Netzausbau an der Ostküste – mit einer Leitung

Stromnetz / Foto: HB
Stromnetz / Foto: HB

(WK-intern) – Energiewendeminister Robert Habeck zum neuen Netzentwicklungsplan 2013:  „Wir brauchen Netzausbau an der Ostküste – mit einer Leitung“

KIEL – Die Netzbetreiber haben ihren Vorschlag zur Fortschreibung des Netzentwicklungsplans (NEP 2013) vorgelegt.

Dieser geht jetzt in ein öffentliches Konsultationsverfahren und wird anschließend von der Bundesnetzagentur geprüft.

Der Höchstspannungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH hat den Ausbau des Stromnetzes in Ostholstein erneut angemeldet und zwar sowohl mit einer 380kV Leitung von Kiel nach Göhl sowie mit einer 380kV Leitung von Göhl nach Lübeck.

Dazu erklärt Energiewendeminister Robert Habeck heute (4. März 2013): „Aufgrund der uns vorliegenden Daten sehen wir zum Abtransport des Windstroms derzeit nur für eine einzige neue Leitung den Bedarf. Die netztechnische Situation spricht dafür, diese von Göhl nach Lübeck zu bauen anstatt sie durch den Kreis Plön an die Mittelleitung von Hamburg nach Flensburg anzuschließen. Insofern unterstützen wir TenneT nicht, wenn es um das Projekt „Göhl-Kiel“ geht.“ Ob zu einem späteren Zeitpunkt für die Stabilität des Netzes dennoch eine weitere Leitung von Göhl zur Mittelleitung nötig sei, sei derzeit noch nicht absehbar. Die Systemsicherheit darf jedenfalls nicht aufs Spiel gesetzt werden“.

Der Minister betonte: „Die erneute Anmeldung für einen Netzausbau in Ostholstein ist jedoch konsequent im Sinne der Energiewende. In Ostholstein wird sich in den nächsten Jahren die Leistung der Erneuerbaren Energien deutlich erhöhen. Schon jetzt müssen dort Windkraftanlagen abgeschaltet werden, weil die Netzkapazitäten nicht ausreichen. Der Netzausbau ist notwendiger Teil der Energiewende. Der Strom muss eingesammelt und nach Süden transportiert werden.“

Ob eine Stromleitung von Göhl nach Lübeck als 110 KV-Leitung zu errichten ist statt als 380 KV-Leitung, werde geprüft, sagte Staatssekretärin Ingrid Nestle. „Wir stehen zum Prinzip Netzoptimierung vor Netzverstärkung vor Netzausbau. Es wäre aber unseriös, sich jetzt festzulegen, dass keine 380 KV-Leitung nötig ist.“ Nestle stellte zudem klar, dass letztlich Bundesnetzagentur und der Bundestag über den Ausbaubedarf in Plön und Ostholstein entscheiden.

Hintergrund:

Netzentwicklungsplan
Das Energiewirtschaftsgesetz verlangt einen Netzentwicklungsplan, den die deutschen Übertragungsnetzbetreiber jährlich gemeinsam ausarbeiten. Er muss alle wirksamen Maßnahmen enthalten, die in den nächsten zehn Jahren für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb erforderlich sind. Dazu gehören die bedarfsgerechte Optimierung, die Verstärkung und der Ausbau der Netze. Erstmals wurde 2012 ein Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur als zuständiger Regulierungsbehörde vorgelegt. Nun folgte als Fortschreibung der Netzentwicklungsplan 2013.

Bundesbedarfsplan:
Die Bundesnetzagentur übergibt der Bundesregierung mindestens alle drei Jahre einen bestätigten Netzentwicklungsplan. Dieser sowie ein Umweltbericht sind Basis für den Bundesbedarfsplan. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium erstellt daraus einen Gesetzentwurf. Das erste Bundesbedarfsplangesetz basiert auf dem NEP 2012. Es wurde im Dezember vom Bundeskabinett verabschiedet und ist derzeit im parlamentarischen Verfahren.

Der Bundesbedarfsplan beinhaltet den Ausbaubedarf im Höchstspannungsnetz. Mit Erlass des Gesetzes sind die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf der betreffenden Maßnahmen verbindlich festgestellt. Auf dieser Basis können die konkreten Planungsverfahren begonnen werden.

Leitungsbau an der Ostküste:
Bereits im ersten NEP 2012 hatten die Netzbetreiber an der Ostküste zwei Höchstspannungsleitungen angemeldet: von Kiel nach Göhl und von Göhl nach Lübeck.  Diese Leitungen hat die Bundesnetzagentur in ihrem Entwurf für einen Bundesbedarfsplan vorerst nicht bestätigt. Allerdings machte sie auch klar, dass sich die Einschätzung im folgenden Netzentwicklungsplan ändern kann, abhängig von der Robustheit des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein. Im neuen NEP 2013 haben die Netzbetreiber angesichts des von ihnen erwarteten Bedarfs beide Leitungen erneut aufgenommen.

PM: Nicola Kabel
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
www.melur.schleswig-holstein.de

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