Vorsorge für radioaktive Notfälle im Land Schleswig-Holstein mit seinen störanfälligen Reaktoren

Bundesamt für Strahlenschutz hat nichts mehr unter Konrolle / Grafik: HB
Bundesamt für Strahlenschutz hat nichts mehr unter Konrolle / Grafik: HB

(WK-intern) – Obwohl die Atomreaktoren Brunsbüttel und Krümel abgeschaltet sind, so brühten sie doch schleichend weiter vor hin.

Immer neue Störmeldungen erinnern die Menschen daran, dass ein Atomkraftwerk nicht einfach ausgeschaltet werden kann.

Hinzu kommt die Verordnung, alle Kernbrennstäbe bleiben vor Ort, solange bis ein Endlager gefunden ist. Hatten die Politiker bisher unkontrolliert riesige Mengen an radioaktivem Müll in der Asse und in Gorleben verklappen lassen, so bleiben nun die defekten Brennstäbe auf den Geländen der Atomkraftwerke in sogenannten Abklingbecken, bis sie soweit heruntergekühlt sind um in Atomfässer verpackt zu werden. Fatal bei diesem Vorgehen ist der Sicherheitsstandard, nur für drei Jahre gibt der Hersteller der Fässer eine Garantie und das auch nur bei sachgerechter Behandlung.

Jeder wird die Bilder kennen, ein Radlader, die Schüppe voll mit Atomfässern, kippt diese in eine Salzgrube, fahrlässiger geht es nicht. Die beschwörenden Worte von Angela Merkel als damalige Bundesumweltministerin: „Die Asse ist sicher“, erinnern an die Lüge mit der sicheren Rente von Norbert Blüm. Mittlerweile hat sich die Asse als das Gegenteil von sicher herausgestellt. Der damalige Betreiber hat nicht nur doppelt so viele Fässer verklappt wie auf den offiziellen Papieren angegeben, sondern sich auch aus seiner Verantwortung entlassen.

Nun hat es der Steuerzahler durch das Bundesstrahlenamt übernommen eine Lösung zu suchen, die in weiter Ferne liegt. Nur eins ist sicher, der Müll muss da raus, wenn nicht großflächig alles Grundwasser verstrahlt werden soll.

Handlungsbedarf ist angesagt, womit nun Schleswig-Holstein seine Schlüsse zieht.

Die Gefahr geht von jedem aktiven Atomkraftwerk aus, von jedem stillgelegten aber nicht zur Ruhe kommenden, von jedem Abklingbecken, von jedem Fass, jedem Lager, Zwischenlager und jeder Ruine eines solchen Werkes.

In diesem Sinne gibt es leider keine andere Lösung, als in Vorsorge zu gehen, wenn das Unvermeidliche geschieht, was machen wir dann mit den betroffenen Menschen?

Hier der Versuch einer Lösung, bzw. einer Schadensbegrenzung aus Schleswig-Holstein, urteilen Sie selbst. (HB):

Land Schleswig-Holstein: Umweltministerium und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein unterzeichnen Vertrag für modernen Messplatz

Das Land Schleswig-Holstein und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) richten einen der modernsten Messplätze Deutschlands ein, um Menschen auf radioaktive Belastung untersuchen zu können. Das für den Strahlenschutz zuständige Umweltministerium und das UKSH haben am Mittwochabend (28. November 2012) einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, mit dem der Ganzkörpermessplatz offiziell übergeben wurde.

“Das Messsystem ist ein wichtiger Bestandteil der Notfallvorsorge”, sagte Staatssekretärin Ingrid Nestle. “Keiner mag sich Störfälle oder Katastrophen mit radioaktiven Stoffen vorstellen. Aber wir müssen für den Fall der Fälle gerüstet sein. Falls Menschen radioaktive Stoffe aufgenommen haben, ist es wichtig, schnell zu wissen, wie hoch die Belastung tatsächlich ist.” Auch für Forschungsvorhaben sind solche Messplätze von Bedeutung.

“Dem UKSH steht jetzt ein hochsensibles Messgerät zur Verfügung, das Art und Intensität minimalster Mengen aufgenommener radioaktiver Stoffe an Menschen und Gegenständen feststellen kann”, sagte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. “Damit ist die Voraussetzung für schnelle und exakte Diagnosen geschaffen.”

Der Vorläufer des Ganzkörpermessplatzes war in den 60er Jahren in einem Raum errichtet worden, dessen Wände allseitig aus 20 Zentimeter dicken, speziellen Stahlplatten bestehen, die den natürlichen Strahlungshintergrund vollständig abschirmen. Damit ist es möglich, geringste Mengen Radioaktivität im menschlichen Körper nachzuweisen. Das damals installierte System war völlig veraltet und wurde nun auf einen aktuellen technischen Stand gebracht. Damit steht dem UKSH eines der modernsten Messsysteme zur Verfügung; deutschlandweit existieren nur sehr wenige solcher Anlagen.

Die Ertüchtigung wurde mit vom Land beim Bund eingeworbenen Mitteln in Höhe von etwa 210 000 Euro unterstützt. Im Gegenzug wird das UKSH die Einrichtung als amtliche Messstelle für Inkorporationsuntersuchungen betreiben, die es ermöglicht, Menschen im Verdachtsfall so schnell wie möglich zu untersuchen.

PM: Nicola Kabel
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
http://www.schleswig-holstein.de

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