Westküstenleitung und Stromautobahn nach Bayern

Netzanbindung-von-Offshore-Windparks / Bild: Windreich
Netzanbindung-von-Offshore-Windparks / Bild: Windreich

(WK-intern) – Bundesnetzplan bestätigt Westküstenleitung und Stromautobahn nach Süddeutschland

Die Westküstenleitung sowie eine Stromautobahn von Schleswig-Holstein in den Süden sind wichtige Bestandteile des bundesweiten Netzausbaus im Zuge der Energiewende.

Das geht aus der Bestätigung des Netzentwicklungsplans Strom hervor, die die Bundesnetzagentur heute (26. November 2012) an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler überreicht hat. Das Dokument wird die Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz bilden.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck begrüßte, dass die Bundesnetzagentur die vom Übertragungsnetzbetreiber vorgeschlagenen Projekte geprüft und nun Planungssicherheit für die Westküstenleitung und den HGÜ-Korridor C geschaffen hat. “Beide Leitungsprojekte sind Kernelemente der Energiewende in Schleswig-Holstein und darüber hinaus”, so Habeck. “Über sie kann günstiger Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands fließen: erst über die Westküstenleitung und dann weiter über die Stromautobahn nach Bayern. Dort schafft unser Strom Versorgungssicherheit, vor allem, wenn der Atomausstieg weiter vorangeht.” Die Stromautobahn in den Süden (Korridor C) soll als verlustarme Gleichstromleitung (HGÜ-Technik) gebaut werden.

Mit Skepsis betrachtet Habeck hingegen die Aussagen der Bundesnetzagentur zur sogenannten Ostküstenleitung. “Die Frage ist: Wie kommt es zu der Annahme, die Leitung sei derzeit nicht erforderlich? Wie kommt es zu den Zweifeln an der Robustheit des Ausbaues der Erneuerbaren Energien in Ostholstein? Wir werden darüber mit der Bundesnetzagentur sprechen und dafür Sorge tragen, dass sie mit den richtigen Annahmen arbeitet, was den zu erwartenden Zubau angeht”, sagte Habeck.

“Ich bin aber nicht überzeugt, dass es gar keinen Bedarf für eine 380 kV-Leitung gibt. Wir haben in Ostholstein bereits heute Abschaltungen von Windkraftanlagen. Und wir rechnen mit einem Gesamtpotenzial von 1500 Megawatt in den nächsten Jahren – das ist mehr als die Leistung eines großen Atomkraftwerks”, sagte der Energiewendeminister.

Energiewende-Staatssekretärin Nestle ergänzte: “Wir werden uns nun zügig mit Netzbetreibern, Kreisen und Bundesnetzagentur zusammensetzen und eine gemeinsame Auffassung entwickeln, auf welcher Netzebene wir was genau bis wann benötigen. Das kann nicht bis zum nächsten Bundesbedarfsplan warten, sondern muss schnell entschieden werden, damit auch an der Ostküste Planungssicherheit herrscht.”

Hintergrund:

Der Netzbetreiber TenneT TSO GmbH hatte ursprünglich vorgeschlagen, an der Ostküste zwei 380 kV-Leitungen (Kiel-Göhl und Göhl-Lübeck) zu errichten. Das Land bat die Bundesnetzagentur um Prüfung, ob wirklich beide zwingend erforderlich seien. Nun hat die Bundesnetzagentur vorerst keines der beiden Projekte bestätigt. Allerdings machte sie auch klar, dass sich die Einschätzung im folgenden Netzentwicklungsplan ändern kann, abhängig von der Robustheit des Ausbaues in Schleswig-Holstein. Der nächste Bundesbedarfsplan steht in drei Jahren an.

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