Das Internationale Geothermiezentrum (GZB) an der Hochschule Bochum hat ihre Erdwärmeanlage fertiggebohrt

(WK-intern) – Um die Wärme der Erde nutzen zu können muss man zunächst in die Tiefe bohren. Genau dies hat die Hochschule Bochum die letzten Monate getan. Das neue Institutsgebäude des GZB, die verschiedenen Labore und Forschungsinfrastrukturen können nun dauerhaft mit Wärme aus dem Untergrund versorgt werden. In Verbindung mit einer Wärmepumpe entsteht nicht nur eine zuverlässige und mit erneuerbarer Energie versorgte Heizung, man hat auch die Möglichkeit die Bürogebäude zu klimatisieren. Die Erstellung der Bohrungen und den Einbau der Sonden hat die Hochschule mit ihrem Team selbst erledigt. Bewährt hat sich dabei die hochschuleigene High-Tech-Bohranlage „BO.REX“, die zukünftig vor allem Forschungs- und Ausbildungszwecken dienen soll.

Foto: Es ist geschafft, der „GEOSTAR“ fertig. Noch schauen die Enden der Wärmesonden aus der Erde; bald werden sie an die Wärmepumpen angeschlossen sein. Für die beteiligten Ingenieure, Techniker und Mitarbeiter geht damit ein wichtiger Abschnitt beim Bau des Geothermiezentrums zu Ende (v.l.n.r.): Timm Eicker, Henry Tünte, Rüdiger Heidberg, Matthias Hoffmann, Jonas Güldenhaupt, Gregor Bussmann, Matthäus Lis, Alexander Schneidermann und Usmann Macit.

„GEOSTAR“ ist der Name des innovativen Bohr-Systems der Bochumer Forscher. Um einen zentralen Ansatzpunkt werden die Bohrungen kreisförmig und leicht radial abgeteuft. Im Gegensatz zur herkömmlichen Sondenanordnung, die eher einem Schachbrett gleicht, verspricht man sich eine Option für mitwachsende Anlagen z.B. für Neubaugebiete zu entwickeln. Zum Einsatz kamen 200 m lange Doppel-U-Sonden aus hochdruckvernetztem Polyethylen der Firma Rehau, die den Aufbau des Zentrums in Bochum auch mit Ihrer Wärmepumpentechnologie unterstützt.

Wie sich die Anordnung der Sonden jetzt auf die Heizleistung auswirkt, das können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Bochum nun genau verfolgen und auswerten. Schon während der einzelnen Bohrungen wurden diverse Messdaten erfasst (Tiefe, Bohrrichtung, Bohrverlauf, …), die nun im Betrieb um Temperatur- und Wärmeentzugsdaten ergänzt werden. Die Auswertung der Daten in den kommenden Monaten wird zeigen wie erfolgsversprechend dieser neue Ansatz in der Praxis sein wird.

Das GZB, gegründet 2006, ist eine Verbundforschungseinrichtung der Wissenschaft und der Wirtschaft. Angesiedelt an der Hochschule Bochum stellen die RWTH in Aachen, die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Hochschule OWL und die TU Darmstadt die weiteren universitären Träger. Hinzu kommen assoziierte Universitäten aus Chile, Neuseeland, Kroatien, Griechenland und der Türkei. Neben weiteren Institutionen Öffentlichen Rechts (EnergieAgentur NRW, Bezirksregierung Arnsberg, Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr GmbH, Stadt Bochum und der IHK Mittleres Ruhrgebiet) sind über 25 Firmen der Geothermiebranche aktive Partner des GZB. Das Internationale Geothermiezentrum ist seit Anfang 2011 Sitz des geothermischen Weltverbandes IGA (International Geothermal Association) mit über 5000 Mitgliedern aus fast 70 Ländern sowie des Internationalen Büros des Bundesverbandes Geothermie

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PM: Das Internationale Geothermiezentrum (GZB)
Holger Born
c/o Hochschule Bochum

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