Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist das Geschäftsjahr 2012 für die RWE AG gut gelaufen

Deutschlandpremiere für mehr Windstrom im Hochspannungsnetz: RWE Deutschland installiert Hochtemperaturleiterseil im Hunsrück (v.l.n.r.: Peter Pietruschka, Rhein Ruhr Verteilnetz; Udo van Dyk, RWE Westfalen Weser Ems Netzservice; Dr. Joachim Schneider, Vorstand Technik der RWE Deutschland AG)
Deutschlandpremiere für mehr Windstrom im Hochspannungsnetz: RWE Deutschland installiert Hochtemperaturleiterseil im Hunsrück (v.l.n.r.: Peter Pietruschka, Rhein Ruhr Verteilnetz; Udo van Dyk, RWE Westfalen Weser Ems Netzservice; Dr. Joachim Schneider, Vorstand Technik der RWE Deutschland AG)

(WK-intern) – RWE bestätigt Prognose für 2013

  • Betriebliches Ergebnis 2012 über den Erwartungen
  • Effizienzprogramm zeigt Wirkung
  • Stabile Dividende von 2 Euro für 2012 in Aussicht gestellt
  • RWE prüft Verkaufsoptionen für RWE Dea

Der Energiekonzern erzielte ein EBITDA von 9,3 Mrd. Euro und ein betriebliches Ergebnis von 6,4 Mrd. Euro – beide Werte liegen 10% über den Vorjahreswerten und damit über der im März 2012 veröffentlichten Prognose. Der Umsatz stieg auf 53,2 Mrd. Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis lag wie prognostiziert bei 2,5 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Dieser Ergebniswert ist die Basis für die Dividendenberechnung. Vorstand und Aufsichtsrat der RWE AG werden der Hauptversammlung daher am 18. April 2013 eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 2 Euro je Aktie vorschlagen.

Zur Ergebnisverbesserung trug unter anderem die Tatsache bei, dass Sonderbelastungen nicht mehr anfielen, die nach der Entscheidung zum Kernenergieausstieg in Deutschland das Jahr 2011 geprägt hatten. Diese Belastungen waren 2012 deutlich niedriger. “Außerdem profitierten wir von hohen Ergebnisbeiträgen aus unserem Effizienzprogramm und von einem erfolgreichen Handelsgeschäft”, erklärte Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG. Im Gas-Midstream-Geschäft konnte RWE Supply & Trading Boden gutmachen, da inzwischen in fast allen Gaspreis-Revisionsverhandlungen mit den Lieferanten Vertragsanpassungen und Kompensationszahlungen vereinbart worden sind.

RWE prüft Verkaufsoptionen für RWE Dea

Darüber hinaus hat der Vorstand der RWE AG heute den Rückzug aus der Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas beschlossen. RWE beabsichtigt daher, Optionen zu prüfen, sämtliche Anteile an der RWE Dea AG zu veräußern. Die geplante Veräußerung steht im Zusammenhang mit der strategischen Weiterentwicklung der RWE AG. Sie führt zudem zu einer erheblichen Entlastung des künftigen Investitionsvolumens und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Finanzkraft von RWE. Details und Durchführung einer Transaktion sind noch offen. Weitere wesentliche Entwicklungen werden zu gegebener Zeit in geeigneter Form bekannt gemacht.

Produktion und Absatz von Strom und Gas

Die Stromerzeugung ist im RWE-Konzern 2012 um 10% auf 227,1 Mrd. Kilowattstunden (kWh) gestiegen. Das liegt an verschiedenen Faktoren: In Deutschland ist seit Anfang 2012 der neue Braunkohledoppelblock mit 2100 Megawatt (MW) Nettoleistung am Netz; er ersetzt 16 Blöcke älterer Braunkohlekraftwerke, die sukzessive bis zum Jahresende 2012 stillgelegt worden sind. Zusätzlich stieg die Stromerzeugung aus Steinkohle, weil verbesserte Margen am Spotmarkt zu einer höheren Kraftwerksauslastung führten. Auch in den Niederlanden hat sich die Auslastung der Steinkohlekraftwerke verbessert. Die beiden neuen Gaskraftwerke mit einer Nettoleistung von zusammen mehr als 1700 MW trugen zum mengenmäßigen Plus in der Erzeugung bei. Allerdings sind die Gaskraftwerke in den Niederlanden grundsätzlich nur schwach ausgelastet. In Großbritannien zeigt sich ein ähnliches Bild: Verbesserte Marktbedingungen für Steinkohlekraftwerke und die Inbetriebnahme eines neuen Gaskraftwerks mit knapp 2200 MW erhöhten die Stromerzeugung. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist im Konzern um 41% auf 12,4 Mrd. kWh gestiegen.

Die konzernexternen Gaslieferungen lagen trotz kühlerer Witterung mit 306,8 Mrd. kWh um etwa 5% unter dem Vorjahreswert. Wettbewerbsbedingte Kundenverluste und negative Konjunktureffekte gaben dafür den Ausschlag.

Unternehmensbereich Deutschland

Das betriebliche Ergebnis des Unternehmensbereichs verbesserte sich um 10% auf 4,6 Mrd. Euro. In der Stromerzeugung stieg das Ergebnis um 13% auf 3 Mrd. Euro. Das betriebliche Ergebnis im Geschäftsfeld Vertrieb/Verteilnetze stieg um 5% auf 1,6 Mrd. Euro. Hier machen sich Effizienzsteigerungen sowie Erfolge bei der Akquise und Bindung von Haushaltskunden bemerkbar.

