Ostküstentrasse: Rückstufung des Bauprojektes ist nicht im Sinne der Energiewende

Stromnetz / Foto: HB
Stromnetze / Foto: HB

(WK-intern) – Schleswig-Holstein Netz AG betont Bedeutung der Ostküstentrasse für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein

Die Schleswig-Holstein Netz AG hat gegenüber der staatlichen Bundesnetzagentur auf die große Bedeutung der geplanten 380.000-Volt-Trasse durch die Kreise Plön und Ostholstein für die Energiewende hingewiesen.

Gleichzeitig warnt der größte Verteilnetzbetreiber in Schleswig-Holstein vor einer Unterpriorisierung dieser Leitung im sogenannten Bundesnetzplan. „Diese Leitung ist vor dem Hintergrund des zu erwartenden Ausbaus der erneuerbare Energien (EEG) völlig zu Recht im Netzentwicklungsplan der Netzbetreiber enthalten“, betont Matthias Boxberger, technischer Vorstand der Schleswig-Holstein Netz AG. „Denn wir erwarten in den kommenden drei bis fünf Jahren in dieser Region einen Ausbau der EEG-Leistung von derzeit rund 600 auf rund 1.880 MW – also eine Verdreifachung.“ Eine Rückstufung dieses von dem Netzbetreiber TenneT geplanten Bauprojektes durch die Bundesnetzagentur sei nicht im Sinne der Energiewende und werde die Probleme beim Abtransport des Grünstroms verstärken. „Da muss nachgearbeitet werden“, so Boxberger.

Als Betreiber von rund 50.000 Kilometern Mittel- und Niederspannungsleitungen sammelt die Schleswig-Holstein Netz AG den größten Teil des derzeit in Schleswig-Holstein erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien ein. Am Netz der Schleswig-Holstein Netz AG sind derzeit rund 31.000 Windkraft-, Photovoltaik- und Biomassekraftwerke mit einer installierten Leistung von 4.100 Megawatt (MW) angeschlossen.

Zum weiteren Abtransport dieses Stroms beispielsweise nach Hamburg oder Niedersachsen ist aber ein Ausbau der von TenneT betriebenen Höchstspannungsnetze in Schleswig-Holstein dringend erforderlich. Findet der nicht statt, ist zunehmend damit zu rechnen, dass Windkraftanlagen Strom produzieren, der nicht ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Die aktuelle EEG-Ausbauprognose auf die sich die Schleswig-Holstein Netz AG bezieht, beruht einerseits auf einem unabhängigen Gutachten bezüglich des zu erwartenden Zuwachses bei Photovoltaik- und Biomassekraftwerken und andererseits auf der Ausbauprognose bei der Windenergie. Letztere ergibt sich sowohl aus dem Gutachten als auch aus den ersten Abschätzungen vor dem Hintergrund der neuen Windeignungsflächen.

Mit dem Beschluss in der Landesregierung am 6. November 2012 sind die Windeignungsflächen formaljuristisch für den 1. Januar 2013 freigegeben worden.

Schleswig-Holstein Netz AG im Kurzprofil
Die Schleswig-Holstein Netz AG betreibt in rund 1.000 Kommunen über 50.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungsnetze sowie rund 15.000 Kilometer Gas- und 7.500 Kilometer Kommunikationsnetze. Zum Betrieb dieser Anlagen kann das Unternehmen auf eigene Mitarbeiter sowie die Unterstützung der E.ON Hanse AG mit ihren Spezialisten zurückgreifen. Die Mitarbeiter arbeiten landesweit an 22 Standorten sowie in der zentralen Netzleitstelle in Rendsburg. Anteilseigner an der Schleswig-Holstein Netz AG sind rund 200 schleswigholsteinische Kommunen sowie die E.ON Hanse AG. Alle Kommunen, die einen Wegenutzungsvertrag mit der Schleswig-Holstein Netz AG geschlossen haben, können Anteile an dem Unternehmen erwerben.

PM: Schleswig-Holstein Netz AG

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