Geothermie auf der GEO-T Expo – Zentralamerikanische Länder suchen deutsches Technologie-Know- how

(WK-intern) – Der Energiehunger wächst – auch in Zentralamerika. Nachhaltige Energiegewinnung rückt dabei mehr und mehr in den Blickpunkt
der Regierungen in Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Nicaragua und Panama: Solarenergie, Wasserkraft, Windenergie und Biomasse, aber insbesondere auch die Geothermie. Aus diesem Grund veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen der internationalen GeothermieIndustriemesse GEO-T Expo am 14. November ein Fachforum zu den Potenzialen der Geothermie-Nutzung in Zentralamerika.

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Dabei werden Vertreter staatlicher Institutionen sowie privater Unternehmen aus u.a. Costa Rica, EL Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama die wirtschaftlichen und die geologischen Voraussetzungen sowohl im Hochals auch Niederenthalpiebereich in den Blick nehmen. Nach Schätzungen liegt das Gesamtpotenzial für die Erzeugung von Strom mit Geothermie in Zentralamerika bei über 13.000 MW, so dass mit geothermischen Kraftwerken theoretisch die ganze Region mit Strom versorgen werden könnte. Bisher befinden sich in Zentralamerika acht geothermische Kraftwerke am Netz, die bis zu 625 MW einspeisen und in manchen Ländern bis zu 25% der erforderlichen elektrischen Energie erzeugen. Hoch interessant erscheint die Geothermie auch deshalb, weil bei ihrer Nutzung die Einschränkungen für Umwelt und Bevölkerung erheblich geringer ausfallen als bei manch anderen erneuerbaren Energieträgern, wie z.B. großen Wasserkraftanlagen.

Rainer Schröer ist in der Region seit Mai 2010 zuständig für die Umsetzung des so genannten 4E-Programms der Bundesregierung. Schröer: „Ganz einfach formuliert unterstützen wir die lokal und regionalen Institutionen sowie die Privatwirtschaft dabei, das richtige zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort umzusetzen, um Energie zu sparen und so viel Energien aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen zu können, wie möglich.“

Das Energieentwicklungsprogramm „Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz (4E) in Zentralamerika wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Kooperation mit der Energieabteilung des Generalsekretariats des Zentra lamerikanischen Integrationssystems (SG-SICA) durchgeführt. Beispiel El Salvador: Große Markpotenziale durch Öffnung des StrommarktesSchröer: „Das 4E-Programm arbeitet auf der politischen Ebene, damit hier die energie-politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (4E) verbessert werden. Lokale Institutionen werden dabei beraten, mehr und verbesserte Projekte in den 4E-Bereichen zu realisieren. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft werden Investitionen in neue 4E-Projekte gefördert und der Technologietransfer aus Deutschland initiiert.“

Und genau an dieser Stelle setzt Schröer große Hoffnung auf die GEO-T Expo. Bisher, so formuliert er seine Wahrnehmung, „hielten sich deutsche Unternehmen auffallend zurück, wenn es darum geht, in Zentralamerika neue Märkte zu erschließen. Dabei setzen viele der in der Region ansässigen Unternehmen und Institutionen auf die Erfahrungen und die Kompetenzen deutscher Ingenieure und Techniker. Ein großes Potenzial für deutsche Unternehmen.“Als Beispiel nennt Schröer El Salvador. Bereits heute erzeugt das Land rund 64 Prozent des Stroms auf Basis von Geothermie, Biomasse und Wasserkraft. Derzeit sind insgesamt 1.500 MW an elektrischer Erzeugerkapazität installiert.

Geothermische Kraftwerke speisen dabei mit derzeit rund 204 MW installierter Leistung circa 25 Prozent des Bedarfs in das Netz.

Die Zeichen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in El Salvador stehen weiter auf Zuwachs. Die Regierung ist dabei verbesserte Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien zu schaffen, um auch Investoren der Privatwirtschaft zu fordern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter zu verringern. Mit dem 95 MW Kraftwerk „Ahuachapan“ begann im Jahre 1975 die Stromerzeugung aus Geothermie in El Salvador. Im Jahre 1992 wurde das Kraftwerk „Berlin“ mit 56,2 MW in Betrieb genommen, 2007 um 44 MW, 2009 um weitere 9,2 MW vergrößert, so dass der Standort „Berlin“ heute eine Erzeugerkapazität von 109,4 MW hat.

Die beiden Lagerstätten Ahuachapan und Berlin sind sehr ergiebige Hochenthalpielagerstätten. Weitere Hochenthalpiepotentiale werden zurzeit in San Vicente und Chinameca erschlossen. Die für die Entwicklung der Geothermie in El Salvador zuständige ehemals staatliche Firma La Geo konnte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte einen großen Fundus an Erfahrungen mit der Erschließung von Hochtemperaturreservaten und dem Betrieb geothermischer Kraftwerke aneignen, national wie international. La Geo unterstützt aktiv ein regionales Ausbildungsprogramm für Geothermie, das in El Salvador von der interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) gefördert wird.

Neben den noch nicht ausgeschöpften Potenzialen im Hochenthalpiebereich bestehen noch kaum bekannte und nicht genutzte große Potenziale im Bereich der Niederenthalpie, die zur elektrischen Stromerzeugung in kleinen Einheiten und zur Erzeugung von Prozesswärme sowie Prozesskälte für Industrie und Gewerbe verwendet werden können. Das GIZ-4E-Programm unterstützt ein regionales Büro des Geothermie-Zentrums Bochum und der internationalen Geothermie-Verbandes IGA in El Salvador und arbeitet mit der Regierung an einem speziellen Förderprogramm zur Nutzung der Niederenthalpie.

Hohe Potenziale für den Technologietransfer
Gesucht sind insbesondere deutsche Technologien und Unternehmen, denen eine breite Kompetenz bei der Errichtung von Anlagen zur Energiegewinnung auf regenerativer Basis zu gebilligt wird, wie auch Rainer Schröer weiß.

Für die weitere Entwicklung/Verbesserung vorhandener und den Bau neuer Geothermiekraftwerke im Hochenthalpiebereich werden innovative Prospektionstechniken, neues adäquates Bohrequipment, spezielles Material und Equipment für Geothermie-Anlagen (Brunnenbau, korrosionsbeständige Rohre, Messgeräte, Wärmetauscher, Pumpen, Anlagenkomponenten, Engineering im Anlagenbau, Turbinen, etc.) benötigt. Für die Entwicklung von Geothermieprojekten im Niederenthalpiebereich werden spezielle Beratungsleistungen und Technologien der Prozesswärme und Prozesskälteerzeugung gesucht. Internationale Partner können von der wertvollen, langjährigen Erfahrung salvadorianischer Geothermieexperten in der Entwicklung und im Betrieb von Geothermiekraftwerken im Hochenthalpiebereich profitieren. Schröer: „Geschäftsmöglichkeiten bestehen somit in beide Richtungen.“

Die GEO-T Expo findet als internationale Geothermie-Industriemesse im Energietechnologieland Nr.1 in Deutschland erstmals vom 12. bis 14. November 2013 statt.

PM: Messe Essen GmbH

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