Spitzenclusterwettbewerb im Technologienetzwerk setzt weltweit neue Maßstäbe

(WK-intern) – Spitzencluster it’s OWL bereitet Weg für „Industrie 4.0“

Lemgo – Hightech für die Märkte von morgen: In OstWestfalenLippe wächst ein Technologienetzwerk aus Wirtschaft und Wissenschaft, das weltweit Maßstäbe auf dem Gebiet Intelligente Technische Systeme setzen wird.

Der Cluster Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe – kurz it´s OWL – gilt als Wegbereiter für „Industrie 4.0“ und leistet einen wichtigen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit von Produktion am Standort Deutschland.

Mit der Auszeichnung im Spitzenclusterwettbewerb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) it´s OWL 2012 ein Gütesiegel gegeben.

174 Unternehmen, Hochschulen, Forschungszentren und Organisationen arbeiten im Technologienetzwerk it´s OWL zusammen. Im Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft gehen sie den Innovationssprung von der Mechatronik zu Intelligenten Technischen Systemen gemeinsam an. In 45 Projekten im Gesamtumfang von ca. 100 Mio. € werden bis Juni 2017 Technologien für eine neue Generation von Produkten und Produktionssystemen entwickelt – von Automatisierungslösungen und Antrieben über Haushaltsgeräte, Fahrzeuge und Maschinen bis zu Smart Grids und vernetzten Produktionsanlagen. Das BMBF stellt dafür 40 Mio. € an Fördermitteln bereit.

Intelligente Technische Systeme entstehen durch das Zusammenspiel von Ingenieurwissenschaften und Informatik. Sie können autonom mit ihrem Umfeld interagieren, sind flexibel modifizierbar und erweiterbar. Auf Basis von gesammelten Daten können sie künftige Ereignisse antizipieren und geeignete Aktionen ohne Mitwirkung des Menschen auswählen. Dadurch werden die Entwicklung, die Einrichtung, die Wartung und das Lebenszyklusmanagement von Produkten, Maschinen und Anlagen verbessert. Darüber hinaus erhöhen sich ihre Zuverlässigkeit, Ressourceneffizienz und Benutzerfreundlichkeit.

Intelligente Automatisierungstechnik bringt enormen Impuls

Hans Beckhoff (Geschäftsführender Gesellschafter Beckhoff Automation GmbH) verdeutlicht die hohe Technologiekompetenz von it´s OWL: „Die Kombination aus Technologie- und Weltmarktführern in den Bereichen Maschinenbau, Elektronik- und Automobilzulieferindustrie sowie international renommierter Spitzenforschung bildet eine äußerst leistungsfähige Grundlage für unseren Spitzencluster. Auf dieser industriell-wissenschaftlichen Basis ist es möglich, die Integration von Automatisierung und Mechanik hin zu intelligenten technischen Systemen weiter voranzutreiben. Wir sind sicher, dass unser Spitzencluster Technologie und Wissenschaft sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, der Region OWL und des Standorts Deutschland nachhaltig stärken wird.“

Roland Bent (Geschäftsführer Phoenix Contact GmbH & Co. KG) unterstreicht: „Durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien können wir in der Automatisierungstechnik erhebliche Optimierungspotenziale nutzen. Unser Cluster bietet dafür hervorragende Voraussetzungen, so dass die Unternehmen ihre Marktposition ausbauen werden. Alle reden über „Industrie 4.0“ – wir entwickeln konkrete Lösungen dafür.“

Dr. Peter Köhler (Vorstandssprecher Weidmüller Gruppe) führt aus: „Unsere Forschungseinrichtungen sind weltweit führend auf dem Gebiet Intelligente Technische Systeme. Im Technologienetzwerk kombinieren wir Forschungsergebnisse mit dem konkreten Anwendungs-Know-How und der praktischen Erfahrung der Unternehmen. So stärken wir mit neuen Technologien unsere Innovationskraft und schaffen zusätzlich einen Wettbewerbsvorteil für die gesamte Region.“

„Der ressourcenschonende Umgang mit Energie ist eines der zentralen Themen unserer Zeit und wird zukünftig noch an Bedeutung gewinnen. Mit den intelligenten technischen Systemen entwickeln wir Lösungen, die dem Anwender einen konkreten Nutzen bringen, in Bezug auf die Ressourceneffizienz, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Doch nicht nur in der Technologieentwicklung sehen wir Chancen. Mit it´s OWL werden wir die Bekanntheit des Standorts und die Attraktivität der Unternehmen und Hochschulen deutlich steigern. Denn in it´s OWL kann man Zukunft mitgestalten. Schon jetzt merken wir ein hohes Interesse bei Fach- und Führungskräften“, verdeutlicht Dr. Tim Bendig (Leiter Corporate Communications Lenze SE).