Unternehmensbereich Niederlande/Belgien

Das betriebliche Ergebnis des Bereichs ging um 7% auf 228 Mio. Euro zurück. Die schwierige Marktsituation in der Stromerzeugung belastet das Ergebnis. Dieser Effekt konnte auch durch kostensenkende Maßnahmen und die Optimierung des Gasbezugs nicht aufgefangen werden.

Unternehmensbereich Großbritannien

Dank der Effizienzsteigerungen und des gestiegenen Gasabsatzes verbesserte sich das betriebliche Ergebnis um 34% auf 480 Mio. Euro (wechselkursbereinigt 25%). Allerdings haben sich auch in Großbritannien die Kraftwerksmargen im Vergleich zu 2011 verringert.

Unternehmensbereich Zentralost-/Südosteuropa

Das betriebliche Ergebnis des Unternehmensbereichs hat sich um 6% auf 1 Mrd. Euro verringert (wechselkursbereinigt – 4%). In Tschechien standen Verbesserungen im Gasvertrieb und bei den Transiterlösen Rückgänge im Verteilnetz und im inländischen Gastransportgeschäft gegenüber. Im polnischen Stromgeschäft ist das betriebliche Ergebnis trotz intensiven Wettbewerbs am Endkundenmarkt gestiegen. In Ungarn schloss der Stromvertrieb wegen negativer Mengen- und Preiseffekte unter Vorjahr.

Unternehmensbereich Erneuerbare Energien

Das betriebliche Ergebnis von RWE Innogy stieg geringfügig auf 183 Mio. Euro. Die Entwicklung von Wachstumsprojekten ist weiterhin mit hohen Kosten verbunden. Dem stehen positive Effekte aus der Inbetriebnahme neuer Stromerzeugungskapazitäten gegenüber.

Unternehmensbereich Upstream Gas & Oil

Gestiegene Gas- und Ölpreise und die Aufwertung des US-Dollars haben das Dea-Ergebnis um knapp ein Viertel auf 685 Mio. Euro steigen lassen. Außerdem hat sich der Explorationsaufwand verringert.

Unternehmensbereich Trading/Gas Midstream

RWE Supply & Trading schloss mit einem betrieblichen Verlust, der mit 598 Mio. Euro aber wesentlich niedriger ausfiel als im Vorjahr. Im Gas-Midstream-Geschäft konnte RWE Supply & Trading Boden gut machen, darüber hinaus hat sich die Performance im Energiehandel deutlich verbessert.

Investitionen

Die Investitionen gingen um etwa ein Fünftel auf 5,5 Mrd. Euro zurück. Mit 5,1 Mrd. Euro lag der Schwerpunkt auf Sachinvestitionen für den Ausbau konventioneller und erneuerbarer Erzeugungskapazitäten sowie für den Erhalt und die Modernisierung der Netzinfrastruktur.

Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2012 beschäftigte RWE – umgerechnet in Vollzeitstellen – 70.208 Mitarbeiter, etwa 1800 oder 3% weniger als am Jahresende 2011. Der Rückgang ergibt sich aus operativem Stellenabbau und aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen. Der Konzern bildet weiterhin über Bedarf aus, Ende 2012 standen mehr als 2800 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis bei RWE.

Ausblick

RWE bestätigt die Prognose für 2013 aus dem März 2012 und erwartet ein betriebliches Ergebnis in der Größenordnung von 5,9 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr ist ein erfolgreicher Abschluss der offenen Gaspreisrevision mit Gazprom zu erwarten. Zusätzlich wird ein hoher Ergebnisbeitrag aus effizienzverbessernden Maßnahmen helfen, Ertragseinbußen in der konventionellen Stromerzeugung abzufedern.

Das EBITDA wird voraussichtlich eine Größenordnung von 9 Mrd. Euro haben, das nachhaltige Nettoergebnis von etwa 2,4 Mrd. Euro. Die Investitionen in Sachanlagen werden sich wieder bei rund 5 Mrd. Euro bewegen, und auch die Nettoschulden werden voraussichtlich unverändert bleiben.

Angesichts der strukturellen Veränderungen auf dem europäischen Energiemarkt und ihrer Auswirkungen auf die Ertragsperspektiven des Konzerns erwartet RWE nach 2013 einen deutlichen Rückgang des Ergebnisniveaus. “Wir sind ein Unternehmen, das für seine Zukunft hart arbeiten muss”, erklärte RWE-Vorstandsvorsitzender Peter Terium, “und wir stellen uns den Herausforderungen der Energiewende.” Die grundlegende Ausrichtung des Konzerns – “nachhaltiger, robuster, internationaler” – hat Bestand, kann aber aufgrund des eingeschränkten finanziellen Spielraums nur mit verringertem Tempo verfolgt werden. Das allerdings mit einem hohen Qualitätsanspruch: “Als Partner bei der Umgestaltung des europäischen Energiesystems wollen wir zur Spitze in puncto Leistung und Vertrauenswürdigkeit gehören”, beschrieb Peter Terium das Leitbild von RWE.

Zukunftsbezogene Aussagen

Diese Pressemeldung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des
RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die das Unternehmen auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen hat. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.

PM: RWE

Weiterführende Informationen als Download:
Auf einen Blick (Tabelle)

Möchten Sie Ihr Unternehmen den Besuchern und Interessenten im Windkraft-Journal noch näher bringen? Dann tragen Sie Ihre Firma gerne hier ein.

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top