Energiewende: Intelligente Netze sparen Strom

Der erste sogenannten Cluster in „BARD Offshore 1“ ist komplett am Netz. Insgesamt zwölf Windkraftanlagen speisen bereits seit Mitte Mai 2011 Strom ein. Im Hintergrund links die Trafo- und Wohnplattform „BARD 1“, rechts die Plattform „borwin alpha“ der Stromübertragungsgesellschaft TenneT, von der aus die Energie über eine Hochspannungsgleichstromverbindung per Seekabel ans Festland geleitet wird. Das Copyright liegt bei der BARD-Gruppe
Der erste sogenannten Cluster in „BARD Offshore 1“ ist komplett am Netz. Insgesamt zwölf Windkraftanlagen speisen bereits seit Mitte Mai 2011 Strom ein. Im Hintergrund links die Trafo- und Wohnplattform „BARD 1“, rechts die Plattform „borwin alpha“ der Stromübertragungsgesellschaft TenneT, von der aus die Energie über eine Hochspannungsgleichstromverbindung per Seekabel ans Festland geleitet wird. Das Copyright liegt bei der BARD-Gruppe

(WK-news)– Energiekonzept der Bundesregierung

Der Energieverbrauch privater Haushalte lässt sich mit intelligenten Energiesystemen – so genannte Smart Grids – reduzieren.

Intelligenten Netze können bei schwächerer Nachfrage bis zu zehn Prozent des Stromverbrauchs verschieben, bei Gewerbebetrieben sogar um bis zu 20 Prozent.

Erfolgreicher Feldversuch

Das sind die zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts „E-Energy – Smart Energy made in Germany“. Mit 60 Millionen Euro von der Bundesregierung gefördert, geht das Programm 2013 nach vierjähriger Laufzeit zu Ende. Auf einem Abschlusskongress in Berlin haben die Projektleiter gestern und heute die Ergebnisse des Projekts vorgestellt. In sechs Modellregionen – Cuxhaven, Rhein-Ruhr, Baden-Württemberg, Rhein-Neckar, Harz und Aachen – waren praktische Tests und Feldversuche gemacht worden. Daran beteiligten sich auch Tausende private Haushalte.

Intelligente Netze – das meint die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für die Stromnetze. Diese technische Weiterentwicklung ist nötig, denn durch den Ausbau der erneuerbaren Energien steigt die Anzahl der Stromanbieter auf den Markt. Hinzu kommt, dass das Angebot von Sonne und Wind – je nach Sonneneinstrahlung oder Windleistung – schwankt.

Immer mehr Menschen wachsen aus der traditionellen Rolle des Stromkunden und werden zum „Prosumer“. Das heißt: sie produzieren Strom und speisen ihn ins Netz ein. In schwachen Produktionszeiten nehmen sie Strom aus dem Netz.

„E-Energy“ machte klar: Netzausbau und -umbau gehören zusammen. Und nicht nur die großen Stromautobahnen, sondern auch die mehr als eine Million Kilometer langen Verteilnetze spielen bei der Energiewende eine große Rolle. Um das Stromangebot zu dezentralisieren, sollten lokale Lösungsansätze Vorrang haben. Die IKT-Komponenten, Systemlösungen und Marktansätze, die in „E-Energy“ verwendet wurden, sind einsetzbar.
Verbraucher waren mit dabei

Im Projekt E-Energy mussten sich verschiedenste technische Neuerungen in der Praxis bewähren. Beispielsweise testeten Haushalte in Mannheim über intelligente Stromzähler flexible Stromtarife. Im zweiten Schritt konnten sie mit sogenannten Energiebutlern ihren Stromverbrauch steuern. Einmal pro Tag erhielten sie Informationen über den Preisverlauf des nächsten Tages. Aus diesem Preisverlauf errechnete eine zentrale Steuereinheit einen optimalen Einsatzplan für die angeschlossenen Elektrogeräte. Zudem konnten die Teilnehmer einen speziellen Bonus-Tarifs ausprobieren, der Anreize gab, die Stromnutzung in Niedrigtarifphasen zu verlagern.

Die Begleitforschung zu den Projekten brachte als Ergebnis, dass die Verbraucher ein hohes Informationsbedürfnis beim Thema intelligente Netze haben, vor allem in puncto Datenschutz. Auch eine benutzerfreundliche Schnittstelle sei wichtig.

Auch Querschnittsthemen standen auf der Agenda von „E-Energy“, zum Beispiel Netz-Gesamtarchitekturen, Geschäftsmodelle, der rechtliche Rahmen, Datenschutz und -sicherheit sowie Standardisierungsfragen. Die Forscher hielten fest: Alle drei Leitprinzipiem der Energiewende – Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit des gesamten Energiesystems – lassen sich durch eine dezentrale Vernetzung der Anlagen von der Erzeugung über die Speicherung und die Verteilung bis hin zum Verbrauch verbessern. Auf Basis eines leistungsfähigen Energieinformationsnetzes werde ein lukrativer Markt für innovative Dienstleistungen entstehen.

Wie geht es weiter?
In Folgeprojekten wie der Förderinitiative „Zukunftsfähige Netze“ soll auf den Ergebnissen von „E-Energy“ aufgebaut werden. Das Bundeswirtschafts-, das Bundesumwelt- und das Bundesbildungsministerium haben diese Initiative am 14. Januar gestartet und statten sie in den nächsten Jahren mit insgesamt 150 Millionen Euro aus.

In der Wirtschaft haben sich im Zuge von „E-Energy“ Allianzen gebildet, die über das Projektende hinaus weiter kooperieren wollen. Die beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelte „Netz-Plattform“ wird sich mit der Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens befassen.

PM: Bundesregierung

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