Schutz von Seeadlern beim Ausbau der Windenergie in S-H

Windanlagen in der Nähe der Brutstandorte von Seeadler, Weiß- und Schwarzstorch, Wanderfalke oder Rot- und Schwarzmilan
Windanlagen in der Nähe der Brutstandorte von Seeadler, Weiß- und Schwarzstorch, Wanderfalke oder Rot- und Schwarzmilan. Die meisten Seeadler sterben heute jedoch an dem Blei, welches sie beim Fressen von verendetem Jagdwild zu sich nehmen, welches die Jäger achtlos liegen lassen.

(WK-intern) – Ministerium erarbeitet Verfahren zum Schutz von Seeadlern beim Ausbau der Windenergie – Minister Habeck: „Energiewende und Naturschutz müssen Hand in Hand gehen“

KIEL. Um den Ausbau der Windenergie voranzutreiben und gleichzeitig Großvögel wie Seeadler oder Rotmilan effektiv zu schützen, bringt das Energiewendeministerium eine Handreichung mit konkreten Verfahrensschritten  auf den Weg. Damit werde ein klarer, pragmatischer Rahmen für die Genehmigungspraxis beim Bau von Windkraftanlagen in den neuen Windeignungsgebieten geschaffen, sagte Minister Robert Habeck heute (26. Juni 2013). „Die Energiewende ist grundsätzlich eine Verbündete des Naturschutzes im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen für den Naturhaushalt. Bei der Umsetzung kann es aber im Einzelfall zu Konflikten mit den Interessen des Natur- und Artenschutzes kommen – wie hier etwa beim Schutz von Vögeln.“

Bei Ausweisung der neuen Windflächen hatte die Landesregierung den Bau von Windanlagen in der Nähe der Brutstandorte von Seeadler, Weiß- und Schwarzstorch, Wanderfalke oder Rot- und Schwarzmilan nicht von vornherein ausgeschlossen. Stattdessen wurde ein artenschutzrechtlicher Vorbehalt formuliert. Wird eine Windkraftanlage im unmittelbaren Umkreis eines Brutplatzes beantragt (bei Seeadlern im Radius von drei Kilometern) muss im konkreten Einzelfall geprüft werden, ob sich Windräder negativ auf die streng geschützten Tiere auswirken und beispielsweise den Bruterfolg gefährden. „Die Prüfung im Einzelfall gibt uns die Möglichkeit, pragmatisch auf die unterschiedlichen Gegebenheiten der Flächen beim Ausbau der Windenergie eingehen zu können“, sagte Habeck.

Für diese Prüfung hat das Ministerium gemeinsam mit dem für die Genehmigungen zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Verfahrensschritte ausgearbeitet und diese mit Naturschutz- und Windenergieverbänden diskutiert. Windmüller müssen anhand eines ornithologischen Gutachtens nachweisen, dass die Vögel keinen Schaden nehmen. Die Vorhabenträger sollen aber unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit bekommen, die grundsätzlich mehrjährigen Untersuchungszeiträume zu verkürzen. Damit können sie auch innerhalb eines Jahres das für das Genehmigungsverfahren notwendige ornithologische Gutachten erstellen. Zu den Voraussetzungen gehören etwa, dass der Vorhabenträger dies ausführlich fachlich begründet. Es muss zum Beispiel sichergestellt werden, dass die notwendigen Untersuchungstage (70 Tage bei Seeadlern) erfüllt wurden und die Datenqualität durch die Nutzung von Daten aus zurückliegenden Jahren gewährleistet ist.

„Schleswig-Holstein geht mit dieser Regelung in doppelter Hinsicht voran. Wir erlauben einerseits, den Kernbereich um die Nester betroffener Großvogelarten für Windanlagen grundsätzlich zugänglich zu machen. Andererseits formulieren wir, was kein anderes Land formuliert: ein klares Anforderungsraster. So legen wir eine gleichermaßen pragmatische wie artenschutzrechtlich saubere Lösung vor. Damit werden wir den Anforderungen der Energiewende ebenso wie denen des Artenschutzes gerecht“, so Robert Habeck.

Die Handreichung kann ab dem 12. Juli 2013 vom Umweltportal des Landes Schleswig-Holstein („Umwelt und Landwirtschaft in Schleswig-Holstein“) unter dem Kapitel „Windkraft“ (• Naturschutz, Forstwirtschaft, Jagd • Eingriffsregelung • Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung • Windkraft) von jedermann heruntergeladen werden.
PM: Umwelt und Landwirtschaft in Schleswig-Holstein

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