Kleinwindkraftanlagen: Staatlich gefördert Steuern sparen

Kleinwindanlage / Foto: HB
Kleinwindanlage / Foto: HB
(WK-intern) – Nicht nur mit Sonne lässt sich privat und umweltfreundlich Strom erzeugen, sondern auch mit Windkraft. Die Kleinanlage auf dem eigenen Hausdach leistet in der Regel zwischen 0,4 kW bis 30 kW. Wie bei Photovoltaik-Anlagen, gibt es auch bei der eigenen Kleinwindkraftanlage eine Vergütung für die Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz. Mit diesen Tipps von Steuertipps.de lassen sich Steuern sparen.

Für Kleinwindanlagen ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich, zudem müssen die Anlagen den Vorschriften zu Lärm und Schattenwurf genügen. In manchen Bundesländern sind jedoch Anlagen bis zu 10m Höhe genehmigungsfrei. Auskünfte dazu gibt es bei den örtlichen Bauämtern.

Einspeisung ins öffentliche Netz: Vergütung
Wer seinen Strom in das öffentliche Netz einspeist, erhält dafür eine Vergütung nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (kurz Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG).
Die Vergütung beträgt zurzeit in den ersten fünf Jahren ab der Inbetriebnahme der Anlage 8,93 Cent pro Kilowattstunde (Anfangsvergütung), anschließend 4,87 Cent pro Kilowattstunde (Grundvergütung). Die Anfangsvergütung kann sich für Strom aus Windenergieanlagen, die vor dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen worden sind, um 0,48 Cent pro Kilowattstunde erhöhen (Systemdienstleistungs-Bonus).

Die Einspeisevergütung ist gesetzlich auf 20 Jahre festgelegt. Dadurch wird das Risiko für die Betreiber überschaubar. Die Vergütung sinkt jedoch für jedes Jahr, das eine Kleinwindkraftanlage später ans Netz geht, um 1,5% (Degression).

Strom nur für den Eigenverbrauch: KfW-Förderung
Wird der erzeugte Strom dagegen ausschließlich selbst verbraucht und ist die Anlage nicht an das öffentliche Netz angeschlossen, ist eine Förderung von Kleinwindkraftanlagen über die staatliche KfW möglich.

Steuern sparen mit Windkraft
Wer seinen Strom ins öffentliche Netz einspeist, also verkauft, wird dadurch zum Unternehmer. Daraus ergeben sich natürlich Pflichten, aber auch die Möglichkeit, Steuern zu sparen. Die Anmeldung eines Gewerbes ist in der Regel nicht erforderlich. Der Betrieb der Kleinwindkraftanlage muss allerdings dem Finanzamt angezeigt sein, denn durch die Vergütung entstehen Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Betreibern einer Kleinwindkraftanlage unterstellt das Finanzamt normalerweise eine Gewinnerzielungsabsicht. Voraussetzung: über die Nutzungsdauer der Anlage von 20 Jahren wird voraussichtlich einen Totalüberschuss erwirtschaftet. Der Nachweis der Gewinnerzielungsabsicht ist auf Basis der Amortisationsrechnung des Anlagebauers möglich, die in aller Regel bei planmäßiger Nutzung über 20 Jahre einen Totalüberschuss ausweisen wird.
Der Vorteil: Werden in den Anfangsjahren Verluste einfahren, werden diese ebenfalls steuerlich berücksichtigt und können mit positiven Einkünften zum Beispiel aus nichtselbstständiger Tätigkeit verrechnet werden.

Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben
Zu den Betriebseinnahmen gehören die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung und die Vorsteuer, die das Finanzamt für die Kleinwindkraftanlage erstattet. Diese Vorsteuererstattung bekommt allerdings nur, wer nicht die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nimmt, sondern zur Umsatzsteuer optiert.

Nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge einige der wichtigsten Betriebsausgaben:

  • Abschreibung: Die Kosten der Kleinwindkraftanlage dürfen nur über viele Jahre verteilt als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Diese Abschreibungen (Absetzungen für Abnutzung, kurz: AfA) bemessen sich nach den Anschaffungskosten für die Kleinwindkraftanlage, gemindert um eventuelle Zuschüsse. Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug schreiben die Brutto-Anschaffungskosten ab (inklusive USt.). Dagegen sind für vorsteuerabzugsberechtigte Anlagenbetreiber die Netto-Anschaffungskosten (ohne USt.) Basis der Abschreibung.
  • Investitionsabzugsbetrag: Abschreibungen gibt es normalerweise nur für tatsächlich angeschaffte Gegenstände. Nicht so beim Investitionsabzugsbetrag. Hier dürfen bereits drei Jahre vor der geplanten Anschaffung bis zu 40% der voraussichtlichen Anschaffungskosten (bei Umsatzsteuerpflicht: ohne USt.) als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Dadurch sinkt die Steuerbelastung in der Investitionsphase, und es steht mehr Liquidität zur Verfügung für die geplante Neuanschaffung.
  • Reparaturen an der Kleinwindkraftanlage sind sofort in voller Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig. Das betrifft z. B. Wartungsarbeiten oder die Reparatur von Schäden an der Anlage.
  • Schuldzinsen, die für die Kleinwindkraftanlage entstehen, dürfen ohne Abzugsbeschränkung in voller Höhe als Betriebsausgaben abgezogen werden. Voraussetzung ist aber, dass das jeweilige Darlehen nur für diese Anlage verwendet wird.
  • Versicherungsprämien: Betriebsausgaben sind nur die Prämien für Sachversicherungen, die eindeutig der Kleinwindkraftanlage zuzuordnen sind (z. B. Haftpflichtversicherung oder Ertragsausfallversicherung). Tritt ein Schaden ein, so ist die von der Versicherung gezahlte Leistung in der Regel als Betriebseinnahme zu versteuern. Bei Versicherungen, die zum Teil betriebliche und zum Teil private Risiken abdecken (beispielsweise kombinierte Gebäudeversicherungen), darf der auf das betriebliche Risiko (also die Kleinwindkraftanlage) entfallende Anteil als Betriebsausgabe abgezogen werden. Der Betrag muss häufig geschätzt werden. Oft verlangen Versicherungen für diese Anlagen einen Prämienzuschlag.
  • Vorweggenommene Betriebsausgaben: Bestimmte Kosten entstehen bereits vor Inbetriebnahme, zum Beispiel Fahrtkosten zu Anbietern oder Dachverstärkungen vor der Montage. Diese Ausgaben sind als vorweggenommene Betriebsausgaben abziehbar.
  • Zusätzlich zu den genannten Kosten sind außerdem abzugsfähig:
  • – Gebühren für den Rechtsanwalt und den Steuerberater, soweit sie mit den Einkünften aus der Kleinwindkraftanlage zusammenhängen,
  • – Kosten für Schriftverkehr und Korrespondenz mit dem Finanzamt oder mit dem Steuerberater (z. B. Porto, Büromaterial), soweit diese durch die Verwaltung der Photovoltaikanlage veranlasst sind
  • – Wartungskosten für die Kleinwindkraftanlage,
  • – Mietzins für den Zähler; der Energieversorger verrechnet die Zählermiete entweder mit der Einspeisevergütung oder weist sie als eigene Kostenposition aus.

 

PM: B

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