VDMA: Aufbruchstimmung bei der WINDPOWER 2013 spürbar

(WK-intern) – In Chicago findet in dieser Woche die größte Windenergiemesse in den USA, die WINDPOWER 2013, statt. Eines der Hauptthemen war die langfristige Entwicklung des US-amerikanischen Marktes. „Für die Windbranche geht von der WINDPOWER 2013 ein klares Aufbruchsignal aus, denn der US-amerikanische Markt lebt wieder auf und die Projekttätigkeit hat wieder begonnen“, erklärt Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Logo: VDMA

Nach einem politisch turbulenten Jahr 2012 wurde der für die Windbranche überlebenswichtige Production Tax Credit (PTC) Anfang Januar 2013 im Rahmen des „Fiscal Cliff Deals“ ein weiteres Mal verlängert. Der PTC läuft zwar zum 1. Januar 2014 wieder aus, gilt aber nun für Windprojekte „Under Construction“ und nicht wie in der Vergangenheit für fertig gestellte Windprojekte. Seit einigen Wochen steht nun auch fest, was unter dem Begriff „Under Construction“ zu verstehen ist. Entscheidend für den Erhalt des PTC ist demnach ein bereits in 2013 begonnener Bau von zum Beispiel Zuwegungen zum Windpark oder alternativ eine geleistete Anzahlung von fünf Prozent der Projektsumme. „Damit können mit dem PTC aus 2013 auch Windprojekte in den Folgejahren, also 2014, 2015 oder gar 2016 realisiert werden“, so Herdan.

Die späte Entscheidung zur Verlängerung des PTC Anfang 2013 wird den US-amerikanischen Markt in 2013 nach dem Rekordjahr 2012 allerdings drastisch einbrechen lassen. Nach einer neu installierten Windenergieanlagenleistung von 13,1 Gigawatt im Jahr 2012 wird nun ein Zubau in 2013 von maximal 2 bis 3 Gigawatt und in 2014 von ca. 7 bis 9 Gigawatt erwartet. Dies bedeutet, dass der Neubaumarkt in den Jahren 2013 und 2014 zusammengenommen unter dem Niveau von 2012 liegen wird. Und das Neubauvolumen in 2015 ist noch völlig offen, da auch eine weitere Verlängerung des PTC ungewiss ist. In Chicago wird erwartet, dass es in diesem Jahr eine weitere Verlängerung geben wird, aber sicher ist dies nicht.

„Dieses Auf und Ab ist Gift für die Industrie, die mit ihren Fertigungskapazitäten auf einen kontinuierlichen Markt angewiesen ist. Das bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren, die in Produktionsstätten in den USA investiert haben. Stabile politische Rahmenbedingungen sind für den kontinuierlichen Ausbau der Windenergie und den Aufbau einer funktionierenden Windindustrie einfach existentiell“, bemerkt Herdan.

„Es ist nun an der Zeit, in den USA ein anderes, langfristig planbares Instrument für den kontinuierlichen Ausbau der Windenergie zu finden. Nur so wird sich die Industrie auf Dauer entlang der ganzen Wertschöpfungskette in den USA ansiedeln können. Erst dann werden auch wieder deutsche Unternehmen über den Aufbau von Produktionskapazitäten in den USA nachdenken können“, so Herdan weiter.

Im vergangenen Jahr hatten AWEA und VDMA Power Systems eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die eine Zusammenarbeit beim Aufbau von industriellen Wertschöpfungsketten, dem Austausch über die Ausgestaltung politischer Rahmenbedingungen in den USA und in Deutschland sowie die Kooperation bei strategisch wichtigen Veranstaltungen und Messen beinhaltet. Ein wichtiger und erfolgreicher Prozess, der weiter gehen soll. Herdan: „Wir sind zuversichtlich, mit dem neuen AWEA CEO, Tom Kiernan, dem Ziel eines langfristig planbaren US-amerikanischen Marktes endlich näher kommen zu können.

Die deutsche Industrie steht bereit, in den USA zu investieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die erst letzte Woche getroffene Vereinbarung der beiden Messeveranstalter in Husum und Hamburg zur Ausrichtung der weltgrößten Windmesse im September 2014 in Hamburg – kombiniert mit der regionalen Windmesse im September 2015 in Husum – bietet sicherlich eine hervorragende Plattform, um den Dialog zwischen der US-amerikanischen und europäischen Industrie zu intensivieren. Wir möchten mit der Unterstützung der deutschen Windindustrie helfen, den US-amerikanischen Markt von einem digitalen „An-/Aus-Markt“ in einen kontinuierlichen Markt für die Windindustrie umzuwandeln“, resümiert Herdan.

PM: VDMA

Möchten Sie Ihr Unternehmen den Besuchern und Interessenten im Windkraft-Journal noch näher bringen? Dann tragen Sie Ihre Firma gerne hier ein.

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top