Max-Planck-Institut kooperiert zwecks Weiterentwicklung von Solarzellen

King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST)
King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST)

(WK-intern) – Engagement im Morgenland: MPIP mit Kooperation in Saudi-Arabien

Mainzer Max-Planck-Institut für Polymerforschung kooperiert mit wissenschaftlichem Zentrum in Saudi-Arabien zu Grundlagenforschung in Schlüsseltechnologien.

Mainz. Das Max-Planck Institut für Polymerforschung (MPI-P) und die saudi-arabische Forschungseinrichtung King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST) haben 2013 einen intensiven Wissenschaftsaustausch aufgenommen. Das Kooperationsprogramm läuft bis zum Jahr 2016 und hat ein Volumen von insgesamt etwa 2 Millionen Euro. Forscher aus dem Wüstenkönigreich werden in den kommenden Jahren häufig in den Laboren des MPI-P tätig sein.
KACST orientiert sich mit seinen circa 3000 Mitarbeitern vorwiegend an den unmittelbaren ökonomischen Bedürfnissen Saudi-Arabiens, dessen zukünftige Ausrichtung neben Ölförderung und petrochemischer Industrie auf eine zunehmende Technologieentwicklung als wirtschaftliches Standbein setzt. Das MPI-P profitiert im Gegenzug von Wissenstransfer und personellem Erfahrungsaustausch als Bereicherung für seine Grundlagenforschung.
„Die Weiterentwicklung von Solarzellen zur Nutzung der in dieser Region fast unerschöpflichen Sonnenenergie und die Synthese neuer Membranen für die Aufbereitung von in der Wüste so wichtigem Wasser sind für uns ganz besondere Herausforderungen in diesem Projekt, denen wir uns gemeinsam mit den saudi-arabischen Wissenschaftlern stellen möchten,“ sagt Institutsdirektorin Prof. Katharina Landfester über die Ziele der Kooperation.

Sie ist gemeinsam mit Direktor Prof. Klaus Müllen federführend für das Institut in der Zusammenarbeit aktiv. Beide sind bereits nach Riad gereist, um mit Prinz Turki bin Saud, einem Vertreter des saudischen Königshauses und Vizepräsident des KACST, die Rahmenvorhaben der Kooperation zu beraten. Diese erstreckt sich zunächst auf vier wissenschaftliche Projekte, soll aber weiter ausgebaut werden. Gemeinsam arbeitet man in Riad und Mainz nun an neuen Verfahren zur Herstellung der Kunststoffe Polyethylen und Polypropylen. Ein zweites Forschungsfeld, in dem das MPI-P als kompetenter Partner auftritt, ist die Polymerelektronik, die sich noch im experimentellen Stadium befindet, aber für die Zukunft vielfältige Anwendungsmöglichkeiten verheißt. Vor allem die umweltfreundliche, ressourcenschonende und kostengünstige Bilanz elektronischer Bauteile aus organischen Materialien lässt die Forschungsintensität weltweit steigen. Generell wird die Entwicklung intelligenter Materialien mit exakt einstellbaren Eigenschaften als Schlüssel für zukünftige Herausforderungen angesehen. Die gemeinsamen Forschungen von MPI-P und KACST an Nanopartikeln für Beschichtungen sowie Folien aus Hochleistungskunststoffen für den Einsatz als Membranen unterstreichen diese Bemühungen.
Positive Stimmen kommen bereits von den am Austausch beteiligten saudi-arabischen Wissenschaftlern, die derzeit am MPI-P arbeiten. „Mir gefällt, wie in Deutschland geforscht wird. Die Bedingungen vor Ort sind hervorragend und ich lerne neue Techniken. Aber die Arbeitsatmosphäre und das Teamwork beeindrucken mich besonders“, berichtet der aus Riad stammende Mohammed H. Almusawa.

KACST wurde 1977 in Riad eröffnet und vereinigt eine Vielzahl an Forschungsbereichen von Informatik bis Weltraumforschung unter einem Dach.

Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Das 1984 gegründete Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) zählt zu den international führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Polymerwissenschaft. Durch die Fokussierung auf so genannte weiche Materie und makromolekulare Materialien ist das Max-Planck-Institut für Polymerforschung mit seiner Forschungsausrichtung weltweit einzigartig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland arbeiten im Rahmen der Grundlagenforschung an der Herstellung und Charakterisierung von Polymeren und der Untersuchung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften. Anfang 2013 sind insgesamt 551 Personen am MPI-P beschäftigt: Die Belegschaft setzte sich aus 112 Wissenschaftlern, 173 Doktoranden und Diplomanden, 71 Gastwissenschaftlern und 195 technischen und Verwaltungsangestellten sowie Hilfskräften zusammen.
PM: Max-Planck-Institut für Polymerforschung

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