationsanlage, die jährlich bis zu 1000 Tonnen Zellulose-Ethanol aus rund 4.500 Tonnen Rohstoff produziert.

PM: Clariant

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