Atomkraftgegner: Atomausstieg auch in NRW !

(WK-news) – Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Münster haben Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände die konsequente Umsetzung des Atomausstiegs auch in NRW gefordert.

  • „Urananreicherung stoppen – Atommüllexport verbieten“
  • Scharfe Kritik an Bundes- und Landesregierung
  • Mahnwache, Fukushima-Demo und Aktionswoche geplant

Dabei übten sie scharfe Kritik an der Bundes- und Landesregierung, weil weder die Urananreicherungsanlage Gronau, die Brennelementefabrik Lingen noch die restlichen AKW – wie z. B. die AKW Lingen und Grohnde – sofort stillgelegt werden.

Außerdem fehlt ein nachvollziehbares Konzept zur sicheren Entsorgung der wachsenden Atommüllberge in Ahaus, , Duisburg und Jülich.

„Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima scheint der politische Wille zum Atomausstieg erlahmt. Die Urananreicherungsanlage Gronau kann jedes 10. AKW weltweit mit Uranbrennstoff zur Brennelementefertigung beliefern, es werden immer neue Urantransporte von und nach Gronau genehmigt und 2014 soll in Gronau eine riesige Zwischenlagerhalle für 60 000 Tonnen Uranmüll in Betrieb gehen – das ist kein Atomausstieg. Deshalb wird es am 9. März erneut eine überregionale Demonstration vor der Urananreicherungsanlage in Gronau geben.“ erklärte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Michael Harengerd vom BUND Nordrhein-Westfalen kritisierte die Bundesregierung für ihren Vorschlag, Atommüllexporte in Drittländer zu ermöglichen: „Der Bundesregierung und der Atomindustrie wachsen die Atommüllberge über den Kopf. Aus Gronau wurde schon bis 2009 mit ausdrücklicher Billigung der Bundesregierung Atommüll nach Russland exportiert. Deshalb sind die jetzigen Dementis wenig glaubhaft. Wer den Atommüll produziert, muss ihn auch selbst entsorgen. Der Atommüll darf nicht exportiert wird,“ so Harengerd.

Ernüchtert sind die Atomkraftgegner über die bisherige Bilanz der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf: „Auch zweieinhalb Jahre nach Regierungsantritt ist von einer Stilllegung der Atomanlagen in NRW nichts zu sehen. Dass die Landesregierung sich nun sogar weigert, den Atomausstieg in NRW regierungsintern zu koordinieren, zeigt leider, dass Rot-Grün keine politische Ausstiegslinie verfolgt – der Atomausstieg in NRW entschwindet am Horizont,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Wolfgang Wiemers vom Umweltforum Münster kündigte an, dass es im April im Rahmen einer europäischen Aktionswoche erneut Informationsveranstaltungen mit Zeitzeugen aus der Region Tschernobyl an Schulen zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geben wird. „Es ist enorm wichtig, die Millionen Menschen, die noch heute von den Folgen von Tschernobyl betroffen sind, nicht zu vergessen. Die Menschen in Weißrussland und der Ukraine haben noch für viele Jahrzehnte unsere Solidarität bitter nötig,“ so Wiemers.

Folgende Proteste sind derzeit konkret geplant:

21. Januar, 19 Uhr: Mahnwache an der Urananreicherungsanlage Gronau aus Anlass des schweren Störfalls vom 21. Januar 2010, bei dem ein Urenco-Arbeiter verstrahlt wurde

27. Januar: Anti-Atom-Landeskonferenz in Münster

9. März, 13 Uhr: Überregionale Demo an der Urananreicherungsanlage Gronau zum 2. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Bis jetzt rufen mehr als 55 Initiativen und Verbände zur Demonstration auf (www.fukushima-jahrestag.de)

20.-28. April: Europäische Aktionswoche „Für eine Zukunft ohne Tschernobyl und Fukushima“

Weitere Infos: www.bbu-online.de, www.bund-nrw.de, www.sofa-ms.de, www.umweltforum-muenster.de, www.urantransport.de, www.fukushima-jahrestag.de

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