Strompreise für Großabnehmer sinken im Mittel über 40% auf unter unter 4 Cent/kWh

Stromnetz / Foto: HB
Immer mehr Betriebe werden von der EEG-Umlage befreit, sie gelten als Energieintensiv, nur die Verbraucher tragen bald die Energiewende noch. Die Politik hat wieder einmal alle Versprechen gebrochen, mal sehen was die Wahlbeteiligung ergibt? Natürlich haben deutsche Firmen dadurch einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen EU-Staaten, die schon lange kein Bein mehr an die Erde kriegen, dank Minijob, Praktikum, Hartz 4 sind wir in einem EinEuroLand unschlagbar, auch in der Stromarmut. / Foto und Bildtext: HB

(WK-intern) – Trotz Atomausstieg – historisch niedrige Strompreise bis 2019

Strom-Preisverfall für Großabnehmer und das Ausland, trotz Atomausstieg

Münster – Der Strom-Preisverfall für Großabnehmer setzt sich bis zum Jahr 2019 unvermindert fort. Erstmals sank jetzt auch der Preis zur Jahreslieferung von Grundlaststrom für das Jahr 2019 mit 3,965 Cent pro Kilowattstunde (kWh) unter die Marke von 4 Cent, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) auf der Basis von Daten der Strombörse EEX mit. Damit sind nunmehr alle Terminmarktkontrakte zur Jahreslieferung von Grundlaststrom zwischen 2014 und 2019, d.h. für die nächsten sechs Jahre, unter die 4-Cent-Marke gefallen. “Nach dem Ausstieg aus der Atomenergie im Jahr 2011 sind die Strompreise für Großabnehmer entgegen der allgemeinen Erwartung nicht rasant gestiegen, sondern im Mittel um über 40 Prozent gesunken”, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch.

Die niedrigen Preise an der Börse bis 2019 zeigen, dass selbst die Abschaltung der nächsten drei Atomkraftwerke (2015 Grafenrheinfeld, 1.345 MW), (2017 Gundremmingen B 1.344 MW), (Philippsburg 2, 1.468 MW) bereits eingepreist ist. Der Markt erwartet zudem keine Stromlücke. Allnoch: “Die Großkunden wie die Industrie profitieren bis 2019 trotz der Abschaltung von dann 11 Atomkraftwerken von stabil niedrigen Preisen unter 4 Cent pro Kilowattstunde. Das sind historisch günstige Strompreise, wie sie zuletzt im Jahr 2005 und damit vor acht Jahren üblich waren.” Weder die angekündigte Verteuerung der CO2-Zertifikate (Backloading) noch der möglicherweise verzögerte Offshore-Ausbau in Deutschland senden derzeit ein Preissignal in Richtung einer Verteuerung des Stroms in der Zukunft.

Allnoch: “Selbst wenn nur die Untergrenze von 6.000 MW Offshore-Windenergieleistung bis 2020 errichtet würde, können so jährlich rd. 30 Mrd. kWh grundlastfähiger Strom geliefert werden. Damit wird der Wegfall durch das Abschalten der nächsten drei Atomkraftwerke bis 2019 kompensiert.”

Termin- und Spotmarkt an der Strombörse

Strom wird an der Strombörse in zwei Marktsegmenten gehandelt: Termin- und Spotmarkt. Am Terminmarkt werden Stromeinkäufe für zukünftige Jahre getätigt. Großabnehmer können sich schon heute mit Strom für bis zu sechs kommende Jahre eindecken. So kostet Grundlaststrom für die Lieferung im Kalenderjahr 2014 an der Strombörse EEX in Leipzig derzeit 3,766 Cent/kWh (Stand: 11.07.2013). Gehandelt wird der Strom auch für die Jahre 2015 (3,737 Cent/kWh), 2016 (3,731 Cent/kWh), 2017 (3,785 Cent/kWh), 2018 (3,865 Cent/kWh) und 2019 (3,965 Cent/kWh). Am Spotmarkt (EPEX Spot in Paris) werden dagegen Stromkontingente gehandelt, die tagesaktuell oder am nächsten Tag geliefert werden.

PM: Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien

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