Umwelt-Forschungsprojekt: Krabbenfischerei soll im Einklang mit der Natur sein

Krabbenkutter Ivonne Pellworm / Foto: Wikipedia
Krabbenkutter Ivonne Pellworm / Foto: Wikipedia

(WK-intern) – Krabbenfischerei soll umweltfreundlicher werden

 Fischereiminister Habeck gibt Startschuss für großes Forschungsprojekt

Kiel – Die Krabbenfischerei soll mit Hilfe von verbesserten Fanggeschirren umweltfreundlicher werden.

Dafür haben Schleswig-Holstein, Niedersachsen, das Johann Heinrich von Thünen-Institut und Krabbenfischer ein Forschungsprojekt gestartet, mit dem Ziel, den Beifang deutlich zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit möglichst zu verbessern. „Die Krabbenfischerei gehört zu Schleswig-Holstein wie die Nordsee selbst. In Schleswig-Holstein wird überwiegend im Nationalpark Wattenmeer gefischt. Umso wichtiger ist es, dass die Krabbenfischerei im Einklang mit der Natur steht und so schonend wie möglich ist. Der Beifang ist hierbei ein Problem“, sagte Fischereiminister Robert Habeck heute (10. Januar 2013).

Nordseegarnelen werden von geschleppten Fanggeräten, den sogenannten Baumkurren, gefischt. Da zum Fang von Krabben Netze geringer Maschenweite verwendet werden müssen, kann die Menge des unerwünschten Beifangs –zu kleine Krabben und junge Fische – recht hoch sein. Sie schwankt je nach Jahreszeit, kann aber im Sommer einschließlich der zu kleinen Nordseegarnelen nach einer Studie des WWF bis zu 90 Prozent des Fangs ausmachen. Etwa die Hälfte dieses Beifangs geht wieder lebend über Bord. Habeck betonte: „Am besten ist es aber, Beifang so weit wie möglich zu vermeiden, damit er erst gar nicht auf den Kuttern landet. Dazu leistet das Projekt CRANNET einen Beitrag.“

Bei dem Projekt sollen Netze mit unterschiedlichen Maschengrößen und –typen getestet werden. Dazu wird von Januar an das Fischereiforschungsschiff SOLEA ein Jahr lang unterwegs sein. Parallel dazu läuft die wissenschaftliche Auswertung. Die auf der SOLEA gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen sollen 2014 auf Fischkuttern im Echtbetrieb unter kommerziellen Bedingungen überprüft werden.

Das Projekt kostet knapp zwei Millionen Euro. Der größte Teil der Förderung kommt aus dem Europäischen Fischereifonds (ca. 900 000 Euro); das Thünen-Institut stellt einen Eigenanteil von 700 000 Euro zur Verfügung (überwiegend in Personal, Sachmitteln und Schiffskapazität). Schleswig-Holstein finanziert 90 000 Euro, Niedersachsen rund 150 000 Euro. Krabbenfischer stellen Kutter, Fanggeräte und Manpower bereit.

Hintergrund: Die „Krabbenfischerei“ prägt seit vielen Jahrzehnten das Leben an der Nordseeküste.

Die schleswig-holsteinische Flotte besteht vor allem aus kleineren Kuttern in Familienbesitz. In Schleswig-Holstein werden jährlich rund 6.500 Tonnen Nordseegarnelen angelandet. Sie gelangen entweder direkt frisch gekocht mit Schale oder gepult als Krabbenfleisch in den Handel (wesentlich höherer Marktanteil). Der größte Teil wird von zwei niederländischen Unternehmen vermarktet. Um eine bessere Marktsituation herzustellen, sind die Krabbenfischer in Erzeugerorganisationen zusammengeschlossen.

PM: Nicola Kabel
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
http://www.schleswig-holstein.de

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