Die Spitzencluster-Projekte

Im Rahmen der Spitzencluster-Strategie bringen die Unternehmen mit Unterstützung der Forschungseinrichtungen neue Produkte und Anwendungen zur Marktreife und entwickeln neue Technologien. Ein Fokus liegt dabei auf intelligenten Automatisierungs- und Antriebslösungen.

Beckhoff (Verl) integriert beispielsweise ingenieurwissenschaftliche Erkenntnisse in die Standardautomatisierung. Durch eine Scientific Automation Plattform werden Energieverbrauch, Ausschuss, Durchlaufzeiten und Schadstoffaustritt in der Produktion reduziert. Phoenix Contact (Blomberg) verbessert durch intelligente Automatisierungs-Komponenten die Wandlungsfähigkeit von Maschinen und Anlagen. Dadurch werden die Planung, Inbetriebnahme und Anpassung von Maschinen vereinfacht und die Betriebskosten gesenkt. Weidmüller (Detmold) ermöglicht mit intelligenten Automatisierungsgeräten wandlungsfähige Fertigungssysteme bei reduziertem Aufwand für Planung und Engineering. In Kooperation mit dem Möbelzulieferer Hettich (Kirchlengern) entwickelt Weidmüller außerdem selbstkorrigierende Umformprozesse für das Stanz-Biegen und Walzprofilieren. Das Projekt ist ein konkretes Umsetzungsbeispiel für intelligentere Fertigung: Die Prozesssicherheit für die Produktion von Massenprodukten wird erheblich gesteigert sowie Einrichte- und Rüstzeiten reduziert. Lenze (Hameln) erarbeitet intelligente Antriebs- und Steuerungslösungen für die Intralogistik in Warenhäusern. Durch ein Baukastensystem für Antriebslösungen wird der Energieverbrauch reduziert, ein intelligentes Lastmanagement ermöglicht eine optimale Auslastung des Versorgungsnetzes.

Die Technologiebasis für diese Lösungen wird in fünf Querschnittsprojekten geschaffen, in denen die Hochschulen anwendungsorientierte Forschungsergebnisse für die Unternehmen bereitstellen. Dabei werden die Bereiche Selbstoptimierung, Mensch-Maschine-Interaktion, Intelligente Vernetzung, Energieeffizienz und Systems Engineering abgedeckt.

Diese Technologieplattform bildet auch die Basis für den Transfer in die Breite. Die entwickelten Methoden und Technologien werden durch Veranstaltungen, Erfahrungsaustauschgruppen, Weiterbildungen und Transferprojekte für eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen nutzbar gemacht. Über 80 Unternehmen haben bereits ihr Interesse an Transferprojekten signalisiert. Weitere Projekte von it´s OWL zielen auf die Strategiekompetenz und den Markterfolg der Unternehmen sowie die Prävention gegen Produktpiraterie und die Gewinnung von Fachkräften.

Wegbereiter für Industrie 4.0

Durch eine intelligente Automatisierung werden industrielle Prozesse in der Produktion, dem Engineering, der Materialverwendung sowie des Lieferketten- und Lebenszyklusmanagements im Sinne einer Smart Factory miteinander vernetzt und organisieren sich in weiten Teilen selbst. Die zu fertigende Produkte verfügen ebenfalls über ausreichend Informationen, um einerseits zu jedem Zeitpunkt identifiziert und lokalisiert zu werden und andererseits alternative Wege im Produktionsprozess dezentral zu wählen. Dies erhöht nicht nur die Effizienz, sondern ermöglicht eine neue Dimension der kundenindividuellen Herstellung bis zur Losgröße 1.

