Seehofer will Windkraftausbau zum Erliegen bringen

Windstille im Windpark / Foto: HB
Windstille im Windpark / Foto: HB
(WK-intern) – Medienberichten zufolge hat sich Ministerpräsident Horst Seehofer im Gespräch mit Windkraft-Kritikern aus Unterfranken für eine drastische Ausweitung der Mindestabstände von Windrädern zur Wohnbebauung ausgesprochen. Teilnehmer des Gesprächs haben bestätigt, dass sich Seehofer für einen Mindestabstand einsetzen wolle, der dem 10-fachen der Anlagenhöhe entsprechen solle. Dazu Ludwig Wörner, der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Das würde de facto das Aus für den Windenergieausbau in Bayern bedeuten.“

Der SPD-Energieexperte betont, dass die Bürgerinnen und Bürger durch geltende Vorschriften vor Lärm und Schattenwurf geschützt seien. Die nun willkürlich gewählte Abstandsregelung, die bei den in Bayern erforderlichen Anlagenhöhen fast immer knapp zwei Kilometer Abstand bedeuten würde, sei nicht zu begründen. Seehofers Ansicht, dass auch mit der von ihm vertretenen Abstandsregelung noch ausreichend Windräder gebaut werden könnten, bezeichnete Wörner als absurd: „In Bayern sind Anlagenhöhen von 195 Metern der Regelfall, da hierzulande in geringeren Höhen die Windgeschwindigkeiten für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen meist nicht ausreichen.“ Unter Berücksichtigung der ohnehin schon vorhandenen Tabuzonen aus Naturschutzgründen bliebe schlicht und ergreifend keine Fläche mehr für rentabel zu betreibende Windräder übrig.

„Sollten die Pläne Seehofers tatsächlich umgesetzt werden, wären die im Energiekonzept der Staatsregierung angestrebten Ziele Makulatur“, stellt Wörner fest. Darin spricht die Staatsregierung von 1.000 bis 1.500 neuen Windkraftanlagen bis zum Jahr 2021. „Nachdem auch der vom Ministerpräsidenten groß angekündigte Bayernplan zum Ausbau von Biogasanlagen nicht über das Entwurfsstadium hinauskommt, muss man sich fragen, ob und wie Horst Seehofer den künftig wegfallenden Atomstrom ersetzen will“, so der SPD-Energieexperte.

PM: Roland Wolf – Referent für Energiepolitik von Ludwig Wörner MdL

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