Eingriffe in die Stromnetze haben sich 2012 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt

Stromnetz / Foto: HB
Stromnetze / Foto: HB

(WK-news) – enviaM-Netzbetreiber MITNETZ STROM muss Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Netzgebiet immer häufiger drosseln.

Die stetig steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Zuge der Energiewende lässt die Stromnetze in Ostdeutschland immer häufiger an ihre Grenzen stoßen.

“In keiner anderen Region Deutschlands entstehen ohne Rücksichtnahme auf die vorhandenen Stromnetze und die bestehende Stromnachfrage so viele leistungsstarke Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie hier”, so Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer des enviaM-Netzbetreibers MITNETZ STROM.

Folge dieser Entwicklung ist, dass es nicht nur in den Übertragungsnetzen (Höchstspannungsnetzen), sondern auch in den Verteilnetzen (Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetzen) in Ostdeutschland vermehrt zu Netzengpässen kommt. Um einen Netzkollaps zu vermeiden, sind die Netzbetreiber in Folge dessen gezwungen, die Stromerzeugung insbesondere aus erneuerbaren Energien immer öfter zu drosseln.

Der größte regionale Verteilnetzbetreiber in den neuen Bundesländern MITNETZ STROM musste im Jahr 2012 97-mal die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, hier vornehmlich aus Wind und Sonne, herunterfahren. Nur so konnte eine Überlastung des rund 77.000 Kilometer langen Stromnetzes vermieden werden, das sich über Teile der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Eingriffe nahezu verdoppelt. Im Jahr 2011 erfolgten 51 Eingriffe. Im Jahr 2010 waren lediglich 16 Eingriffe zu verzeichnen.

Am häufigsten musste die Stromerzeugung im Netzgebiet im Jahr 2012 in Brandenburg und Sachsen-Anhalt gedrosselt werden. Schwerpunkte waren die Regionen Spremberg-Hoyerswerda-Weißwasser, Jessen-Herzberg-Falkenberg und Weißenfels-Naumburg-Zeitz.

“Um die bestehenden Netzengpässe zu beheben, werden wir in den nächsten zehn Jahren über eine Milliarde Euro in unsere Stromnetze stecken. Wir haben ein ganzes Bündel von Maßnahmen geschnürt. Dazu gehören der Ausbau und die Leistungserhöhung unserer Stromnetze. Hinzu kommen der Neubau und die Erweiterung von Umspannwerken”, so Schweer weiter.

Stichwort Netzsicherheitsmanagement

Im Rahmen des Netzsicherheitsmanagements ist es Netzbetreibern gestattet, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien herunterzufahren, wenn eine Überlastung des Stromnetzes droht. Grundlage bildet das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

Bei der MITNETZ STROM erfolgt die Drosselung der Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien per Funksignal über die zentrale Schaltleitung in Taucha bei Leipzig. Die Anlagenbetreiber erhalten vom Netzbetreiber für die Verringerung der Einspeiseleistung bei Vorliegen eines Netzengpasses eine Entschädigung als Ausgleich für die nicht eingespeiste Energie.

PM: MITNETZ STROM

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