Die Vision einer intelligenten Produktion steht jedoch noch in den Startlöchern. Dr. Roman Dumitrescu (Geschäftsführer it´s OWL Clustermanagement GmbH) macht deutlich: „Auf dem Weg zu „Industrie 4.0“ müssen noch etliche Herausforderungen bewältigt werden. Beispiele sind u.a. der Umgang mit den hohen Datenmengen, die Sicherheit der Kommunikation insbesondere vor unbefugtem Zugriff und die Standardisierung von herstellerunabhängigen Schnittstellen der Komponenten für die Hard- und Software. Auf diesen Gebieten leistet it´s OWL wichtige Pionierarbeit.“ Prof. Dr. Jürgen Jasperneite (Leiter Fraunhofer-Anwendungszentrum IOSB-INA) ergänzt: „Mit Bielefeld, Paderborn und Lemgo verfügt die Region über drei leistungsstarke Forschungs- und Entwicklungszentren, die sich für die Erarbeitung von Lösungen von „Industrie 4.0“ hervorragend ergänzen.“

Weltmarktführer und Spitzenforschung

Ostwestfalen-Lippe gehört zu den stärksten Produktionsstandorten in Europa – gekennzeichnet durch eine hohe Beschäftigungskonzentration, Innovationsfähigkeit und Exportquote. Im Maschinenbau, der Elektro- und Elektronikindustrie sowie der Automobilzulieferindustrie bieten 400 Unternehmen Arbeitsplätze für rund 80.000 Beschäftigte und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 16,5 Mrd. €. Prägend sind unabhängige Familienunternehmen und ein breiter Mittelstand. Dazu gehören starke Marken wie Benteler, Claas, Gildemeister, Hella, Miele und Wincor Nixdorf, aber auch viele Hidden Champions wie Kannegiesser, Denios und Hesse. In der Industrieelektronik setzen Beckhoff, Harting, KEB, Lenze, Phoenix Contact, WAGO und Weidmüller Weltstandards.

Die regionalen Hochschulen stehen international für interdisziplinäre Spitzenforschung auf den Gebieten Kognition, Selbstoptimierung und Industrieautomatisierung. In einem Exzellenzcluster, drei Sonderforschungsbereichen, 14 Forschungseinrichtungen sowie zahlreichen Arbeitsgruppen arbeiten rund 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

In Forschungs- und Entwicklungszentren arbeiten Forschungsinstitute und Unternehmen eng zusammen. Inmitten des Campus der Hochschule OWL befindet sich beispielsweise Deutschlands erstes Science-to-Business Center im Bereich der industriellen Automation: Das CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT). Ein Ort, an dem voneinander unabhängige Unternehmen und Forschungsinstitute rund um das Thema Industrial IT beheimatet sind und überdies gemeinsame Forschungsprojekte bearbeiten.

Durch it´s OWL wird ein großer Entwicklungsschub für die Region erwartet. Mit den Aktivitäten soll die Spitzenposition im Bereich Intelligente Technische Systeme im globalen Wettbewerb erreicht werden. Ganz konkret sollen beispielsweise 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, 50 Unternehmen und fünf neue Forschungsinstitute gegründet, 500 Wissenschaftler in die Region geholt und fünf neue, interdisziplinäre Studiengänge entwickelt werden.
www.its-owl.de

Der Spitzenclusterwettbewerb

Als das Flaggschiff seiner Hightech-Strategie hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2007 den Wettbewerb „Deutschlands Spitzencluster – Mehr Innovation. Mehr Wachstum. Mehr Beschäftigung“ gestartet. In drei Wettbewerbsrunden wurden bis 2012 fünfzehn Spitzencluster ausgewählt, die mit jeweils 40 Mio. € gefördert werden. Die Spitzencluster demonstrieren die Innovationskraft Deutschlands und entwickeln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft. In der dritten und letzten Runde des Wettbewerbs haben sich 24 Cluster aus ganz Deutschland beworben. Die fünf Sieger – darunter it´s OWL – sind im Januar 2012 von einer unabhängigen Expertenjury ausgewählt worden.
www.spitzencluster.de

PM: OWL Clustermanagement GmbH

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