Wie energieeffizient Biokohle aus feuchter Biomasse hergestellt werden kann

Mit Hilfe der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist es möglich, auch feuchte Biomasse wie Klärschlämme, Abfälle aus Biotonnen oder Rückstände aus der Biogaserzeugung in Biokohle umzuwandeln. Foto und Bildmontage: Dr. Barbara Weiner, UFZ
Mit Hilfe der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist es möglich, auch feuchte Biomasse wie Klärschlämme, Abfälle aus Biotonnen oder Rückstände aus der Biogaserzeugung in Biokohle umzuwandeln.
Foto und Bildmontage: Dr. Barbara Weiner, UFZ

(WK-intern) – TerraTec 2013: Unter dem Motto „Nachhaltige Lösungen für die Umwelt“ findet die Fachmesse vom 29. bis 31. Januar in Leipzig statt.

Ein Verfahren, mit dem energieeffizient Biokohle aus feuchter Biomasse hergestellt werden kann, ist eines von mehreren Technologien, die das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) auf TerraTec 2013 vorstellt.

Mit Hilfe der sogenannten Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist es möglich, auch feuchte Biomasse wie Klärschlämme, Abfälle aus Biotonnen oder Rückstände aus der Biogaserzeugung in Biokohle umzuwandeln. Die Biokohle liefert Energie und eröffnet neue Möglichkeiten, Kohlenstoff zu binden und im Boden zu speichern. Der thermochemische Prozess, bei dem die in der Natur mehrere Millionen Jahre dauernde Entstehung von Braunkohle auf wenige Stunden im Reaktor zusammenschrumpft, wurde bereits 1913 entdeckt, erlebte aber in den letzten Jahren eine Renaissance. Am UFZ wird das Verfahren zurzeit optimiert und seine Anwendbarkeit zum Entfernen von Schadstoffen untersucht. Ein erstes Patent für die HTC im Tiefschachtreaktor gekoppelt mit einer nasschemischen Oxidation hat das Europäische Patentamt bereits erteilt.
Erstmals auf der TerraTec stellt das UFZ auch ein Verfahren vor, das mit Hilfe eines Radonsensors Mineralölkontaminationen im Boden aufspüren und damit die Altlastensanierung erleichtern kann. Es basiert auf einem natürlich vorkommenden Isotop des Elementes Radon. 222Rn86 dient dabei als Indikator zur Detektion von Mineralölen in der ungesättigten Bodenzone.
Fortschritte erhoffen sich die UFZ-Forscher auch von einem weiteren Verfahren: Eine sehr präzise Messung der Wärme, die Mikroorganismen produzieren, soll künftig ultraschnelle hygienische Wasseruntersuchungen ermöglichen. Mittels Kalorimeter kann so Trink- oder Mineralwasser untersucht werden. Ein Ansatz, der besonders dort von Interesse ist, wo hohe Hygienestandards eingehalten werden müssen, wie zum Beispiel in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie.
Wie bei der letzten TerraTec wird das UFZ auch wieder Direct-Push-Technologien zur Erkundung des oberflächennahen Untergrundes sowie verschiedenste Anwendungen für Radiowellen vorstellen. Innovative Anwendungen stehen auch bei der Nutzung der invasiven Schmalblättrigen Wasserpest (Elodea nutallii) im Mittelpunkt, für die zwei UFZ-Forscher im November 2012 mit dem dritten Preis beim “Leipziger Ideenwettbewerb für Existenzgründer – LIFE” ausgezeichnet worden sind.
Ergänzt wird die Präsenz auf der Messe durch einen Vortrag auf dem Innovationsforum über TERENO, einem bundesweiten Netzwerk zur Erdbeobachtung, welches die die ökologischen und sozialen Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene langfristig katalogisiert.
Tilo Arnhold

UFZ auf der TerraTec 2013:
Halle 4, Stand G43/F42

Vortrag: „TERENO – Ein langfristiges Beobachtungsnetzwerk für die terrestrische Umweltforschung in Deutschland“ von Dr. Steffen Zacharias (UFZ) am Mittwoch, 30.01.2013, 09:30 – 10:00 Uhr, in Messehalle 4 (Innovationsforum Umwelt + Energie)

Weitere Informationen:
Dr. Susanne Ebitsch, Wissens- und Technologietransfer
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

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