EEX Jahresrückblick 2012: Trend zum Kurzfristhandel am Strommarkt hält an

Stromnetz / Foto: HB
Stromtrasse / Foto: HB

(WK-intern) – Trend zum Kurzfristhandel am Strommarkt hält an – Rekordvolumina im Erdgas und CO2-Markt – Kooperationen weiter ausgebaut

Leipzig – Die European Energy Exchange (EEX) hat in einem schwierigen, durch Energiewende und regulatorische Entwicklungen geprägten Marktumfeld, ihre führende Rolle als europäische Energiebörse weiter ausgebaut und gefestigt.

Während die Volumina am Strom-Terminmarkt leicht unter dem Vorjahresniveau liegen, waren in den Märkten für Erdgas und CO2-Emissionsberechtigungen signifikante Steigerungen bei den Handelsvolumina zu beobachten.

„In einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld haben wir 2012 gute Handelsergebnisse erzielt und unser Produktportfolio erfolgreich auf die veränderten Rahmenbedingungen ausgerichtet“, erklärt Peter Reitz, Vorstandsvorsitzender der EEX. „Ziel unserer Maßnahmen war und ist es, die Liquidität in unseren Märkten zu erhöhen, unsere Dienstleistungen für die Kunden zu verbessern und Hürden für Handelsteilnehmer weiter abzubauen. In allen Punkten haben wir 2012 große Fortschritte erzielt“, so Reitz.

Im Strommarkt hält der Trend zum kurzfristigen Handel an. Am Terminmarkt der EEX waren die Handelsteilnehmer vermehrt in kurzfristigen Fälligkeiten aktiv, schlossen aber in geringerem Maße langfristige Handelsgeschäfte ab. So wurden am Phelix Futures Markt in 2012 in den Tages-, Wochenend-, Wochen-, Quartals- und Monatskontrakten 18 Prozent mehr Strom gehandelt als in 2011. In den Jahreskontrakten wurde jedoch 22 Prozent weniger Volumen generiert. Folglich ging das Handelsvolumen am Strom-Terminmarkt um 13 Prozent auf 931 TWh von 1.075 TWh im Vorjahr zurück.

Trotz dieses Rückgangs konnte sich die EEX im Vergleich zum außerbörslichem Markt gut behaupten. So meldete die Vereinigung der Londoner Energiebroker LEBA (London Energy Brokers‘ Association) für den deutschen Strommarkt kürzlich einen Rückgang im vergangenen Jahr um 34 Prozent.

Ende des Jahres 2012 gab es jedoch erste Anzeichen für eine allmähliche Beruhigung und neue Belebung des Strom-Terminmarkts. So konnte die EEX insbesondere in den Monaten November und Dezember wieder eine deutliche Zunahme der Handelsaktivi täten verzeichnen. Darüber hinaus gelang es der EEX, im vergangenen Jahr die Qualität ihres Preissignals weiter zu stärken – der börsliche Anteil am Gesamtvolumen erhöhte sich in 2012 auf 49 Prozent von 46 Prozent im Vorjahr.

Die Spotmärkte für Strom der EPEX SPOT zeigten im Jahr 2012 erneut eine starke positive Entwicklung. Das Handelsvolumen stieg in 2012 um 8 Prozent auf 339 TWh (2011: 314 TWh).
Beim Handel mit Erdgas konnte die EEX in 2012 sowohl am Terminmarkt als auch am Spotmarkt neue Rekorde erzielen. Während das Volumen am Terminmarkt um 11 Prozent auf 39,5 TWh (2011: 35,5 TWh) stieg, wuchs der Spothandel sogar um 56 Prozent auf 35,9 TWh (2011: 23,1 TWh). Die Grundlage dieser positiven Entwicklung waren die bereits in 2011 begonnenen Maßnahmen wie die Erweiterung des Spotmarkts auf den 24/7-Handel und die Einführung des Spothandels für das niederländische Marktgebiet TTF. Die Anzahl der kurzfristigen Geschäfte, die außerhalb der Kernöffnungszeiten der Börse abgeschlossen werden, stieg weiter an und erreichte im Dezember einen Anteil von 35 Prozent. Auch der Spotmarkt für das TTF-Gebiet zeigte hohe Wachstumsraten. Insbesondere seit Beginn des neuen Gaswirtschaftsjahres im Oktober 2012 stieg der Marktanteil der EEX am börslichen TTF-Spothandel kontinuierlich an und erreichte im Dezember den Spitzenwert von 78 Prozent.

