CENTROSOLAR Group AG verliert 2012 22 % Umsatz – Aber Absatz leicht ausgebaut

(WK-intern) – Die im Februar von der CENTROSOLAR Group AG veröffentlichten operativen Umsatz- und Ergebniswerte werden weiter konkretisiert. Alle im Folgenden genannten Geschäftszahlen sind jedoch weiterhin vorläufig. So ist der Umsatz der gesamten CENTROSOLAR-Gruppe mit 227 Mio. EUR um rund 22 % hinter dem Vorjahreswert von 293 Mio. EUR zurückgeblieben. Wesentliche Ursache für den deutlichen Rückgang ist der wie im Vorjahr vorherrschende Preisdruck in der Branche. Der Absatz an Solarmodulen konnte demgegenüber sogar leicht ausgebaut werden.

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Auch im Bereich Solarglas machte sich der erhöhte Wettbewerbsdruck in Form sinkender Marktpreise und hier auch sinkender Mengen bemerkbar. Um hier die Realisierung von Synergien durch eine engere Anbindung der Glasveredelungslinien an Rohglaswannen zu ermöglichen, wird die Veräußerung dieses Geschäftsbereich angestrebt. Daher wird dieser Bereich als nicht fortgeführter Geschäftsbereich im Konzernabschluss der Gesellschaft repräsentiert sein. Auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich Solarglas entfällt ein Umsatz in Höhe von 38,5 Mio. EUR.

Der auf den fortgeführten Geschäftsbereich entfallende Umsatz lag mit 188,9 Mio. EUR um 19,5 % hinter dem Vorjahreswert der betreffenden Einheiten (234,7 Mio. EUR). Der überwiegend preisbedingte Umsatzrückgang führte hier zu einer Reduzierung des Rohertrags, der maßgeblich für den Rückgang im operativen Ergebnis EBITDA von -10,4 Mio. EUR im Vorjahr auf -16,4 Mio. EUR in 2012 verantwortlich ist.

Das Nettoergebnis lag mit -73,6 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von -16,8 Mio. EUR. Hierbei wirkten sich neben der EBITDA-Verschlechterung vor allem die im Finanzergebnis erfasste Verschlechterung des nicht fortgeführten Glasgeschäfts von 2,2 Mio. EUR im Vorjahr auf -12,6 Mio. EUR in 2012 sowie die außerordentlichen Abwertungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von insgesamt -32,0 Mio. EUR (Vorjahr 0 Mio. EUR) aus. Diese Abwertungen sind erforderlich geworden, da durch die schwierige Branchensituation die Planungen der Konzerngesellschaften reduziert und die den Bewertungen zugrunde gelegten Kapitalkosten angehoben wurden.

Zum Stichtag standen dem Unternehmen liquide Mittel in Höhe von 18,3 Mio. EUR (Vorjahr 25,9 Mio. EUR) zur Verfügung. Das Konzerneigenkapital ist in Folge der hohen Abschreibungen der Firmen- und Geschäftswerte, des negativen Beitrags aus dem nicht fortgeführten Glasbereich sowie des negativen operativen Ergebnisses in den fortgeführten Geschäftsbereichen von 79,2 Mio. EUR auf 6,1 Mio. EUR gesunken.

CENTROSOLAR Group AG gibt daher eine Verlustanzeige gem. § 92 Abs. 1 AktG bekannt. In der CENTROSOLAR Group AG ist im Einzelabschluss gem. HGB ein Verlust nach Steuern in Höhe von -89,4 Mio. EUR eingetreten, durch den mehr als die Hälfte des Grundkapitals verzehrt wurde. Das Eigenkapital gem. HGB beträgt 3,1 Mio. EUR gegenüber 60,6 Mio. EUR im Vorjahr. Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus der Abwertung von Beteiligungen und Forderungen an Konzernunternehmen infolge der oben genannten Änderungen der Planungen und Kapitalkosten.

Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts wird aufgrund der außergewöhnlich hohen Erstellungs- und Prüfungsanforderungen verschoben. Gleichwohl werden die am 19. Februar 2013 angekündigten, umfassenden Sanierungsmaßnahmen fortgesetzt. Der Vorstand wird gemäß den gesetzlichen Vorgaben eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, in der unter anderem eine vereinfachte Kapitalherabsetzung, eine Sachkapitalerhöhung durch Einlage der im BondM notierten Anleihe mit einem Nominalwert von 50 Mio. EUR sowie eine Barkapitalerhöhung wie angekündigt beschlossen werden soll. Eine entsprechende Gläubigerversammlung der im BondM notierten Anleihe wird ebenfalls in Kürze einberufen. Neben den Kapitalmaßnahmen umfassen die Sanierungsmaßnahmen auch weitreichende operative Sanierungsschritte sowie finanzielle Beiträge seitens der finanzierenden Banken und Leasinggeber sowie des Managements.

Insgesamt kann die Ergebnis- und Finanzsituation nicht befriedigen. Vor dem Hintergrund der Situation der Wettbewerber kann jedoch nach Einschätzung des Managements das operative Ergebnis des fortgeführten Bereichs als noch vergleichsweise weniger verlustreich gelten, was auf die vergleichsweise bessere strategische Aufstellung des Unternehmens zurückgeführt wird. Das Management geht davon aus, dass CENTROSOLAR diese Branchenkrise überstehen wird, und sich nach der Krise wieder sehr gute Geschäftsmöglichkeiten in dem Zukunftsmarkt Photovoltaik ergeben werden.

PM: MetaCom GmbH Georg Biekehör

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