2012 hat die EEX erfolgreich weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität, wie die Einführung von Anreizprogrammen, die Verbesserung der technischen Anbindung und zusätzliche Dienstleistungen für Händler umgesetzt. Darüber hinaus setzt die EEX auch im Gashandel auf Kooperationen und hat im November eine Vereinbarung mit der französischen Börse Powernext abgeschlossen. Vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen wollen beide Partner ihre Gasprodukte auf einer gemeinsamen Plattform anbieten und neue Produkte einführen.

Mit Rekordergebnissen konnte in 2012 insbesondere der Handel mit Emissionsrechten aufwarten. So steigerte die EEX im letzten Jahr das Volumen im Emissionsrechtehandel um 139 Prozent auf insgesamt 254,6 Mio. Tonnen CO2 (2011: 106,7 Millionen Tonnen CO2). Treiber dieser Entwicklung war der Ausbau der Primärmarktauktionen.

So erhielt die EEX den Zuschlag für die transitorische deutsche und europäische Auktionsplattform für die Emissionsberechtigungen der dritten Handelsperiode. Zudem hat sie im Auftrag der Europäischen Investitionsbank (EIB) und Staaten wie Litauen, European Energy Exchange AG Niederlande, Tschechien und Ungarn, EUA-Auktionen durchgeführt und inzwischen mehr als 350 Auktionen reibungslos abgewickelt.

Die durch die Versteigerung gewonnenen neuen Marktteilnehmer geben Impulse für den Handel am Sekundärmarkt. Neue Market Maker, Volumen-Anreizprogramme und Fee Holidays für Neukunden haben die Liquidität am Sekundärmarkt weiter erhöht – das am Sekundär-Spotmarkt gehandelte Volumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent, das am Terminmarkt gehandelte Volumen sogar um 47 Prozent.

Der Bereich Clearing gewann 2012 weiter an Bedeutung. So konnte die EEXClearingtochter European Commodity Clearing AG (ECC) ihr Partnernetzwerk weiter ausbauen. Mit der Prager PXE gewann die ECC eine neue Partnerbörse und wird künftig auch Strom für den tschechischen und slowakischen Markt clearen. Mit Citigroup, der Österreichischen Kontrollbank und Banco Santander hat die ECC drei weitere Clearingbanken zugelassen. Auch außerhalb Europas wurden erste Kontakte geknüpft: So hat die EEX ein Memorandum of Understanding mit dem türkischen Übertragungsnetzbetreiber TEIAS unterzeichnet, ECC und EPEX SPOT sind eine Partnerschaft mit der brasilianischen Kammer zur Vermarktung von Energie (CCEE) eingegangen.

„Wir streben auch im Jahr 2013 neue Partnerschaften an, um unsere Position im Markt auszubauen und unseren Kunden weiteren Mehrwert zu bieten“, schließt Vorstandsvorsitzender Peter Reitz den Jahresrückblick ab.

Die European Energy Exchange (EEX) ist die führende europäische Energiebörse. Sie entwickelt, betreibt und vernetzt sichere, liquide und transparente Märkte für Energie und energienahe Produkte, an denen Strom, Erdgas, CO2-Emissionsberechtigungen und Kohle gehandelt werden. Clearing und Abwicklung aller Handelsgeschäfte übernimmt das Clearinghaus European Commodity Clearing AG (ECC). EEX ist Mitglied der Eurex Group.

PM: EEX

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